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Corona-Quarantäne bald kürzer? Karl Lauterbach will Regeln überdenken

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Von: Karolin Schäfer

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In Anbetracht der erwarteten rasanten Ausbreitung der Corona-Variante Omikron in Deutschland rücken weitere Regelungen zur Eindämmung der Pandemie in den Fokus.

Kassel/Berlin – Die Fallzahlen in Deutschland bewegen sich weiterhin auf einem hohen Niveau – auch wenn die amtlichen Meldezahlen aktuell hinterherhinken. Kurz vor Jahresende wurden am Donnerstag (30.12.2021) 42.770 Corona-Neuinfektionen registriert. Die bundesweite Inzidenz stieg auf 207,4. Auch die neue Omikron-Variante des Coronavirus breitet sich weiter aus.

„Wir haben eine dynamische Situation“, erklärte Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) am Mittwochabend (29.12.2021) in den ARD-Tagesthemen. Er rechne mit einer Verdoppelung der Omikron-Fälle innerhalb von vier bis fünf Tagen. Dementsprechend müssen Maßnahmen wie Kontaktreduzierung und die Dauer der Quarantäne überdacht werden. Lauterbach kündigte für die kommende Woche Vorschläge dazu an. 

Corona-Quarantäne verkürzen? Einige Länder preschen vor

Angesichts erwarteter hoher Ansteckungszahlen wird über eine Verkürzung der Quarantäne-Zeiten diskutiert. Wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtete, wird bereits in Großbritannien und in den USA die Dauer der Quarantäne für Corona-Infizierte ohne Symptome verkürzt. Dadurch soll akuter Personalmangel vorgebeugt werden, etwa im Gesundheitswesen. Auch in Spanien wurde die Dauer verkürzt. Infizierte ohne Symptome müssen sich statt zehn Tagen nur noch sieben Tage isolieren.

Auch der bayerische Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) drängt auf eine Regelung für Deutschland. „Wir müssen jetzt die Weichen stellen, um gut vorbereitet zu sein – auch und gerade mit Blick auf die kritische Infrastruktur“, erklärte er dem Nachrichtenportal Watson.

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) - (Archivbild)
Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) - (Archivbild) © Reiner Zensen/imago

Corona-Quarantäne: CSU-Politiker drängt auf Regelung

Denkbar wären dem CSU-Politiker zufolge eine Befreiung von der Quarantäne für geboosterte Kontaktpersonen. Dafür sei aber eine Stellungnahme des Robert Koch-Instituts (RKI) oder des Expertenrates des Bundes noch vor der anstehenden Ministerpräsidentenkonferenz am 7. Januar nötig, so Holetschek in der Sendung RTL-Direkt.

„Wir müssen so etwas sauber vorbereiten, da ist ein Schnellschuss falsch“, so Lauterbach im ARD. Derzeit beträgt die Dauer der Quarantäne für alle Omikron-Infizierten und Kontaktpersonen 14 Tage. Geimpfte und Genesene sind von dieser Regelung nicht ausgeschlossen.

Lauterbach zufolge beschäftigen sich der Expertenrat der Bundesregierung und das Robert Koch-Institut bereits mit einer Anpassung der Quarantäne. Hintergrund seien Befürchtungen, dass aufgrund zahlreicher Omikron-Infektionen Personal etwa im Gesundheitswesen, bei der Polizei oder in Schulen fehle. (kas mit dpa)

Währenddessen gibt eine erste Studie zur Corona-Variante Omikron Hinweise auf den besten Schutz gegen die Mutante.

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