News-Ticker

Brücken-Lockdown als Lösung? Karl Lauterbach warnt – „Wer soll uns noch glauben?“

Karl Lauterbach (SPD) befürwortet einen Brücken-Lockdown, gleichzeitig äußert er Skepsis und warnt vor einem Fehler. Alle News im Ticker.

  • Auf Twitter ist Karl Lauterbach sehr aktiv und äußert sich oft zur Corona-Lage.
  • Der SPD-Gesundheitsexperte warnt vor einer „gefährlichen Legende“.
  • Corona-News: Der Bundestagsabgeordnete Lauterbach fordert ein Moratorium für Öffnungen.
  • Dieser Ticker ist beendet - weitere Corona-Neuigkeiten von und über Karl Lauterbach finden Sie hier.

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Update vom Dienstag, 06.04.2021, 15.58 Uhr: Am Ostermontag (05.04.2021) diskutierte Karl Lauterbach (SPD) mit Markus Blume (CDU), Jana Schimke (CDU) und Bettina Stark-Watzinger (FDP) im Bild-Talk „Die richtige Frage“ über das weitere Vorgehen in der Corona-Pandemie.

Der Politiker unterstützte dort den Vorschlag von Armin Laschet (CDU), einen sogenannten Brücken-Lockdown durchzusetzen. Dieser müsse laut dem Experten allerdings mit einem Aussetzen der Lockerungen vonstattengehen. Es würde nichts bringen, wenn einige Bundesländer weiter öffnen oder es vereinzelt Öffnungen mit Tests gebe, so der SPD-Politiker.

Corona-Lockdown: Schulen sollen nicht betroffen sein, wenn es nach Lauterbach geht

Leider reiche in der aktuellen Corona-Situation vermehrtes Testen und schnelleres Impfen nicht mehr aus, dafür sei die Corona-Welle zu stark, so Lauterbach. Der Schulbetrieb müsse hingegen nicht zwangsläufig in einen Lockdown, hier würden die aktuellen Maßnahmen wie Wechselunterricht und Testpflicht ausreichen.

Zudem warnte Lauterbach, dass ein Brücken-Lockdown nicht von vorneherein auf zwei Wochen begrenzt werden könne„Wer soll uns noch glauben?“, fragte er rhetorisch. „Wenn man diesen Brücken-Lockdown macht, dann muss klar sein, das sind nur zwei oder drei Wochen, dann, wenn auch der R-Wert runtergeht, sonst wirds länger dauern“, sagte er. Das Vorhaben habe nur Zweck, wenn es ein Moratorium für Lockerungen gebe. 

Corona-Krise: Karl Lauterbach warnt vor Long-Covid bei Kindern - „Wäre Wahnsinn...“

Update vom Montag, 05.04.2021, 11.58 Uhr: Karl Lauterbach warnt auf Twitter vor den Folgen einer Corona-Erkrankung. Mindestens 10 Prozent der Infizierten seien von Long-Covid-Symptomen betroffen. Der SPD-Gesundheitsexperte bezieht sich auf aktuelle Studien.

Karl Lauterbach warnt auf Twitter vor Long-Covid-Folgen - auch bei Kindern (Archivbild).

Die meisten Betroffenen seien 6 Monate nach der Infektion nicht symptomfrei. Mittlerweile würden Reha-Spezialisten von Long-Covid-Folgen auch bei Kindern berichten. Es „wäre Wahnsinn“, wenn man die Kinder ungeschützt ließe, nachdem Erwachsene gegen die neuartigen Erreger geimpft seien, twittert Lauterbach.

Mehr Freiheiten für Geimpfte: Karl Lauterbach (SPD) unterstützt Jens Spahn (CDU)

+++ 17.13 Uhr: SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach unterstützt den Plan von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU), vollständig Geimpfte in Zukunft zu behandeln wie negativ Getestete. Das berichtet das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). „Ich unterstütze diesen Vorschlag, weil es sich gezeigt hat, dass Geimpfte sich nur noch selten anstecken und sie wahrscheinlich bei Ansteckung nicht mehr ansteckend für andere sind“, so Lauterbach im Gespräch mit dem RND. „Allerdings sollte das jeweils nur nach der zweiten Impfung gelten“, sagte Lauterbach zudem.

Zuvor hatte Spahn der Bild gesagt: „Wer vollständig geimpft wurde, kann in Zukunft wie jemand behandelt werden, der negativ getestet wurde.“ Diese Entscheidung komme nach der dritten Welle der Corona-Pandemie zum Tragen. Zudem müssten zuvor weitere auf Schnelltests beruhende Öffnungsschritte beschlossen werden. „Wer geimpft ist, kann ohne weiteren Test ins Geschäft oder zum Friseur“, sagte Spahn. Vollständig Geimpfte müssten dann auch nicht mehr in Quarantäne.

Corona in Deutschland: Lauterbach fordert härteren Lockdown als vor einem Jahr

Update vom Sonntag, 04.04.2021, 09.58 Uhr: Karl Lauterbach (SPD) fordert einen härteren Corona-Lockdown als vor einem Jahr. Begründung: die ansteckendere Corona-Mutante B.1.7.7. Für die Ansteckungen würden bereits flüchtige Begegnungen ausreichen, schreibt der SPD-Gesundheitsexperte auf Twitter.

Bei der Mutante könnten Wissenschaftler die Infektionsquelle meist nicht ausmachen. Das könne Lauterbach aus zahlreichen Fall-Beschreibungen bestätigen.

Zudem warnt der Epidemiologe vor der „gefährlichen Legende“, dass die Corona-Politik Jüngere ruiniert hätte, um ältere Menschen zu schützen. „Ohne Lockdown wären nicht nur viele Jüngere gestorben, sondern Millionen an Long-Covid erkrankt“, schreibt der Bundestagsabgeordnete. Statistisch gesehen wären 120.000 Jüngere gestorben. Man dürfe die jüngere Bevölkerungsgruppe nicht gegen Ältere ausspielen. Die Corona-Pandemie sei nicht vorbei, wenn die Älteren geimpft sind.

Corona-Lage spitzt sich zu - Karl Lauterbach spricht von „Wahnsinn“

Update vom Samstag, 03.04.2021, 10.28 Uhr: Die Corona-Lage in Deutschland spitzt sich weiter zu. Die Infektionszahlen steigen seit Tagen - aber die Regierung hat bisher keinen verschärften Lockdown beschlossen. „Es ist eigentlich Wahnsinn. Die Intensivmediziner betteln geradezu um einen Lockdown“, kommentiert Karl Lauterbach auf Twitter.

Auch die Berater der Regierung fordern laut dem SPD-Gesundheitsexperten ein schnelles Handeln. „Und wir feiern erstmal Ostern. Das erfindet so schnell keiner“.

Karl Lauterbach über die Wirksamkeit von Corona-Impfstoffen

Update vom Freitag, 02.04.2021, 10.13 Uhr: Karl Lauterbach äußert sich in einem aktuellen Tweet zur Wirksamkeit der Corona-Impfstoffe. Der SPD-Politiker bezieht sich dabei auf eine australische Studie, laut der der Impfschutz die meisten Menschen mindestens ein Jahr gegen eine schwere Corona-Erkrankung schützt - unabhängig vom Impfstoff. Bei Mutationen würde sich das Bild jedoch ändern, so der SPD-Politiker weiter. Aufgrund „sehr starker Produktion neutralisierender Antikörper“ sieht der Gesundheitsexperte daher die mRNA-Impfstoffe von Biontech/Pfizer und Moderna, sowie das US-amerikanische Vakzin Novovax als „langfristig“ überlegend.

Auch zur Äußerung des STIKO-Chefs Thomas Mertens hat sich Karl Lauterbach auf Twitter zu Wort gemeldet: „Die Entscheidung, für die zweite Impfung nach Astrazeneca dann Biontech einzusetzen, ist wahrscheinlich richtig, aber kommt sehr früh“. Mertens hatte zuvor in einem Gespräch mit dem Spiegel erklärt, dass mit dem Astrazeneca-Vakzin geimpfte Menschen ihre Zweitimpfung mit einem der beiden mRNA-Impfstoffe erhalten sollen. In seinem Tweet kritisiert Lauterbach weiter, dass diese Überlegung „nur auf tierexperimentellen Studien“ basiere und man aus England bereits in wenigen Wochen „Ergebnisse beim Menschen“ gehabt hätte.

Karl Lauterbach warnt vor „historischem politischem Versagen“

+++ 16.59 Uhr: Erneut hat sich Karl Lauterbach auf Twitter zu Wort gemeldet. Angesichts der Corona-Entwicklung in den Vereinigten Staaten von Amerika, schreibt der SPD-Gesundheitsexperte in seinem Tweet, dass der Anteil der Geimpften in den USA „doppelt so hoch wie bei uns“ sei. Trotz dessen würden Fallzahlen rasant steigen. Lauterbach warnt: „Vierte Welle läuft an“.

Jetzt zu lockern, sei laut dem Politiker „Nonsens“, solange man nicht genügend Impfstoff habe. Auch gegenüber der Regierung gibt sich Lauterbach mahnend: „Wir gefährden in den nächsten Wochen viele Risikopatienten, die jetzt ein Jahr auf den Impfstoff warten. Es wäre ein spektakuläres, ja historisches politisches Versagen, wenn wir jetzt nicht mehr die politische Kraft hätten, sie noch ein paar Wochen bis zur Impfung zu schützen.“

„Besonders gefährlich“ – Lauterbach fordert nächtliche Ausgangssperre

Update vom Donnerstag, 01.04.2021, 10.10 Uhr: Auf Twitter spricht sich Karl Lauterbach erneut für härtere Corona-Maßnahmen aus und fordert eine nächtliche Ausgangssperre. Der Gesundheitsexperte bezieht sich dabei auf Daten der Humboldt-Universität Berlin, die wohl zeigen, dass zwischen 20.00 Uhr und 05.00 Uhr etwa 13 Prozent der Mobilität stattfinden soll. Darunter seien viele Besuche unter Freunden und Bekannten, so Lauterbach weiter.

Im Grunde sei niemandem die Mobilität am Abend vorzuwerfen. Allerdings sei diese trotzdem „besonders gefährlich“, da sich vieles oft drinnen abspielen würde. In einem weiteren Tweet betont der SPD-Politiker, dass es „ohne Ausgangsbeschränkung“ einfach nicht ginge, da die Coronavirus-Variante B.1.1.7. im Innenraum extrem ansteckend sei.

Karl Lauterbach fordert neue Corona-Impfstrategie

Update vom Mittwoch, 31.03.2021, 11.00 Uhr: Der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach fordert auf Twitter eine neue Impfstrategie. Er bezieht sich in seinem Tweet auf eine Analyse des „Center for Disease Control and Prevention“ (CDC). Demnach verhindert der Biontech-Impfstoff zwei Wochen nach der Erstimpfung in 80 Prozent der Fälle eine Ansteckung – auch asymptomatische.

Da laut Lauterbach circa 60 Prozent der Ansteckungen von asymptomatischen Infizierten ausgehen, „sprechen die Daten klar für neue Impfstrategie“. Die seiner Meinung nach „pragmatisch mutig“ beste Strategie soll folgendermaßen aussehen, obwohl sie nicht durch Zulassungen gedeckt ist: Mit den Corona-Impfstoffen von Biontech und Moderna sollen für zwölf Wochen fast nur Erstimpfungen verabreicht werden. Dann könnten bis Ende Juni alle Impfwilligen eine Erstimpfung erhalten. „Todesfälle wären dann vermieden“, ist Lauterbach überzeugt.

Nach Kritik an Corona-Impf-Stopp - Karl Lauterbach schwenkt um

+++ 17.34 Uhr: SPD-Politiker Karl Lauterbach hat lange gegen einen Impfstopp mit dem Vakzin von Astrazeneca argumentiert. Nun sieht er das vorläufige Aussetzen der Impfungen allerdings als einen folgerichtigen Schritt. „Nach Sichtung der Daten und Argumente, sowie nach Gesprächen mit Spezialisten schließe ich mich einer Änderung des Einsatzes des Astrazeneneca-Impfstoffes heute an“, sagte Lauterbach gegenüber merkur.de. „War zuerst anderer Meinung“ schreibt der SPD-Politiker auf Twitter.

Das Risiko für jüngere Menschen und gerade für Frauen unter 55 Jahren sei offenbar größer als gedacht, „daher macht der Ausschluss der unter 55-Jährigen wahrscheinlich Sinn“, so Lauterbach weiter. Die Reihenfolge der Impfprioritäten sollte jedoch auf keinen Fall geändert werden.

Karl Lauterbach kritisiert Merkel-Regierung: „Wähler mit Lockerungen bei Laune halten“

Update vom Dienstag, 30.03.2021, 12.53 Uhr: Zuletzt hatte Karl Lauterbach immer wieder einen harten Lockdown gefordert und die Corona-Maßnahmen kritisiert. Nun geht der SPD-Gesundheitsexperte auf Twitter einen Schritt weiter, indem er auf einen Tweet von Clemens Fuest, Chef des Münchner ifo Instituts, reagiert.

Auf die Aussage von Fuest „Die Osterferien nicht zu nutzen, um Infektionen zu senken, ist ein Anschlag auf die Kinder und Familien“ schrieb Lauterbach: „Da stimme ich Clemens Fuest uneingeschränkt zu“. Weiter wirft der SPD-Politiker der aktuellen Bundesregierung unter Angela Merkel vor, mit Lockerungen „bestimmte kritische Wähler bei Laune“ halten zu wollen.

Das gehe Lauterbach zufolge allerdings zu Lasten von Familien und Kindern und den chronisch Kranken, die Wochen vor der Impfung sehr schwer krank werden können. Damit untermauert der Politiker nochmals seine Meinung, Kontrolle in das aktuelle Corona-Geschehen bringen zu müssen.

Corona in Deutschland: Lauterbach warnt vor hohen Inzidenzen und äußert drei Forderungen

+++ 17.01 Uhr: Karl Lauterbach legt bei seinen Forderungen nach Ausgangssperren weiter nach: „Die Wahrheit ist, wir müssen erst einmal wirklich Kontrolle in das Geschehen hineinbringen. Wir brauchen etwas, was das exponentielle Wachstum jetzt hemmt, und das ist mit Lockerungen nicht zu machen“.

Tests alleine seien nicht ausreichend, um das Corona-Infektionsgeschehen in den zu bekommen, so der Gesundheitsexperte im WDR. Würde man alles so weiterlaufen lassen, würden die Inzidenzen in wenigen Wochen über 200 steigen. Daher plädiert der SPD-Politiker für eine Homeoffice-Pflicht, regelmäßige Tests in Betrieben und befristete Ausgangssperren am Abend.

Bewegungsdaten von Handys würden zeigen, dass sich viele Menschen abends nach wie vor privat träfen. Dies sei zwar verständlich, so Lauterbach, allerdings müsse dies aber eine Zeit lang begrenzt werden.

Corona-Fallzahlen steigen: Karl Lauterbach fordert Ausgangssperren

Update vom Montag, 29.03.2021, 11.21 Uhr: Während die Corona-Infektionen in Deutschland weiter steigen, gehen die Todeszahlen dank der Impfkampagnen langsam zurück. Bisher sind in Deutschland circa 76.000 Menschen in Verbindung mit dem Coronavirus gestorben, Karl Lauterbach befürchtet jedoch höhere Zahlen und sagt dem Tagesspiegel, dass man „deutlich unter 100.000 Toten“ bleiben müsse.

Daher seien schnellere Erstimpfungen, eine Testpflicht für Unternehmen und Ausgangsbeschränkungen dringend nötig. „Sonst schaffen wir das nicht“, so der SPD-Gesundheitsexperte. Nachdem die „Osterruhe“ von Kanzlerin Merkel gekippt wurde, fordert Lauterbach zudem die schnelle Einberufung eines neuen Corona-Gipfels. Dort soll dann eine Ausgangssperre beschlossen werden, etwa zwischen 20 und 6 Uhr, bundesweit und für mindestens zwei Wochen.

Corona in Deutschland: Lauterbach hält nichts von Modellprojekten

Update vom Samstag, 27.03.2021, 10.48 Uhr: Karl Lauterbach (SPD) erweitert seine Forderungen nach einem neuen Corona-Gipfel und Ausgangsbeschränkungen - nun sollen auch die Modellprojekte mit Lockerungen in Kombinationen mit Corona-Tests gestoppt werden. Diese sollen nach Ostern starten. Dem Tagesspiegel sagte er, dass es weder Öffnungen noch Modellprojekte geben solle. „Wir brauchen jetzt nicht Jugend forscht, also auch kein Tübingen überall“, spezifizierte er im Interview.

Die Entscheidungen des Saarlands bezeichnete der Politiker als „unsolidarisch“. Dort sollen die Corona-Maßnahmen bald gelockert werden. Das Bundesland habe als Grenzregion zusätzliche Impfdosen bekommen und würde durch die Öffnungen „die gesamte Botschaft kaputt machen“, sagte Lauterbach.

Um die Ausbreitung des Coronavirus Sars-Cov-2 und weitere Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19 zu verhindern, müssten die Kontakte jetzt reduziert werden. „Es ist eine illusorische Idee, dass wir lockern und trotzdem gehen die Fallzahlen runter.“ Diese Einstellung sei „abwegig“ und werde nicht funktionieren.

Karl Lauterbach fordert neuen Corona-Gipfel: „Ohne scharfen Lockdown geht es nicht“ 

Update vom Samstag, 27.03.2021, 16.54 Uhr: SPD-Politiker Karl Lauterbach fordert angesichts der stark steigenden Neuinfektionen zeitnah einen neuen Corona-Gipfel. „Wir müssen rasch nochmal neu verhandeln“, sagte Lauterbach dem Tagesspiegel. „Ohne einen scharfen Lockdown wird es nicht gehen“, betonte er und verteidigte seine Forderung nach bundesweiten Ausgangssperren. „Ausgangsbeschränkungen ab 20 Uhr für zwei Wochen würden wirken - wir haben es in Frankreich, Großbritannien und Portugal gesehen.“

Im politischen Berlin werde zu wenig über die Gefahren gesprochen, kritisierte Lauterbach. „Es wird viel zu wenig über die Stärke der dritten Welle gesprochen, welche Altersgruppen das betrifft und wie gefährlich die Mutationen für die mittleren Altersgruppen sind.“

Aktuell gebe es etwa alle 2,5 Wochen eine Verdopplung der Corona-Neuinfektionen, schreibt Lauterbach auf Twitter. „Das bedeutet, dass wir Ende April 80.000 Fälle am Tag hätten. Natürlich werden wir vorher gegensteuern mit hartem Lockdown. Aber wir zögern zu lange. Zu viele vermeidbare Einzelschicksale“, twittert der Gesundheitsexperte.

Karl Lauterbach fordert härteren Lockdown: B.1.1.7-Welle unterscheidet sich drastisch von zweiter Welle

Update vom Mittwoch, 24.03.2021, 12.17 Uhr: Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat sich zu den aktuellen Corona-Beschlüssen der Bund-Länder-Konferenz geäußert. Er halte den Oster-Lockdown zwar für dringend nötig, hätte sich jedoch noch härtere Beschränkungen, beispielsweise eine Ausgangssperre gewünscht. „Wir brauchen nochmal einen Lockdown, um das Tempo aus dieser B.1.1.7-Mutante rauszuholen. Das haben alle anderen auch nicht anders geschafft. Es gibt keinen dritten Weg.“ sagte der SPD-Politiker am Mittwoch (24.03.2021) im WDR.

Es sei zudem wissenschaftlich belegt, dass gegen eine dritte Corona-Welle mit der gefährlichen britischen Variante nur Lockdowns mit Ausgangssperre funktionierten, merkt Lauterbach an. „Daher hätte ich das sogar vorübergehend gemacht, bis wir die Tests überall in den Betrieben und in den Schulen verteilt haben und dort dann testen können, dann wäre die Ausgangssperre nicht mehr nötig gewesen.“

Beim Testen komme es laut dem SPD-Gesundheitsexperten darauf an, dass dies systematisch in den Betrieben und Schulen erfolge: „Schulöffnungen ohne Schnelltests heizen 3. Welle an. In Betrieben werden sich viele infizieren, weil B117 viel ansteckender ist. Der Laie denkt daran, dass es im Betrieb auch in 2. Welle ganz gut lief. Er übersieht aber, dass ihn B117 viel schneller erwischt schwerer trifft“, schreibt Lauterbach auf Twitter.

Karl Lauterbach in der Kritik: Facebook-User rief zum Mord des Bundestagsabgeordneten auf

Erstmeldung vom Dienstag, 23.03.2021, 15.23 Uhr: Kassel - Spätestens seitdem die Corona-Pandemie auch in Deutschland im vergangenen Jahr erste Opfer forderte und den Alltag in der ganzen Republik veränderte, ist Karl Lauterbach den meisten Menschen ein Begriff. Neben seiner beratenden Funktion in Sachen Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus, ist der Gesundheitsökonom auch in diversen Fernsehsendungen zu sehen.

Dort gerät der SPD-Politiker häufiger in die Kritik, da er des Öfteren schärfere Regeln und Maßnahmen fordert. Im Internet gehen gewisse Äußerungen jedoch weit über legitime Kritik hinaus: Ein Facebook-User hat zuletzt öffentlich zum Mord des 58-Jährigen aufgerufen. Den Vorfall machte Karl Lauterbach selbst am Wochenende publik - und bezeichnete den Vorfall als „unglaublich“.

Video: Ausgangssperre in Deutschland - Für Karl Lauterbach ist sie nicht zwingend nötig?

Corona: Karl Lauterbach fordert Lockdown, darauf folgt ein Mordaufruf auf Facebook

In den Medien wird die Meinung von Karl Lauterbach oft aufgegriffen. So wurde ein Artikel der Nachrichtenplattform Focus Online von einer Facebook-Gruppe mit dem Namen „Für unsere Heimat“ gepostet, samt dem Kommentar „Kurzer harter Lockdown von drei bis vier Wochen! Das ist eine bodenlose Frechheit“. In dem Artikel ging es um die Forderung des SPD-Politikers, einen erneuten Lockdown zu veranlassen.

Unter dem Facebook-Beitrag lassen sich reichlich hasserfüllte Kommentare finden. Von „Weg gesperrt gehört er“ bis hin zu Morddrohungen wie „Ideal wäre, wenn man dieses Arschloch nullkommaplötzlich erschießen würde“. Der Twitter-Account „Dieinsider“ hatte auf der Kurznachrichtenplattform auf die Drohung aufmerksam gemacht und die Screenshots nach eigenen Angaben „der zuständigen Behörde“ übergeben, so merkur.de.

Mordaufruf gegen Corona-Experte Karl Lauterbach: Christian Lindner äußert sich

Karl Lauterbach zeigt sich über die Aussage entsetzt und fordert bei Twitter dazu auf, gegen Menschen, die Wissenschaftler und Politiker „mundtot“ machen wollen, zusammenzuhalten. Unter seinem Tweet bekommt der Gesundheitsexperte eine Menge Zuspruch. Zudem fragen sich viele Kommentatoren, ob der Täter für seine Aussage belangt werden kann. Der Twitter-Account „Dieinsider“ verwies daraufhin auf eine Prüfung des Sachverhalts durch die Staatsanwaltschaft. Ob der Fall weiterverfolgt wird, ist bislang jedoch unklar.

Auch FDP-Bundesvorsitzender Christian Lindner äußerte bei Twitter seine Solidarität: „Einschüchterung oder gar Gewalt haben in unserer Demokratie nichts verloren. Ich teile nicht jede Meinung mit Karl Lauterbach und streite gerne mit ihm, aber in dieser Frage hat er meine volle Solidarität“. (Nail Akkoyun, Helena Gries und Jennifer Greve)

Aktuelle Informationen zur Corona-Lage in Deutschland gibt es in unserem News-Ticker.

Rubriklistenbild: © Kay Nietfeld/dpa

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