Das Netz schäumt

Corona-Streit eskaliert: Lauterbach stinksauer auf Kubicki wegen „Spacken“-Spruch

Seit der Corona-Krise geraten SPD-Politiker Karl Lauterbach und FDP-Vize Wolfgang Kubicki immer wieder aneinander. Nun ist der Streit eskaliert.

Berlin - SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat in der Corona-Pandemie immer wieder vor vermeintlichen Fehlentwicklungen gewarnt. Mit Blick auf die kommenden Wochen sagte der Bundestagsabgeordnete zuletzt: „Der Herbst wird noch einmal schwierig“. Lauterbach rechnete vor einigen Tagen mit vielen Corona-Neuinfektionen.

Einer seiner größten Gegensprecher seit der Corona-Krise ist FDP-Vize Wolfgang Kubicki. Seit Monaten liegen die beiden Politiker im Clinch. Doch nun ist der Streit eskaliert – wegen des Wortes „Spacken“. Das ist norddeutsch und bedeutet: eine Person, die nichts draufhat – ein Verlierer.

Kubicki äußert Spruch während Bild-Interview – Lauterbach reagiert auf Twitter

Der Spruch fiel in einem Bild-Interview. Auf Lauterbach angesprochen sagte Kubicki: In der Dorfkneipe von Strande würden die Leute „nicht positiv“ auf den Namen Lauterbach reagieren. „Also man würde im Norden sagen: Spacken oder Dumpfbacke“.

Nach „Spacken“-Spruch: Karl Lauterbach ist stinksauer auf Wolfgang Kubicki (Montage).

In dem Interview kurz vor der Bundestagswahl 2021 stellte der Liberale auch klar, dass er Lauterbach schätze. Er sei „einer der wenigen, mit denen man leidenschaftlich diskutieren kann“. Doch das Kompliment nützt Kubicki offenbar nichts. Der Sozialdemokrat ist stinksauer. Auf Twitter schrieb Lauterbach: „Für den Vizepräsidenten des Deutschen Bundestags eine unwürdige Einlassung. Ich wüsste auch, was über Herrn Kubicki gesagt wird. Aber ich erreiche noch mediale Präsenz, ohne dass ich Kollegen beleidige“.

Tausende Menschen springen Lauterbach zur Seite – Kubicki reagiert auf Facebook

Auch das Netz schäumt: Tausende Menschen solidarisieren sich mit Lauterbach - und Kubicki reagiert. Auf Facebook schrieb der FDP-Politiker: Er nehme „mit Interesse und Verwunderung wahr“, dass seine Aussage „aus dem Zusammenhang gerissen und in den sozialen Netzwerken gegen mich verwendet“ werde. „Dabei habe ich nur zum Ausdruck gebracht, dass Herr Lauterbach in meiner Stammkneipe durchaus kritisch gesehen wird - was ihn sicher nicht verwundert“, so Kubicki weiter.

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Zuletzt hatte Lauterbach die Union für ihre Methoden im Wahlkampf kritisiert – und offen für eine Koalition mit den Grünen geworben. „Eine rot-grüne Koalition käme nicht nur am einfachsten zusammen. Sie brächte auch die modernste Regierung für soziale Gerechtigkeit und gegen die Klimakatastrophe auf die Beine“, so Lauterbach. (Jan Wendt)

Rubriklistenbild: © Bernd von Jutrczenka/dpa

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