SPD-Gesundheitsexperte

Lauterbach begrüßt neue Beschlüsse zur Corona-Impfung - und dämpft Hoffnungen

Karl Lauterbach lobt die Beschlüsse zur Corona-Impfung für über 12-Jährige und baldigen Auffrischungsimpfungen. Er spricht aber auch eine Warnung aus.

Kassel - SPD-Gesundheitsexperte und Epidemiologe Karl Lauterbach begrüßt die Beschlüsse der Gesundheitsminister zur Corona-Impfung von Kindern bis zwölf Jahren und baldige Auffrischungsimpfungen für Risikogruppen. Jedoch dämpft er auch die Hoffnung auf eine Herdenimmunität.

„Ich bin froh über beide Beschlüsse, denn sie sind sehr wichtig“, sagte der Politiker gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Die Impfungen für über 12-Jährige würden den Unterricht absichern und den Schutz deutlich verbessern. Eine Drittimpfung würde zudem die Gefahr eines schweren Krankheitsverlaufs bei Personen aus der Risikogruppe verringern.

„Die Beschlüsse wären noch wertvoller gewesen, wenn sie früher gekommen wären“, merkte Lauterbach an. Für Personen, die nicht gegen Corona geimpft sind, könnte es bereits ab Herbst Einschränkungen geben.

Corona-Impfungen: Karl Lauterbach lobt Beschlüsse der Gesundheitsminister

Es sei allerhöchste Zeit für die Entscheidungen der Gesundheitsminister gewesen, da der Anteil der Delta-Variante immer weiter ansteigt und die Sommerferien sich in den meisten Bundesländern langsam dem Ende neigen. In Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein hat der Unterricht bereits am Montag, dem 2. August, wieder begonnen.

„Ich rechne damit, dass die Zahl der geimpften Jugendlichen schnell stark ansteigen wird.“

Karl Lauterbach, SPD-Gesundheitsexperte

Die hohen Temperaturen seien allerdings in der Eindämmung des Virus weiterhin erfolgversprechend. „Jetzt im Sommer werden wir viele Corona-Ausbrüche in den Schulen vor allem durch konsequentes Lüften verhindern können“, so Lauterbach. Er hoffe, dass der Effekt der Impfungen in einigen Wochen spürbar sei. Außerdem rechne er damit, dass die Zahl der geimpften Jugendlichen bald rasant ansteigen wird. Dadurch seien große Quarantänefälle durch Infektionen in der Schule vermeidbar.

Karl Lauterbach kritisiert dritte Corona-Impfung für Risikogruppe - „Ich hatte mir mehr erhofft

Trotz allem geht Karl Lauterbach nicht von einer Herdenimmunität unter Schülerinnen und Schülern aus. Dafür sei die Impfbereitschaft noch zu gering. Aktuellen Schätzungen zufolge läge diese bei 60 Prozent der über 12-Jährigen. Jedoch würden sich die Corona-Impfungen spätestens dann in den Klassen herumsprechen, wenn es zu Corona-Ausbrüchen kommen sollte. „Ich könnte mir vorstellen, dass sich Jugendliche impfen lassen, um die Quarantäne zu vermeiden“, sagte der SPD-Gesundheitsexperte. Er glaube zudem, dass dies auch sämtliche Eltern von einer Schutzimpfung überzeugen könnte.

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach lobt die Beschlüsse der Gesundheitsminister zu Kinder-Impfungen und Corona-Auffrischungsimpfungen. Mit einer baldigen Herdenimmunität rechne er aber nicht.

Ab September können laut den Beschlüssen dann Risikopatientinnen - und patienten eine dritte Impfung zur Auffrischung erhalten. Karl Lauterbach begrüßt zwar diese Entscheidung, habe sich allerdings laut eigener Aussage „mehr erhofft“.

„Bei den Auffrischungsimpfungen hatte ich mir gewünscht, dass nicht nur Risikogruppen eine dritte Impfdosis erhalten“, sagte der Politiker. Er rechne aber fest damit, dass auch weitere Geimpfte anderer Personengruppen schon bald ein drittes Impfangebot erhalten werden. Dies sei wichtig, um die Menschen vor Impfgegnern zu schützen. Wann diese jedoch möglich sein könnten, könne er noch nicht abschätzen. (Alina Schröder)

Rubriklistenbild: © Frederic Kern/Imago

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.