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Lauterbach über Corona-Impfquote: 90 Prozent „reicht nicht mehr“

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Von: Nail Akkoyun

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Im ARD-Talk „Anne Will“ spricht der neue Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach über die Corona-Impfpflicht und die Booster-Impfungen.

Berlin/Kassel – Obwohl mit Karl Lauterbach und Katrin Göring-Eckardt gleich zwei Mitglieder der seit vergangenem Mittwoch (08.12.2021) regierenden Ampel-Koalition im ARD-Talk „Anne Will“ zu Gast waren, war nicht etwa der Koalitionsvertrag das dominierende Thema, sondern mal wieder die Corona-Pandemie. Daran änderte auch Norbert Röttgen nichts, der derzeit für den CDU-Vorsitz kandidiert und ebenfalls als Gast geladen war.

Während es schnell um die mögliche Covid-19-Impfpflicht ging, stellte Welt-Chefredakteurin Dagmar Rosenfeld die Frage, ob man denn wirklich alles getan hätte, um die Menschen zum Impfen zu bewegen. „Noch nicht vollständig“, sagte Karl Lauterbach, verwies aber auch direkt auf die neue Corona-Mutante: „Mit der neuen Omikron-Variante reicht eine Impfquote von 90 Prozent nicht mehr, weil der Impfstoff nicht zu hundert Prozent dagegen wirkt“, so der neue Bundesgesundheitsminister.

ARD-Talk „Anne Will“: Karl Lauterbach sieht Corona-Impfpflicht als „absolut notwendig“ an

Booster-Impfungen seien daher die Lösung, zumindest bis ein angepasstes Vakzin verfügbar sei. Bis dahin versuche man, „die Delta-Welle zu brechen und uns mit Booster-Impfungen zu schützen“. Aktuellen Studien zufolge sind Menschen, die eine Booster-Impfung erhielten, deutlich besser gegen die Omikron-Variante geschützt als zuvor gedacht.

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) war im ARD-Talk „Anne Will“ zu Gast.
Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) war im ARD-Talk „Anne Will“ zu Gast. © Jürgen Heinrich/Imago

Entsprechend angepasste Impfstoffe werde es erst „im April oder Mai“ geben, sagte Karl Lauterbach, weswegen eine Impfpflicht jetzt der richtige Schritt wäre. Immerhin gebe es viele Menschen, die noch nicht ein einziges Mal geimpft seien. Ob eine vierte Impfung trotz des Boosters dann überhaupt nötig sein wird, konnte der Sozialdemokrat jedoch nicht beantworten. Dazu gebe es noch keine Studien.

„Die ist absolut notwendig“, antwortete der Gesundheitsminister allerdings deutlich auf die Frage, ob eine Impfpflicht kommen müsse. Dabei gehe es nicht nur um Pflegerinnen und Pfleger, sondern beispielsweise auch um Küchenhilfen. Ungeimpfte würden das Virus in sämtliche Einrichtungen einschleppen und viele Menschen gefährden. Menschen, die „sich darauf verlassen können, dass wir keine todbringenden Viren in die Einrichtungen tragen“. Eine einrichtungsbezogene Impfpflicht hätte bereits „viel früher beschlossen werden sollen“, sagte Lauterbach.

Corona-Pläne von Karl Lauterbach: Testpflicht bei 2G-Plus-Regelung soll nicht für Geboosterte gelten

Moderatorin Anne Will wollte zudem von Bundestagsvizepräsidentin Göring-Eckardt wissen, ob es ein Fehler gewesen sei, dass man die allgemeine Impfpflicht über lange Zeit ausgeschlossen habe. Die Grünen-Politikerin argumentierte daraufhin, dass es nun viel aggressivere Corona-Varianten gebe. Es müsse aber gründlich überlegt werden, wie man eine Impfpflicht umsetzen könne. Dennoch zeigte sie sich optimistisch: „Es ist vielen Leuten klar geworden: Wenn ich am Leben teilhaben will, muss ich mich impfen lassen.“

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Abschließend erklärte Karl Lauterbach, dass geboosterte Menschen künftig von der Testpflicht bei 2G-Plus-Veranstaltungen befreit werden sollen – zumindest vorerst. Dafür wolle er sich einsetzen, da diese Maßnahme medizinisch nicht sinnvoll sei. (Nail Akkoyun)

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