Corona-Pandemie

Kein Karneval 2022? Lauterbach verärgert Jecken

Karneval unter Corona-Bedingungen oder eine Verschiebung der Festlichkeiten - Lauterbach spricht sich für letzteres aus. (Symbolbild)
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Karneval unter Corona-Bedingungen oder eine Verschiebung der Festlichkeiten - Lauterbach spricht sich für letzteres aus. (Symbolbild)

Mit seinen Aussagen zu Karneval trifft Karl Lauterbach derzeit auf wenig Verständnis. Karnevalisten fordern, er solle seinen „Talkshow-Modus“ verlassen.

Kassel - „Was wir brauchen, sind keine weiteren moralischen Appelle, sondern eine klare Haltung“, forderte Christoph Kuckelkorn, der Präsident des Festkomitees Kölner Karneval. Dies schrieb er in einem Offenen Brief an Deutschland Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD). Dabei geht es um das Thema Karneval in der Corona-Pandemie.

Darüber hinaus würde Lauterbach mit einer klaren Haltung seine „Unterstützung für die Vereine, Künstler, Saalbetreiber und andere Dienstleister [zeigen], denen andernfalls durch freiwillige Absagen die Pleite droht“, sagte Kuckelkorn. Er betonte, dass es sich bei Karnevalisten keineswegs um „unbelehrbare Corona-Leugner“ handele, wie Lauterbach sie offenbar einschätze.

Lauterbach will Karneval in den Sommer verschieben

Die Kritik fußt auf einem Interview des WDRs mit dem Bundesgesundheitsminister. Lauterbach hatte davon gesprochen, dass er eine normale Karnevalssaison für unwahrscheinlich halte - dann äußerte er einen kuriosen Vorschlag: Man könne die Feierlichkeiten in den Sommer verschieben. Grund für einen solchen Vorschlag ist die Entwicklung der Corona-Fallzahlen in Deutschland.

PersonKarl Wilhelm Lauterbach
ParteiSPD
Geburtsdatum /-ort21. Februar 1963, Düren (Deutschland)
PostenBundesgesundheitsminister (seit 12.2021)

Lauterbach konkretisierte: „Was ist das für ein Karneval, wo man versucht, fröhlich zu sein, wo es aber immer mit dem Risiko einhergeht, dass man sich selbst oder andere infiziert und dann möglicherweise mit einer schweren Krankheit rechnen muss?“ Vor allem die neue Corona-Variante Omikron sei ein Problem.

Kuckelkorn nahm diesen Vorschlag eher schlecht auf und schrieb: „Es ist schade, wie wenig Sie als Rheinländer über den Karneval wissen. Sonst würden Sie sich nicht öffentlich eine Verlegung der Karnevalsaktivitäten in den Sommer wünschen.“

Im Video: NRW verbietet große Karnevalssitzungen wegen Corona-Pandemie

Karneval mehr als „wilde Partys“ - Kuckelkorn läd Lauterbach zum Gespräch ein

Der Präsident des Festkomitees Kölner Karneval betonte, dass es um mehr gehe als „wilde Partys und zügellosen Alkoholkonsum“. Vielmehr sei es so, dass Karneval ebenso ein Fest im Jahresablauf sei wie Weihnachten oder Ostern.

„Niemand würde ernsthaft fordern, alle weihnachtlichen Feiern vom Weihnachtsmarkt über die Christmette bis zu den Treffen im Familienkreis auf den Sommer zu verlegen - selbst in Pandemiezeiten nicht“, schrieb Kuckelkorn. So gibt es für Weihnachten und Silvester zwar verschärfte Corona-Regeln - eine generelle Absage äußerte die Regierung aber nicht.

Kuckelkorn verwies darauf, wie verantwortungsbewusst 2021 mit dem Thema umgegangen wurde: auf Video-Grußbotschaften, virtuelle Sitzungen und andere kreative Lösungen. Darüber hinaus habe man 2G zur Pflicht gemacht, noch bevor staatliche Stellen dies vorgeschrieben hätten. Auch hätten die Karnevalisten bereits im Sommer erste Impfaktionen gestartet. Kuckelhorn lud Lauterbach zu einem Gespräch ins Kölner Karnevalsmuseum ein. (jey/dpa)

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