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Corona-Genesenenstatus: Lauterbach gesteht „Kommunikationsfehlleistung“

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Karl Lauterbach geriet bei Maybrit Illner unter Beschuss.
Karl Lauterbach geriet bei Maybrit Illner unter Beschuss. © Svea Pietschmann/dpa

Die Verkürzung des Corona-Genesenenstatus kam überraschend. Bei Maybrit Illner (ZDF) rechtfertigte Karl Lauterbach die Entscheidung mit einem kuriosen Argument.

Kassel – In der ZDF-Talkshow von Maybrit Illner am Donnerstag (27.01.2022) geriet Gesundheitsminister Lauterbach vor allem wegen mangelnder Corona-Testkapazitäten und dem geänderten Genesenen- und Impfstatus unter Beschuss.

Maybritt Illner verwies zu Beginn der Talkshow auf den großen Unterschied der Teststrategien zwischen Deutschland und Österreich. Demnach würde Wien mehr PCR-Tests in einer Woche durchführen als Deutschland insgesamt. Dabei werden laut Welt.de mehrere Tests zusammen auf Covid-19 untersucht. Bei einem positiven Ergebnis werden dann einzelne Proben erneut untersucht.

Lauterbach in ZDF-Show von Maybritt Illner wegen Genesenenstatus unter Beschuss

Lauterbach erklärte in diesem Zusammenhang, dass er vor eineinhalb Jahren dieses Verfahren zusammen mit Wissenschaftlern vorgeschlagen. „Damals haben wir uns aber für den Antigen-Test stattdessen entschieden“. Lauterbach wies jedoch auch darauf hin, dass mit Antigen-Tests zwar Erkrankte übersehen werden könnten. Dies passiere allerdings meistens dann, wenn die Getesteten nicht hochinfektiös seien.

Im weiteren Verlauf der ZDF-Show sprach Illner zudem noch ein anderes Corona-Thema an: „Eine große Aufregung gab es auch um die Genesenen und die Johnson-Geimpften“, sagte Maybrit Illner. „Die müssen jetzt auch ganz viel getestet werden, weil die ganz plötzlich aus ihrem Status herausgefallen sind. Hat Sie das RKI da überrascht?“

ZDF-Show von Maybritt Illner: Lauterbach mit kuriosem Argument

Laut Welt.de stellte Lauterbach klar, dass eigentlich „sehr intensiv daran gearbeitet wurde, wie wir die Regeln für Quarantäne für Kontaktpersonen und für Isolation für Infizierte ändern“. Dazu sei parallel auch eine Diskussion gelaufen über die Frage: „Für wie lange gilt jemand allgemein als genesen?“ Jedoch sei diese Diskussion nach Angaben von Lauterbach noch nicht abgeschlossen gewesen.

„Das ist eine Kommunikationsfehlleistung gewesen“, gab Lauterbach zu. Nach Angaben von Illner haben sich Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) „persönlich hintergangen“ gefühlt, Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) erklärte hingegen, dass Lauterbach die Wissenschaft instrumentalisiert habe.

Lauterbach: Entscheidung zu Änderung des Genesenen-Status kam früher als geplant

Lauterbach wehrte sich laut Welt.de gegen diesen Vorwurf: „Das habe ich sowieso nicht“. „Ich finde den Beschluss sehr richtig, und von daher habe ich die Wissenschaft einfach nur bestätigt. Ich habe auch keinen politischen Einfluss auf den Beschluss genommen.“ Die Entscheidung sei „ein oder zwei oder drei Tage früher auf die Seite des Robert-Koch-Instituts gekommen, als ich mir gewünscht hätte“. (Luisa Ebbrecht)

Zuletzt geriet Gesundheitsminister Karl Lauterbach im Kampf gegen die Corona-Pandemie zunehmend unter Druck. Mehrere Politiker üben inzwischen deutliche Kritik.

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