Situation spitzt sich zu

„Wenn 10 Apokalypse ist, stehen wir bei 9“ – Söder mit deutlicher Corona-Warnung

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder spricht angesichts der Corona-Lage in Deutschland von einer kurz bevorstehenden „Apokalypse“. (Archivbild)
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Bayerns Ministerpräsident Markus Söder spricht angesichts der Corona-Lage in Deutschland von einer kurz bevorstehenden „Apokalypse“. (Archivbild)

Die Corona-Lage in Deutschland ist ernst. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder findet harte Worte über Impfpflicht und Pandemie-Maßnahmen.

München/Kassel – Die vierte Corona-Welle ist mit voller Wucht über Deutschland hereingebrochen. Nahezu täglich meldet das RKI neue Höchststände bei den Fallzahlen zur Ausbreitung des Coronavirus. Die Inzidenz ist bundesweit so hoch, wie noch nie zuvor.

Für die letzten, die an der Brisanz der aktuellen Corona*-Lage zweifeln, wählt Bayerns Ministerpräsident Markus Söder jetzt harte Worte.

Corona-Lage in Deutschland auf dramatischem Niveau: Söder spricht von nahender „Apokalypse“

„Wenn 10 die Apokalypse ist, sind wir bei 9. Denn wir merken, wie die Krankenhäuser volllaufen. Das ist zum Teil eine schwierigere Situation als wir in den anderen Wellen hatten“, warnt Söder im Interview mit Bild Live. Ein ernstes Problem sei der Mangel an Pflegekräften. Viele hätten sich aus Wut und Ärger von ihrem Beruf abgewandt. Wütend seien diese nicht nur aufgrund der Bezahlung, sondern auch deshalb, weil so viele Ungeimpfte auf den Intensivstationen lägen. Diese hätten sich zuvor selbst durch eine Impfung schützen können.

„Wenn wir, so wie andere Länder – wie Spanien oder Portugal –, ganz stark geimpft hätten, dann hätten wir diese Situation in den Krankenhäusern nicht“, sagt Markus Söder. Der bayerische Ministerpräsident betont auch, dass die Politik nichts dafür könne, wenn sich viele nicht gegen Corona impfen ließen.

Dramatische Corona-Situation: Söder kritisiert FDP und fordert härtere Maßnahmen

Auch im Morgenmagazin des ZDF war der bayerische Ministerpräsident zu Gast. Er kritisierte das Vorgehen der Ampel-Parteien. Am Donnerstag (18.11.2021) soll im Bundestag die Neufassung des Infektionsschutzgesetzes beschlossen werden. Die nächste Ministerpräsidentenkonferenz soll erst am selbigen Nachmittag stattfinden. Die Länder müssten nun hören, was verabschiedet werde, kritisierte Söder. „Ich hätte ein gemeinsames Vorgehen besser gefunden.“

Auch in den Koalitionsverhandlungen sei der Streit um die Maßnahmen spürbar. „Da gibt es den einen Teil, der sich mit Händen und Füßen gegen verschärfte Maßnahmen wehrt – das ist die FDP“, erklärt Söder. Währenddessen versuchten die anderen, Lösungen zu finden. „Dieser Streit bringt uns allen ja nichts“, betont er.

Söder forderte verschärfte Maßnahmen gegen das Coronavirus in Deutschland. „Was wir brauchen, ist 2G flächendeckend in Deutschland“, sagte er. Außerdem brauche es eine Empfehlung für eine Booster-Impfung ab dem fünften Monat, eine Corona-Impfpflicht für bestimmte Berufsgruppen*, Kontaktbeschränkungen für Ungeimpfte sowie mehr Maskenpflicht im Unterricht und im öffentlichen Nahverkehr. Kontrollen einer 3G-Regel seien schwierig, daher müsse dort die FFP2-Maske Pflicht werden. (slo) *hna.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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