Virus-Pandemie

Spahn und RKI: Corona-Mutanten zu gefährlich für Lockerungen

RKI-Präsident Lothar Wieler und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn informieren live zur Corona-Lage.
+
RKI-Präsident Lothar Wieler und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn informieren live zur Corona-Lage.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn und RKI-Chef Lothar Wieler sprechen in ihrer Corona-Pressekonferenz über Impf-Vordrängler, Impfungen für Lehrkräfte und wann Hausärzte zum Zug kommen.

  • Bundesgesundheitsminister Jens Spahn und RKI-Chef Lothar Wieler informieren über aktuelle Corona-Lage.
  • Sanktionen gegen Impf-Vordrängler sollen geprüft werden.
  • Corona-Mutanten machen der Bundesregierung Sorgen.

>>> Ticker aktualisieren <<<

+++ 11:28 Uhr: In der Bundespressekonferenz hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn trotz erster Entspannung in der Corona-Krise um Verständnis für weiter nötige Beschränkungen geworben. „Die Infektionszahlen sinken, auch ermutigend stark“, sagte der CDU-Politiker. Dies sei aber noch nicht stark genug für umfassende Lockerungen. Dafür sei das Infektionsgeschehen weiter zu hoch, und ansteckendere Virusmutationen seien zu gefährlich. „Besser jetzt noch eine Weile durchhalten, als Rückschläge zu riskieren“, mahnte Spahn. Darauf zielten auch die Beschlüsse von Bund und Ländern für einen längeren Lockdown bis vorerst 7. März.

Spahn kündigte an, mit Blick auf anstehende Schulöffnungen zu prüfen, ob Kita-Personal und Grundschul-Lehrkräfte früher geimpft werden können. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsident:innen hatten angeregt, sie aus der dritten in die zweite Prioritätsgruppe für Impfungen vorzuziehen. Spahn betonte, dass in jedem Fall zuerst die laufenden Impfungen in der ersten Prioritätsgruppe abgeschlossen werden sollten - dazu gehören Über-80-Jährige, Personal und Bewohner in Pflegeheimen. Auch bei einer Änderung zugunsten von Erzieherinnen und Lehrkräften könnten diese aber erst im Frühjahr an die Reihe kommen.

RKI-Chef Wieler: „Die Corona-Maßnahmen wirken“

Auch der Präsident des Robert-Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler, sieht Deutschland in der Corona-Pandemie „alles in allem auf einem guten Weg“. Auch auf vielen Intensivstationen „stabilisiert sich die Situation“, wenngleich sie weiterhin „angespannt“ sei. „Die Corona-Maßnahmen wirken“, hob Wieler hervor.

+++ 11:19 Uhr: Damit endet diese Pressekonferenz zur aktuellen Corona-Lage in Deutschland.

+++ 11:16 Uhr: Grenzkontrollen will Spahn nicht ausschließen. „Wir gehen aber sehr vorsichtig damit um“, sagt Spahn mit Blick auf diese Maßnahme, die aktuell etwa in Bayern und Baden-Württemberg diskutiert wird.

Hausärzte sollen in Corona-Impfungen einbezogen werden - schon im Frühjahr?

+++ 11:11 Uhr: Der Bundesgesundheitsminister äußerst sich nun zu der Frage, ab wann Hausärzte in die Corona-Impfungen einsteigen können. Aktuell seien 200.000 - 250.000 Impfungen pro Tag möglich. Wenn mehr Impfstoff da wäre, „dann kommt der Zeitpunkt, wo wir die Arztpraxen auch miteinbeziehen“. Spahn nennt hierfür einen Zeitpunkt im Frühjahr.

+++ 11:05 Uhr: Spahn äußert sich auch zur Corona-Teststrategie. Im November seien PCR-Tests zurückgefahren worden. Die Wartezeit auf Testergebnisse sei zu groß geworden. „Wenn die Tests ausreichend gut sind, sind sie ein wichtiger Baustein“, sagt Spahn mit Blick auf die Selbsttests. Das Wort ausreichend ist ihm hier wichtig.

+++ 10:55 Uhr: Spahn wird nun angesprochen auf katholische Würdenträger und Andere, die sich bei der Corona-Impfung unrechtmäßig vorgedrängelt haben. „Alles ist besser als wegwerfen“ sagt Spahn zunächst mit Blick auf den schnell verderblichen Impfstoff. Der Bundestag solle bei Vordränglern prüfen, „ob Sanktionen Sinn machen können“.

Corona-Krise: Spahn äußert sich zu Impf-Priorisierungen

+++ 10:52 Uhr: Virologin Ciesek verneint eine Beteiligung an der No-Covid-Initiative: „Ich bin da nicht beteiligt“. Die Initiative strebt noch deutlich niedrigere Inzidenz-Grenzwerte von unter 10 an. Die Bunderegierung setzt aktuell auf 35.

+++ 10:46 Uhr: Spahn geht nun nochmal auf die Impf-Priorisierungen ein. Für ihn stehen weiterhin Menschen aus der Risikogruppe 1 ganz oben auf der Liste. Danach sei es möglich, auch Lehrer und Kita-Personal in den Blick zu nehmen

+++ 10:40 Uhr: Aktuell gebt es um Inzidenz-Zielwerte wie die politisch gesetzten Grenzwerte 50 und 35. Spahn erklärt, dass diese Werte definiert wurden und nun im Gesetz stehen, um ab diesen Grenzen notwendige Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie zu ergreifen.

Corona-Pandemie: Selbsttests sollen kommen

+++ 10:37 Uhr: Jetzt beginnt die Fragerunde. In Großbritannien sinken aktuell die Fallzahlen trotz Mutation. Woran das liegt, will eine Kollegin wissen. Wieler erklärt sich das mit Schulschließungen in England und mit einem verstärkten Lockdown in Dänemark. Diese Maßnahmen hätten Wirkung gezeigt.

+++ 10:31 Uhr: „Ja, wir möchten diese Tests möglich machen“, bekennt sich Spahn zu Selbsttests, die bei der Eindämmung der Pandemie helfen sollen. Zum Stand der Corona-Impfungen sagt Spahn: „Wir haben 3,8 Millionen Impfungen.“ Von Pflegeheimbewohner hätten über 50 Prozent bereits die zweite Impfung erhalten.

+++ 10:28 Uhr: Tschechien, Tirol und die Slowakei wurden zu Risikogebieten erklärt, um weine weitere Ausbreitung der gefährlichen Mutanten zu verhindern, so Spahn.

Corona-Krise: Spahn warnt vor verfrühter Öffnung

+++ 10:27 Uhr: „Wenn wir jetzt öffnen, verspielen wir den bisherigen Erfolg“, warnt Jens Spahn mit Blick auf die sinkenden Corona-Zahlen und die gefährlichen Corona-Mutanten.

+++ 10:25 Uhr: Inzwischen ist Minister Jens Spahn eingetroffen. „Dieser Winter ist hart“, eröffnet Spahn sein Statement. „Wir alle wollen gerne wieder unseren Alltag zurück. Das geht nicht. Das geht noch nicht.“

+++ 10:22 Uhr: Die Frankfurter Virologin Sandra Ciesek spricht nun über Corona-Schnelltests. Die Selbsttests ständen kurz vor der Zulassung. Einen Probe-Durchlauf mit Tests zum Selbsttesten habe es mit Lehrern gegeben.

Corona-Krise: Wieler mit eindringlichem Appell

+++ 10:20 Uhr: Erfreulicherweise gingen auch die Covid-Zahlen in Deutschland aktuell weiter zurück, so Wieler: „Alles in allem sind wir auf einem guten Weg.“ Sorgen machen allerdings die neuen Corona-Varianten. „Verhindern wir wo immer möglich Ansteckungen“, so Wielers Appell.

Update vom 12.02.2021, 10:15 Uhr: RKI-Präsident Lothar Wieler startet in dieser Pressekonferenz und äußert sich zunächst dazu, dass der Kampf gegen Corona auch positive Zahlen in Bezug auf andere Infektionskrankheiten hervorgebracht hat: Eine Grippewelle sei bisher ausgeblieben: „Das ist auch ein großartiger Erfolg!“

Neue Corona-Varianten: Spahn informiert über aktuelle Lage

Erstmeldung vom 12.02.2021, 10:01 Uhr: Berlin – Im Kampf gegen die sich ausbreitende südafrikanische Corona-Variante hat das österreichische Bundesland Tirol in der Nacht neue Ausreisebeschränkungen in Kraft gesetzt. Deutschland will ab Sonntag mit eigenen Maßnahmen auf die Ausbreitung der Corona-Varianten reagieren. Um 10.15 Uhr wollen Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und Lothar Wieler, Präsident des Robert Koch-Instituts, zusammen mit der Frankfurter Virologin Prof. Dr. Sandra Ciesek über die Corona-Lage informieren.

Zwar geben die sinkenden Corona-Infektionszahlen in Deutschland zuletzt Grund zur Hoffnung, doch die deutlich ansteckenderen Corona-Varianten bereiten der Bundesregierung Sorgen. Einer der Hauptgründe, warum der Lockdown in Deutschland erneut verlängert wurde.

Corona-Zahlen sinken, aber Mutante macht Bundesregierung Sorgen

Am Freitagmorgen meldete das RKI noch 9860 Corona-Neuinfektionen und 556 Todesfälle innerhalb eines Tages. Die bundesweite 7-Tage-Inzidenz ist auf einen Wert von 62,2 gesunken - vor einem Monat lag sie noch bei 155. Der neue Ziel-Inzidenzwert für Öffnungen liegt nun bei 35. Zuvor hatte die Bundesregierung einen Wert von 50 angegeben, über dem die Verfolgung von Kontakten Infizierter für die lokalen Gesundheitsämter nicht mehr zu stemmen wäre. Daher wurde der Lockdown bis zum 7. März verlängert.

Auf die Verlängerung einigte sich der jüngste Bund-Länder-Gipfel nicht zuletzt wegen der drohenden Gefahr einer Ausbreitung der Corona-Mutationen. In Tirol ist die südafrikanische Virus-Variante ausgebrochen und hat für eine Reisewarnung der österreichischen Regierung für ihr eigenes Bundesland gesorgt. Seit dem frühen Freitagmorgen gibt es Ausreisekontrollen an der Tiroler Grenze zu Bayern, aber auch zu den österreichischen Nachbar-Bundesländern. Eine Ausreise ist nur mit einem negativen Corona-Test möglich, der nicht älter als 48 Stunden sein darf. (Tobias Möllers)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.