Pandemie

Corona-Impfpflicht für bestimmte Berufsgruppen? Regionspräsident von Hannover wird deutlich

Der Regionspräsident von Hannover (Niedersachsen) befürwortet eine Corona-Impfpflicht für bestimmte Berufsgruppen wie Pflegekräfte./Intensivpfleger Rüdiger Piske nimmt auf der Intensivstation des Krankenhauses Bethel Berlin einer Corona-Patientin Blut ab.
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Der Regionspräsident von Hannover (Niedersachsen) befürwortet eine Corona-Impfpflicht für bestimmte Berufsgruppen wie Pflegekräfte.

Ein Ja zur Corona-Impfpflicht für Berufsgruppen wie Pflege- und Lehrkräfte gibt der Regionspräsident von Hannover. Die Entscheidung sei ein „Abwägungsprozess“.

Hannover - Der Regionspräsident von Hannover, Hauke Jagau (SPD), hat angesichts der Corona*-Pandemie und steigender Inzidenzen eine Impfpflicht für bestimmte Berufsgruppen vorgeschlagen. Auf diese Weise könnten besonders vulnerable Gruppen geschützt werden, „die sich selbst nicht impfen lassen können“. Diese vulnerablen Gruppen umfassen alte und kranke Menschen sowie Kinder unter zwölf Jahren, für die bisher kein Impfstoff zugelassen ist.

Die Impfpflicht sei denkbar vor allem für Pflegekräfte, die mit besonders gefährdeten Menschen zu tun hätten, aber auch etwa Bahnschaffner oder Kita-Betreuer und Lehrer. Das sagte der SPD-Politiker der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung am Freitag (13.08.2021).

Jagau: Corona-Einschränkungen in Krankenhäusern und Pflegeheimen in Niedersachsen „drastisch“

„Auf der anderen Seite ist die Wahrscheinlichkeit für einen schweren Verlauf von Covid-19 bei Kindern und Jugendlichen gering“, sagte Jagau. Die Entscheidung sei deshalb ein „Abwägungsprozess“. Man müsse sich die Informationen dazu „sehr genau angucken.“ Elternvertreter und Elternvertreterinnen sowie die Opposition in Niedersachsen kritisieren den fehlenden Corona-Schutz in vielen Schulen* und Klassenräumen: Das Kultusministerium verweist auf ein 20-Millionen-Euro-Förderungsprogramm.

Mit Blick auf die Pflegekräfte sprach der hannoversche Regionspräsident davon, dass die Beschränkungen der Besuchsmöglichkeiten in den Pflegeheimen und Krankenhäusern „die dramatischsten Einschränkungen in der Pandemie“ gewesen seien. Deshalb dürfe es diese Corona-Maßnahmen in Niedersachsen* nicht auf Dauer geben.

Video: Das ist die aktuelle Corona-Lage in Niedersachsen

Corona: Landesregierung Niedersachsen sieht „überhaupt keinen Anlass“ für Impfpflicht-Diskussionen

Die stellvertretende Regierungssprecherin Kathrin Riggert stellte klar, dass die Landesregierung von Niedersachsen derzeit „überhaupt keinen Anlass“ sehe, über eine Impfpflicht für bestimmte Berufsgruppen zu diskutieren. Grund sei die generell sehr hohe Impfquote unter anderem im Pflegebereich und bei Lehrkräften. Deutschland habe in dieser Hinsicht einen guten Start hingelegt, anders als andere Länder.

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Das Kultusministerium bestätigte Riggerts Einschätzung, da nach den aktuellen Meldedaten fast alle Lehrkräfte bereits geimpft seien. Davon hätten mehr als 80 Prozent bereits Erst- und Zweitimpfung erhalten. Riggert wies außerdem darauf hin, dass sich Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) bereits im Mai 2021 mit einem Expertengremium zu dieser Frage beraten hatte. (jey/dpa) *hna.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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