Krankenschwester bestreitet Vorwürfe

Corona-Impfskandal in Niedersachsen: Anzahl der Betroffenen unklar - Sonderkommission eingerichtet

Corona-Impfskandal in Niedersachsen: Die Polizei hat eine neue Sonderkommission eingerichtet (Symbolbild).
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Corona-Impfskandal in Niedersachsen: Die Polizei hat eine neue Sonderkommission eingerichtet (Symbolbild).

Im Corona-Impfskandal in Niedersachsen weist die beschuldigte Krankenschwester die Vorwürfe von sich. Nun hat die Polizei eine neue Ermittlungsgruppe gegründet.

Oldenburg - Im Fall des Corona-Impfskandals im Landkreis Friesland in Niedersachsen hat die Polizei am Dienstag (17.08.2021) eine neue Ermittlungsgruppe namens „Vakzin“ eingerichtet. Sie ist in Oldenburg angesiedelt. Die Gruppe unterstützt die Polizei in Wilhelmshaven. „Durch die in den vergangenen Wochen und Monaten gewonnenen Hinweise und Erkenntnisse haben sich Umfang und Komplexität der Ermittlungen deutlich erhöht“, sagte Polizei-Vizepräsident Andreas Sagehorn.

Eine Krankenschwester hatte angegeben, im April im Impfzentrum Friesland in Schortens versehentlich eine Ampulle mit Corona-Impfstoff zerbrochen zu haben. Um ihren Fehler zu vertuschen, habe sie die Impfstoffreste aus anderen Ampullen auf sechs Spritzen aufgezogen.

Corona-Impfskandal in Niedersachsen: Neue Ermittlungsgruppe besteht aus acht Mitarbeitern

Sie habe den entsprechenden Personen ausschließlich Kochsalzlösung gespritzt, hatte es zunächst geheißen. Zumindest aber befand sich offensichtlich nicht ausreichend Corona-Impfstoff in den Spritzen. Offenbar waren in weit mehr als nur sechs Spritzen zu wenig Impfstoff. Das hatten Zeugenvernehmungen ergeben.

Der neu gegründeten Ermittlungsgruppe gehören den Angaben zufolge acht Personen an: Mitarbeiter der Polizei Wilhelmshaven/Friesland, die von Anfang an mit dem Fall betraut waren, außerdem Ermittler verschiedener Inspektionen und Fachbereiche wie dem Staatsschutz und dem Bereich der sogenannten Rohheitsdelikte. „Wir nehmen 360-Grad-Ermittlungen vor und schauen mit unseren Fachleuten in alle Richtungen, die relevant sind“, so Leiter Andreas Hettwer.

Niedersachsen: Krankenschwester weist Vorwürfe im Corona-Impfskandal zurück

Die Polizei will eine „kritische Haltung zum Thema Impfungen“ als Motiv der beschuldigten Krankenschwester nicht ausschließen. Sie soll in sozialen Medien entsprechende Einträge geteilt haben. Über ihren Anwalt hat sie ein solches Motiv zurückgewiesen. Zudem widerspricht die Krankenschwester dem Vorwurf, mehr als sechs Spritzen mit Corona-Impfstoff manipuliert zu haben.

Der Landkreis Friesland hat bislang über 10.183 Menschen aufgefordert, sich erneut impfen zu lassen. Derzeit könne man nicht genau beziffern, wie viele Menschen betroffen sind, so Sagehorn. „Wir müssen leider Licht ins Dunkel bringen“. (Jan Wendt)

Niedersachsen will das Tempo bei den Corona-Impfungen von Kindern und Jugendlichen beschleunigen. Dafür plant die Landesregierung spezielle Impfaktionen.

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