Pandemie

Inzidenzen steigen – Zwei Regionen in Niedersachsen verschärfen Regeln

Corona Niedersachsen
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Niedersachsen: In Hannover und Wolfsburg werden die Corona-Regeln verschärft. Doch auch in den Grenzregionen macht man sich Sorgen.

In Niedersachsen verschärfen zwei Städte die Corona-Regeln. Doch auch an der Grenze zu der Niederlande wachsen die Sorgen.

Hannover/Wolfsburg – In Niedersachsen überschreitet die Corona-Inzidenz in mehreren Kommunen wieder den Schwellenwert von 10. In Wolfsburg und Hannover werden die Regeln deshalb verschärft. So hat das Gesundheitsamt Wolfsburg mehrere räumlich unabhängige Infektionsherde identifizieren können. Nach Angaben der Stadt könnten diese jedoch nicht eindeutig zugeordnet werden, da sich die Betroffenen bei größeren Menschenansammlungen, wie beim Public-Viewing zur Fußball-Europameisterschaft, angesteckt haben sollen.

Seit Mittwoch (14.07.2021) gilt im Wolfsburger Stadtgebiet die „Stufe 1“. Das bedeutet Kontaktbeschränkungen von maximal zehn Personen drinnen und draußen, Maskenpflicht auf Wochenmärkten sowie geschlossene Feiern in Restaurants mit maximal 100 Personen. Clubs und Discos dürfen nur noch bis zu 50 Prozent ihrer Kapazität nutzen. Reisende, die in einem Hotel beherbergt werden möchten, müssen bei Ankunft einen negativen Covid-19-Test vorlegen – außer sie sind vollständig geimpft oder gelten als vom Coronavirus genesen.

Corona in Niedersachsen: Sorge vor hoher Inzidenz in der Niederlande

In Hannover sollen die Verschärfungen voraussichtlich am Donnerstag (15.07.2021) in Kraft treten. Eine entsprechende Allgemeinverfügung wurde bereits am Dienstag (13.07.2021) veröffentlicht. Laut Landesverordnung könnten die schärferen Regeln erst dann wieder gelockert werden, wenn der Inzidenzwert an fünf aufeinanderfolgenden Werktagen unter 10 liegen sollte.

Doch auch in den Grenzregionen beobachtet man das Pandemiegeschehen mit Argusaugen: Sowohl im Emsland als auch in der Grafschaft Bentheim schaut man mit Sorge auf die hohe Inzidenz im Nachbarland Niederlande. Dort liegt der Wert mittlerweile bei knapp 270, in der niederländischen Stadt Groningen sogar bei mehr als 500 (Stand: 14.07.2021). Trotz dieser Umstände können Menschen aktuell noch immer beidseits der Grenze ohne irgendwelche Maßnahmen in das jeweils andere Land fahren.

Da die Bundesregierung die Niederlande nicht als Corona-Risikogebiet einstuft, seien einem in Niedersachsen die Hände gebunden, sagte eine Sprecherin des Emslandes gegenüber dem NDR. Uwe Fietzek, Landrat der Grafschaft Bentheim, appelliert daher an die Bürger und Bürgerinnen, auf sämtliche nicht notwendige Reisen ins Nachbarland zu verzichten. Doch auch in Deutschland steigt die Zahl der Corona-Neuinfektionen rasch an. Das Land plant indes eine große Covid-19-Impfaktion für Jugendliche.

Gesundheitsministerin von Niedersachsen: Corona-Inzidenz darf nicht alleiniger Maßstab sein

Ein hoher Inzidenzwert, so hoch dieser auch sein mag, ist als alleiniger Maßstab für die Corona-Maßnahmen allerdings immer mehr umstritten. Gesundheitsministerin Daniela Behrens (SPD) erklärte im Regionalmagazin „Hallo Niedersachsen“ etwa, dass künftig weitere Parameter für Entscheidungen über einschränkende Maßnahmen herangezogen werden sollen. Medienberichten zufolge erwägt das Robert Koch-Institut (RKI), schwere Covid-Erkrankungen mit Krankenhausaufenthalt, auch Hospitalisierung genannt, als einen Faktor einzuführen.

Niedersachsen: In Hannover und Wolfsburg werden die Corona-Regeln verschärft. Doch auch in den Grenzregionen macht man sich Sorgen.

Es seien aber „weiterhin mehrere Indikatoren zur Bewertung notwendig, aber die Gewichtung der Indikatoren untereinander ändert sich“, zitierte die Bild-Zeitung aus dem RKI-Papier. Geht es nach der niedersächsischen Gesundheitsministerin, könnte beispielsweise aber auch das Verhältnis positiver Tests zur Gesamtzahl der Tests ein weiterer Parameter sein.

Das Heranziehen der Positivrate von Corona-Tests hält auch die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) für sinnvoll. Schließlich sei die Anzahl positiver Tests nur aussagekräftig, wenn diese mit allen durchgeführten Tests ins Verhältnis gesetzt werde, so DKG-Hauptgeschäftsführer Gerald Gaß im Gespräch mit dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Darüber hinaus finde er es „absolut vernünftig, auch die Krankenhausbelegung einzubeziehen, um die Gefahren der Pandemie einzuschätzen und entsprechende praktische Schutzmaßnahmen zu ergreifen“. (Nail Akkoyun)

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