Pandemie

Corona in Niedersachsen: Streit um Luftfilter an Schulen - „Unwürdiges Schauspiel“

Hausmeister Jörg Schulz schiebt einen Luftfilter der Firma Miele in einen Klassenraum der Integrierten Gesamtschule IGS Lehrte in Niedersachsen. In vielen Klassenräumen würde der Corona-Schutz noch fehlen, kritisieren Elternvertreter und Opposition.
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Hausmeister Jörg Schulz schiebt einen Luftfilter der Firma Miele in einen Klassenraum der Integrierten Gesamtschule IGS Lehrte in Niedersachsen. In vielen Klassenräumen würde der Corona-Schutz noch fehlen, kritisieren Elternvertreter und Opposition.

Das neue Schuljahr in Niedersachsen steht kurz bevor - doch noch immer ist nicht sicher, wie der Streit um die Luftfilter ausgeht. Der Konflikt spitzt sich zu.

Göttingen - „Wer handeln will, kann das auch tun. Und zwar seit geraumer Zeit.“ Das hat ein Sprecher des Kultusministeriums in Niedersachsen zu den aktuellen Vorwürfen gesagt. Elternvertreter und Opposition kritisierten die fehlenden Corona-Schutzmaßnahmen in den Schulen und Klassenräumen der Region.

Denn obwohl der Start des neuen Schuljahres immer näher rücke, sei im Streit um Luftfilter in den Klassenzimmern noch nichts geschehen. Thorsten Bullerdiek vom Städte- und Gemeindebund sagte, nach den Ferien würden nur in wenigen Klassenräumen solche Geräte stehen. Die Kritik: Das Land Niedersachsen habe sich mit der entsprechenden Förderrichtlinie zu lange Zeit gelassen. Darüber informierte die Hannoversche Allgemeine Zeitung (HAZ).

Corona-Schutzmaßnahmen an Schulen in Niedersachsen durch Förderprogramm abgedeckt?

Viele Schulen in Niedersachsen heißen am 06.09.2021 ihre Schüler für das neue Schuljahr willkommen. Das Kultusministerium wies die Vorwürfe zurück, es habe sich zu wenig um mögliche Schutzmaßnahmen gekümmert. Durch das 20 Millionen Euro schwere Förderprogramm seien die Kommunalverbände in der Lage, selbst Schutzmaßnahmen gegen das Coronavirus Sars-Cov-2 zu ergreifen.

Die Informationen über das Förderprogramm habe man schon Mitte Juli an die Kommunen weitergegeben und viele hätten seitdem ihre Schutzmaßnahmen verstärkt. Darüber hinaus arbeite man mit Hochdruck an der Förderrichtlinie, sagte der Ministeriumssprecher.

Die neuen Corona-Regeln für die Schulen in Niedersachsen stehen indessen seit Anfang August fest: Ministerpräsident Weil (SPD) hofft auf weitere Covid-19-Impfungen. Angesichts der steigenden Inzidenzen arbeitet Niedersachsen darüber hinaus an einer neuen Corona-Verordnung und berät über das weitere Vorgehen in der Pandemie.

Video: Das ist die aktuelle Corona-Lage in Niedersachsen

Corona in Niedersachsen: Expertin nennt Streit zwischen Land und Kommunen „unwürdiges Schauspiel“

Die Corona-Schutzmaßnahmen an Schulen in Niedersachsen seien beispielsweise CO2-Ampeln und mobile Luftfilter in Räumen, die eine gute Lüftung zulassen. Ein besonderer Schutz sei für die Jahrgangsstufen eins bis sechs eingeplant, da unter 12-Jährige derzeit keine Möglichkeit auf einen Impfschutz haben. Von den entstehenden Kosten würden 80 Prozent erstattet. Die restlichen 20 Prozent trage der jeweilige Schulträger. Unter anderem in Hannover gebe es nach Angaben der Stadt aber keine Klassenräume, welche die Kriterien des Förderprogramms erfüllten, hieß es im HAZ-Bericht.

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„Ein unwürdiges Schauspiel auf Kosten der Gesundheit der Kinder“ nannte Julia Willie Hamburg, die Bildungsexpertin der Grünen, den Streit von Land und Kommunen nach Angaben der HAZ. Auch FDP-Politiker Björn Försterling sprach davon, dass sich das Land nicht genug eingesetzt habe. Es habe sich die Situation einfach gemacht, indem es kurz vor den Sommerferien ein Förderprogramm auf den Weg brachte und dann die Kommunen allein ließ. (jey/dpa)

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