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Virologe sieht keinen Sinn in Omikron-Impfstoff: Virus „rauscht jetzt eben durch“

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Von: Alina Schröder

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Derzeit passen einige Impfstoffhersteller ihre Corona-Vakzine an die Omikron-Variante an. Virologe Alexander Kekulé hält das in der aktuellen Lage für sinnfrei. (Symbolbild)
Derzeit passen einige Impfstoffhersteller ihre Corona-Vakzine an die Omikron-Variante an. Virologe Alexander Kekulé hält das in der aktuellen Lage für sinnfrei. (Symbolbild) © Boris Roessler/dpa

Einige Impfstoffhersteller haben bereits neue Omikron-Vakzine angekündigt. Virologe Kekulé hält diese allerdings in der aktuellen Corona-Situation für sinnfrei.

Berlin/Kassel – Seitdem sie im November 2021 zum ersten Mal in Südafrika entdeckt wurde, verbreitet sich die Omikron-Variante rasend schnell auf der ganzen Welt. Weil die eingesetzten Corona-Impfstoffe eine geringere Wirksamkeit gegen die Mutante aufweisen, sollen bald angepasste Vakzine zugelassen werden.

Einige Experten halten Omikron-Wirkstoffe angesichts der sich entwickelnden Fallzahlen für sinnvoll, Virologe Alexander Kekulé sieht das allerdings anders. Da die Variante in manchen Ländern, wie in Deutschland, bereits den Großteil der Neuinfektionen ausmacht, seien neue Vakzine nun nicht mehr sinnvoll.

Corona: Virologe hält neue Omikron-Vakzine für sinnfrei - „Wir sind wehrlos“

„Wir sind ja fast wehrlos dagegen“, sagte der Experte im MDR-Podcast. Zwar könne man versuchen, die Welle abzuflachen, „aber das wird jetzt eben durchrauschen.“ „Einen Impfstoff gegen Omikron brauchen wir danach nicht mehr“, so Kekulé. Da sich zahlreiche Menschen bereits mit Omikron infiziert haben und auch noch werden, brauchen diese sich dem Virologen zufolge nicht dagegen impfen lassen. Der US-amerikanische Pharmakonzern Pfizer hat erst vor Kurzem ein Datum für den neuen Omikron-Impfstoff genannt.

Selbst wenn der angepasste Wirkstoff im März auf den Markt kommt, könnte es bereits zu spät sein. Ein Mediziner hält es unterdessen durchaus für möglich, dass die Corona-Fallzahlen trotz Omikron in drei Wochen deutlich sinken könnten.

Christian Drosten, Virologe der Berliner Charité, teilt Kekulés Meinung nicht. Er hat sich erst am Freitag (14.01.2022) auf der Bundespressekonferenz klar für einen Omikron-Impfstoff ausgesprochen. „Es wird eine angepasste Impfung geben müssen, und wir werden möglicherweise dann ab dem zweiten Quartal große Teile der Bevölkerung, vielleicht sogar alle, noch einmal mit einer Update-Impfung gegen Omikron versehen müssen“, sagte Drosten.

Wegen Omikron: Neue Corona-Impfstoffe sollen kommen - Virologe plädiert für universale Vakzine

Dass die Impfstoffe an Mutanten angepasst werden, hält Kekulé jedoch grundsätzlich für richtig. „Meines Erachtens wäre es bei Delta wirklich auf jeden Fall sinnvoll gewesen“, sagte er.

Virologe Alexander Kekulé hält angepasste Omikron-Impfstoffe für nicht sinnvoll. (Archivbild)
Virologe Alexander Kekulé hält angepasste Omikron-Impfstoffe für nicht sinnvoll. (Archivbild) © Eventpress Stauffenberg/Imago

Bei Omikron müsse man jetzt schauen, wie sich die Lage weiterentwickelt. Beispielsweise, ob das Virus wirklich weniger gefährlich ist, als die vorherigen Corona-Mutanten. Ein universaler Impfstoff gegen Sars-CoV-2 sei künftig die beste Lösung und laut Kekulé auch möglich herzustellen. Das Mainzer Unternehmen Biontech arbeite bereits an einem Vakzin, das breiter aufgestellt ist. (Alina Schröder)

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