Lockdowns weiter notwendig

WHO in Sorge über steigende Corona-Fallzahlen: „Wir sind an einem kritischen Punkt der Pandemie“

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist in großer Sorge angesichts rapide steigender Corona-Fallzahlen: Die Pandemie sei noch lange nicht vorüber.

Kassel - „Das ist nicht die Situation, in der wir 16 Monate nach Beginn einer Pandemie sein wollen“, sagte die Corona-Expertin der WHO, Maria Van Kerkhove, am Montag (12.04.2021) in Genf. Vor allem nicht, wenn es wirksame Kontrollmaßnahmen gebe.

Die WHO fordert deshalb weiter eine konsequente Umsetzung der Schutzmaßnahmen, fügte die Expertin an. Angesicht exponentiell steigender Infektionszahlen müssten die Maßnahmen zur Pandemie-Bekämpfung konsequent umgesetzt werden. „Wir sind gerade an einem kritischen Punkt der Pandemie“, sagte die Van Kerkhove. In der vergangenen Woche sei die Zahl der Neuinfektionen weltweit um neun Prozent gestiegen und die Zahl der Todesfälle habe um fünf Prozent zugenommen.

Die WHO ist in Sorge über die Entwicklung der Corona-Pandemie mit weltweit steigenden Infektionszahlen und die Ungleichverteilung der Impfstoffe zwischen reichen und armen Ländern. (Symbolbild)

WHO in Sorge über Entwicklung der Corona-Infektionszahlen: Maßnahmen konsequent umsetzen

Laut dem WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus seien die Infektionszahlen damit schon die siebte Woche in Folge und die Totenzahlen die vierte Woche in Folge gestiegen. Die Corona-Pandemie könne laut dem WHO-Generaldirektor mit den erprobten Maßnahmen unter Kontrolle gebracht werden: „Wir wollen auch, dass sich Gesellschaften, Märkte, Reisen und Handel wieder öffnen“, führte er aus. „Aber zurzeit sind die Intensivstationen in vielen Ländern überfüllt und viele Menschen sterben - und das ist komplett vermeidbar.“

Weitere Corona-News finden Sie auf unserer Themenseite.

Auch in Deutschland schlagen Intensivmediziner seit Wochen Alarm, dass zügig ein härterer bundesweit einheitlicher Lockdown umgesetzt werden müsse, da ansonsten die Zahl der Intensivpatienten noch im April einen neuen Höchststand erreichen könnte. Bundeskanzlerin Angela Merkel ist ebenfalls dieser Meinung und hat am Dienstag eine Änderung des Infektionsschutzgesetzes im Kabinett eingebracht. Das umstrittene „Notbremsen-Gesetz“ soll der Bundesregierung weitreichende Kompetenzen bei der Umsetzung bundeseinheitlicher Corona-Regeln ermöglichen. Das Kabinett hat das Gesetz beschlossen - nun soll es zügig durch den Bundestag und den Bundesrat verabschiedet werden.

WHO zur Corona-Pandemie: Kritik an weltweit ungleicher Verteilung der Impfstoffe

Der WHO-Chef prangert zudem massive Ungleichheiten bei der weltweiten Verteilung des Impfstoffes an: Rund 87 Prozent der weltweit mehr als 700 Millionen Impfungen seien in reichen Ländern vorgenommen worden, in armen Ländern hingegen seien bislang nur 0,2 Prozent aller Impfstoffdosen verabreicht worden. (Diana Rissmann mit epd und dpa)

Rubriklistenbild: © Socrates Baltagiannis/dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.