Pandemie

Corona-Regeln in Hessen: 2G, 3G, Testpflicht – Das gilt jetzt

Auf einem Weihnachtsmarkt ist die Situation bisweilen unüberschaubar.
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Auf einem Weihnachtsmarkt ist die Situation bisweilen unüberschaubar.

In Hessen steigt die Zahl der Corona-Infektionen massiv an. Zum Schutz gegen die Pandemie gelten seit Donnerstag (25.11.2021) schärfere Maßnahmen – ein Überblick.

Kassel/Wiesbaden – Hessen zieht im Kampf gegen die Corona-Pandemie die Zügel spürbar an. Nachdem am Mittwoch die von Bundestag und Bundesrat beschlossene Neuregelung des Infektionsschutzgesetzes des Bundes in Kraft getreten ist, gelten ab Donnerstag (25.11.2021) zusätzlich schärfere Corona-Maßnahmen des Landes, die der rasanten Verbreitung des Virus etwas entgegensetzen sollen.

Das sogenannte Corona-Kabinett hatte diese Regelungen am Freitag angekündigt*. Vor allem für Menschen, die weder gegen Corona geimpft noch von einer Infektion genesen sind, wird es deutlich schwerer, weiter am öffentlichen Leben teilzunehmen. Das sind die nun geltenden Regeln im Überblick.

Corona-Regeln in Hessen: 3G am Arbeitsplatz und in Bahnen und Bussen

Am Arbeitsplatz gilt ab sofort bundesweit 3G, das bedeutet, dass nur noch Geimpfte, Genesene oder am jeweiligen Tag negativ Getestete Zugang zu ihrer Arbeitsstätte haben. Arbeitgeber:innen dürfen den Impf- oder Teststatus täglich kontrollieren, aber nicht langfristig speichern. Grundsätzlich gilt eine Homeoffice-Pflicht, falls nicht betriebliche Gründe dagegensprechen. Unternehmen müssen ihrer Belegschaft mindestens zweimal pro Woche kostenlose Tests anbieten.

In Bussen und Bahnen gilt sowohl im Nah- als auch im Fernverkehr ebenfalls bundesweit die 3G-Regel. Ein negativer Test darf bei Fahrtantritt nicht älter als 24 Stunden sein. Es soll keine generellen, aber stichprobenartige Kontrollen geben. Der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) hat angekündigt, alle Fahrgäste, die gegen die 3G-Regel verstoßen, sofort des jeweiligen Zuges oder des Busses zu verweisen. Ein Bußgeld ist im RMV nicht geplant.

Testpflicht für Beschäftigte in Arztpraxen und Pflege - FFP2-Maskenpflicht gegen Corona in Hessen

In Arztpraxen sowie Alten- und Pflegeheimen gilt bundesweit die 3G-Regel, Besucher:innen und Mitarbeiter:innen müssen also geimpft, genesen oder frisch negativ getestet sein. Die Einrichtungen müssen vor Ort Corona-Schnelltests anbieten. Zusätzlich müssen auch geimpfte oder genesene Mitarbeiter:innen mindestens zwei Mal pro Woche getestet werden. Für die Menschen, die in Alten- und Pflegeeinrichtungen wohnen, gelten diese Regeln ausdrücklich nicht.

Die Maskenpflicht wird hessenweit ausgeweitet. Die Pflicht zum Tragen einer FFP2-Maske oder einer vergleichbaren Gesichtsbedeckung gilt ab sofort in allen öffentlichen Gebäuden, in Bussen und Bahnen, in Kinos und Theatern, bei Frisören, in Nagelstudios, im Groß- und Einzelhandel und in der Gastronomie. Nur in Restaurants und Cafés darf die Maske am Sitzplatz zum Essen und Trinken abgenommen werden. Auch am Arbeitsplatz muss grundsätzlich Maske getragen werden, es sei denn, es ist ein Abstand von eineinhalb Metern zu Kolleg:innen sichergestellt und es wird zudem für ausreichende Belüftung gesorgt.

Corona-Regeln in Hessen: 2G wird in Restaurants, Freizeiteinrichtung und Kulturstätten Standard

In Schulen und Universitäten sowie anderen Bildungseinrichtungen oder Akademien gilt ebenfalls die 3G-Regel, es herrscht eine Maskenpflicht auch am Sitzplatz. Schülerinnen und Schüler werden weiterhin drei Mal pro Woche auf das Coronavirus getestet.

Die 2G-Regel wird in Hessen massiv ausgeweitet. Zu vielen Orten und Veranstaltungen erhalten also nur noch Geimpfte und Genesene Zutritt, ein negatives Testergebnis reicht nicht mehr aus. Dies gilt ab sofort in Freizeiteinrichtungen, Sportstätten, Restaurants und Cafés, Spielbanken sowie in Theatern, Museen und bei körpernahen Dienstleistungen, außerdem für Hotels und Herbergen. Für alle Veranstaltungen mit mehr als 25 Teilnehmer:innen kommt ebenfalls die 2G-Regel zur Anwendung.

Aktuelle Informationen der hessischen Landesregierung zu den Corona-Regeln sowie zur pandemischen Lage im Internet unter www.hessen.de/Handeln/Corona-in-Hessen. Weitergehende Informationen gibt es beim Robert Koch-Institut unter www.rki.de

Corona in Hessen: Für Clubs und Discotheken gilt 2G plus negativer Test

Ausnahmen gibt es nur für die tägliche Grundversorgung sowie für hygienisch und medizinisch notwendige Dienstleistungen, also etwa für Super- und Lebensmittelmärkte, Frisöre oder die medizinische Fußpflege. Bei Hotelübernachtungen aus beruflichen Gründen gilt nur 3G, es reicht also ein negativer Corona-Test aus – allerdings nicht für die Nutzung von gemeinschaftlich genutzten Räumen wie Speisesälen oder hoteleigenen Schwimmbädern.

Für Diskotheken und Tanzlokale sowie Bordelle gelten in Hessen noch strengere Regeln. Hier kommt ab jetzt die 2G-Plus-Regel zur Anwendung, es erhalten also nur noch Menschen Einlass, die geimpft oder genesen und außerdem noch negativ getestet sind. Für die Außenbereiche von Diskotheken ist dagegen nur die 2G-Regel maßgeblich. Großveranstaltungen ab 1000 Teilnehmer:innen in Innenräumen müssen von den lokal zuständigen Gesundheitsbehörden genehmigt werden. Auch hier muss auf Masken und Abstandspflichten geachtet werden.

Corona in Hessen: Regierung empfiehlt Kontaktbeschränkungen und Tests bei privaten Anlässen

Für den Alltag und im Privatleben empfiehlt die Landesregierung generell ein „pandemiegerechtes Verhalten“. Es wird dazu aufgerufen, Vorsicht walten zu lassen und Infektionsrisiken möglichst zu vermeiden. In geschlossenen Räumen soll auf eine regelmäßige Belüftung geachtet werden. Bei privaten Treffen mehrerer Haushalte soll eine Maske getragen werden, falls nicht ausreichend Abstand gehalten werden kann.

Außerdem wird empfohlen, gerade bei größeren privaten Zusammenkünften oder Feiern vorher einen Corona-Test zu machen. Diese Empfehlung richtet sich explizit auch an Geimpfte und Genesene. Lothar Wieler, der Präsident des Robert Koch-Instituts, hatte bereits am Dienstag alle Bürger:innen dazu aufgerufen, private Kontakte freiwillig zu reduzieren und in der aktuellen Pandemielage auf nicht notwendige Treffen zu verzichten.

Nach Corona-Infektion in Hessen: Freitesten schon nach fünf Tagen Quarantäne

Bei häuslicher Quarantäne nach einem positiven Corona-Test können sich geimpfte oder genesene Menschen bereits nach fünf Tagen Isolation durch einen negativen PCR-Test „frei-testen“. ,Diese Regel gilt in Hessen ab sofort, sofern die geimpften oder genesenen Menschen in der Quarantäne keine typischen Symptome wie Fieber, trockenen Husten oder Verlust des Geruchs- und Geschmackssinns haben. (Hanning Voigts) *fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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