Pandemie

RKI meldet Corona-Höchstwerte – Virologe: „Kontaktnachverfolgung ist sinnlos“

Das RKI meldet täglich die aktuellen Zahlen zur Corona-Lage in Deutschland. Neuinfektionen und Inzidenzwert erreichen am Freitag einen neuen Höchstwert.

+++ 11.29 Uhr: Der Virologe Klaus Stöhr hält die Kontaktnachverfolgung zur Bekämpfung der Corona-Pandemie in Deutschland für nicht mehr sinnvoll. „Wir brauchen einen Exitplan“, sagte er in einem Podcast von Kölner Stadt-Anzeiger und Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) laut Vorabmeldung vom Freitag (14.01.2022). „Ich kann Ihnen nicht sagen, warum man in Deutschland noch Kontaktnachverfolgung machen sollte. Von der Inzidenz her ist es von den Gesundheitsämtern nicht mehr zu stemmen“.

„Wenn ein Großteil der Bevölkerung mild und asymptomatisch infiziert ist und Antikörper hat, wird eine sogenannte Kontaktnachverfolgungs-Quarantäne sinnlos“, bekräftigte Stöhr. „Der beste Weg aus der Pandemie wäre: sich erst impfen lassen und sich dann infizieren.“ Im „Paket“ werde es dann einen langanhaltenden Immunschutz geben.

Durch die Omikron-Welle steigt die Ansteckungsrate weiter steil an. (Symbolfoto)

Karl Lauterbach äußert sich zur Corona-Situation in Deutschland

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach wird sich heute vor der Bundespressekonferenz (13.00 Uhr) zur Corona-Lage äußern. Außerdem will der Bundesrat am heutigen Freitag (14.01.2022, 10.00 Uhr) den Weg für die Umsetzung der jüngsten Bund-Länder-Beschlüsse zu neuen Quarantäne-Regeln frei machen. Die Länderkammer entscheidet über die am Mittwoch (12.01.2022) von der Bundesregierung gebilligte Schutzmaßnahmen-Ausnahmeverordnung, mit der der Rahmen für die geplanten Neuerungen gesetzt wird. In der zur Abstimmung stehenden Verordnung wird definiert, welche grundsätzlichen Ausnahmen es von Quarantäne und Isolation wegen Impfung oder Genesung gibt.

Die von Bund und Ländern am vergangenen Freitag vereinbarten neuen Regelungen müssen nun noch durch Länderverordnungen konkret umgesetzt werden. Kontaktpersonen, die geboostert sind, sollen demnach künftig nicht mehr in Quarantäne gehen müssen. Auf der Bundesratssondersitzung soll erstmals auch Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) sprechen.

RKI meldet höchste Werte bei Corona-Inzidenz und Neuinfektionen seit Pandemie-Beginn

Erstmeldung vom Freitag, 14.01.2022, 06.19 Uhr: Berlin/Kassel – Die Zahl der Corona-Neuinfektionen erreicht mit 92.223 gemeldeten Fällen am Freitag (14.01.2022) den nächsten Tageshöchstwert. Der bislang höchste Stand war erst gestern (13.01.2022) mit 81.417 Neuinfektionen vermeldet worden. Auch der Inzidenzwert bei den Neuinfektionen in Deutschland steigt seit Wochen kontinuierlich an.

Das Robert-Koch-Institut (RKI) gab die Sieben-Tage-Inzidenz für den heutigen Freitag (14.01.2022) bekannt – sie beträgt 470,6 und ist damit so hoch wie noch nie. Am gestrigen Donnerstag lag die Inzidenz noch bei 427,7. Der bisherige Höchstwert lag bei 452,4 am 29. November 2021. Der Wert beziffert die Zahl der neuen Ansteckungen pro 100.000 Einwohner im Zeitraum von sieben Tagen. Vor einer Woche betrug die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz 303,4.

Corona-Fallzahlen in Deutschland: Überblick über Neuinfektionen, Todesfälle, Inzidenz

TagNeuinfektionen | Todesfälle | Inzidenz
Freitag (14.01.2022)92.223 | 286 | 470,6
Donnerstag (13.01.2022)81.417 | 316 | 427,7
Mittwoch (12.01.2022)80.430 | 384 | 407,5
Dienstag (11.01.2022)45.690 | 322 | 387,9
Montag (10.01.2022)25.255 | 52 | 375,7
Sonntag (09.01.2022)36.552 | 77 | 362,7
Samstag (08.01.2022)55.889 | 268 | 335,9
Freitag (07.01.2022)56.335 | 264 | 303,4
Quelle: Robert Koch-Institut

Information zu den Fallzahlen

Die Fallzahlen des RKI können von denen der einzelnen Bundesländer abweichen. Ein Grund dafür sind die längeren Übertragungswege zwischen RKI und den zuständigen Gesundheitsämtern. Das Covid-19-Dashboard des RKI kann darüber hinaus im Laufe des Tages angepasst werden.

Wie das RKI unter Berufung auf Daten der Gesundheitsämter weiter mitteilte, wurden am Freitag 286 neue Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus gezählt. Seit Pandemie-Beginn verzeichneten die Gesundheitsämter laut den jüngsten Angaben des Instituts insgesamt 7.835.451 Infektionsfälle.

Die Gesamtzahl der registrierten Corona-Toten in Deutschland stieg auf 115.337. Die Zahl der von einer Erkrankung durch das Coronavirus genesenen Menschen in Deutschland bezifferte das Institut mit rund 6.914.700.

Corona-Fallzahlen in Deutschland: Hospitalisierungsinzidenz bundesweit bei 3,09

Als entscheidenden Maßstab für eine Verschärfung der Corona-Maßnahmen hatten Bund und Länder im November die sogenannte Hospitalisierungsinzidenz festgelegt. Dieser Wert gibt an, wieviele Menschen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen wegen einer Corona-Infektion im Krankenhaus liegen. Laut dem aktuellsten RKI-Bericht vom Donnerstag lag die Hospitalisierungsinzidenz bundesweit bei 3,09.

Corona-Fallzahlen in Deutschland: Omikron jetzt dominierend

Wie das RKI in seinem aktuellsten Wochenbericht vom Donnerstag feststellte, ist die hochansteckende Omikron-Variante mittlerweile auch in Deutschland die dominante Variante des Coronavirus. Demnach betrug der Anteil an allen übermittelten Fällen in der ersten Kalenderwoche dieses Jahres 73 Prozent. Bundesweit gibt es hier jedoch noch große Unterschiede, der Omikron-Anteil lag laut Institut zwischen elf Prozent in Mecklenburg-Vorpommern und 96 Prozent in Bremen.

Das RKI meldet täglich die Zahlen zur Pandemie in Deutschland. (Symbolfoto)

Das RKI warnte, dass in den nächsten Wochen mit einer starken Zunahme von Infektionen auch bei Geimpften und Genesenen gerechnet werde. Erste Studien deuteten auf einen geringeren Anteil an Krankenhauseinweisungen im Vergleich zu Infektionen mit der Delta-Variante bei Infizierten mit vollständiger Impfung hin. Für eine abschließende Bewertung der Schwere der Erkrankungen durch die Omikron-Variante sei die Datenlage aber noch nicht ausreichend. (skr mit afp)

Rubriklistenbild: © Tom Weller/dpa

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