Corona-Pandemie

Lockerungen in Bayern: OB trifft „folgenschwere“ Entscheidung für Kinder und Eltern

Es sollte ein Schritt Richtung Normalität sein: Bayern hat die Schulen zumindest teilweise wieder öffnen lassen.

  • In Bayern dürfen seit dem 22. Februar unter anderem Grundschulen wieder Präsenzunterricht anbieten.
  • Allerdings muss die 7-Tage-Inzidenz konstant unter 100 liegen, damit Schulöffnungen erlaubt sind.
  • In Nürnberg wird nach nur einem Tag zurückgerudert: Es gibt zu viele Corona*-Neuinfektionen.

Nürnberg – In Bayern muss mal wieder alles schneller gehen: Statt die Schulen, wie es im Bund-Ländergespräch festgehalten wurde, am 1. März wieder zu öffnen, durften manche Kinder schon am Montag (22.02.2021) wieder in den Unterricht. Ein Schritt, der zumindest in Nürnberg anscheinend zu früh kam. Dort müssen die Schüler schon nach einem Tag wieder zurück ins Homeschooling.

Denn in Bayern sind die Schulöffnungen an die 7-Tage-Inzidenz gekoppelt. Diese muss konstant unter 100 liegen, damit Präsenzunterricht erlaubt wird. Das war in Nürnberg allerdings nicht der Fall: Am Montag meldete das Robert Koch-Institut (RKI) eine Inzidenz von 101,5 in der Stadt. Eine Entwicklung, die in Nürnberg niemand vorhergesehen hatte. Erst am vergangenen Wochenende habe sich eine Verschärfung der Fallzahlen* angedeutet, heißt es auf der Homepage der Stadt.

Wie die Berufsschule B 9 bleiben auch die Grundschulen und Föderschulen in Nürnberg nun doch geschlossen. Einen Tag lang waren sie geöffnet.

Schulöffnung in Nürnberg: Nach einer Woche neuer Versuch?

Deshalb heißt es nun für alle Grundschulen, Förderschulen und Abschlussklassen nach nur einem Tag wieder: zu Hause bleiben. Oberbürgermeister Marcus König sagt dazu in einer Pressemitteilung der Stadt Nürnberg: „Die Entscheidung ist uns nicht leichtgefallen und sie ist folgenreich für die Kinder, Eltern sowie für die Lehrerinnen und Lehrer. Dessen sind wir uns bewusst. Aber die Gesundheit aller Beteiligten liegt uns sehr am Herzen und geht vor.“

Wie es für die Schulen in Nürnberg weitergeht, hängt von den Fallzahlen ab. Bisher wurde beschlossen, dass die Schulen auf jeden Fall bis Ende der Woche zu bleiben. Das soll Planungssicherheit schaffen. Am Donnerstag (25.02.2021) wird dann über die Regelung für Anfang März diskutiert.

NürnbergGroßstadt in Bayern
Höhe: 309 m
Fläche: 186,5 km²
Gegründet: 1050
Bevölkerung: 518.365 (2019)
Bürgermeister: Marcus König

Schulen in Nürnberg wieder zu: Corona-Mutanten sorgen für unklares Bild

„Uns geht es darum, eine dritte Welle so gut es geht zu vermeiden“, betont Schulreferentin Cornelia Trinkl in der Pressemitteilung. „Die Situation wird jeden Tag neu bewertet. Gegen Ende der Woche werden wir entscheiden, wie es nächste Woche weitergeht.“ Am Dienstag (23.02.2021) ist die Inzidenz laut RKI wieder unter die Grenze von 100 gesunken. Sie liegt bei 99 (Stand: 23.02.2021, 3.11 Uhr). Die Situation in Nürnberg sei schwer einzuschätzen, sagt Gesundheitsreferentin Britta Walthelm. Ein Grund dafür seien die Mutationen des Coronavirus, die sich in Deutschland ausbreiten. Experten warnen bereits vor einer dritten Welle. Auch der Anteil an Mutationen beunruhigt. 20 Prozent der Neuinfektionen in Nürnberg gehen mittlerweile auf Mutationen zurück, heißt es von der Stadt.

Ein Fehler sei es trotz der unübersichtlichen Corona-Lage aber nicht gewesen, die Schulen zu öffnen. Das war die Position des bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder* (CSU) auf einer Pressekonferenz am Montag (22.02.2021). „Wir haben jetzt Wechsel-Unterricht, wir haben eine Inzidenz-Abhängigkeit, wir haben Maske, wir haben Testkonzepte, also viel mehr an Sicherheitsfragen, das geht fast nicht“, sagte Söder. Mit mehr Schnelltests an Schulen will er eine Perspektive für Schüler schaffen. (Theresa Ricke) *fr.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Rubriklistenbild: © Dwi Anoraganingrum/imago-images

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