Sommer und Herbst

Virologe Christian Drosten mit Prognose: „Krankheit wird nicht verschwunden sein“

Wie wird der Sommer in Deutschland? Christian Drosten zeigt sich zuversichtlich für den Verlauf der Corona-Pandemie. Jedoch warnt er vor zu früher Euphorie. 

Berlin - Der Berliner Virologe Christian Drosten hat sich zuversichtlich über den Verlauf der Corona-Pandemie im Sommer gezeigt. „Ich denke, dass wir zum Juni hin erstmals Effekte sehen, die der Impfung zuzuschreiben sind“, sagte der Direktor der Virologie am Universitätsklinikum Charité am Sonntagabend (09.05.2021) im ZDF-Heute Journal.

„Der Sommer kann ganz gut werden in Deutschland.“ Gerade im Außenbereich werde wieder vieles zugelassen werden können, erklärte er auf die Frage nach Urlaub, Außengastronomie und Grillen mit Freunden. Man dürfe aber nicht zu früh in „totale Euphorie“ verfallen.

Euphorisch sieht man diesen Mann wahrlich selten: Nun schätzt Virologe Christian Drosten die Corona-Lage im Sommer ein.

Christian Drosten warnt: „Die Krankheit wird im Herbst nicht verschwunden sein“

Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner lag laut RKI am Montagmorgen in Deutschland bei 119,1 (Vortag: 118,6; Vorwoche: 146,9). Die Inzidenz sinkt seit etwa zwei Wochen ziemlich kontinuierlich.

Im Herbst werde die Herdenimmunität die Situation weiter verbessern. „Die Krankheit wird im Herbst nicht verschwunden sein“, Ungeimpfte würden sich im Sommer und Herbst weiter anstecken und erkranken können, sagte Drosten. Aber eine unkontrollierte Verbreitung werde es so in Deutschland nicht mehr geben.

Auch Karl Lauterbach und Sandra Ciesek sind sich einig: Der Sommer 2021 wird gut

Diese sieben Gründe sprechen dafür:

  • Die dritte Infektionswelle scheint vorerst gebrochen
  • Mehr Impfstoff kommt
  • Die Temperaturen steigen
  • Die Bundesnotbremse
  • Reduktion bei den Ansteckungen
  • Impferfolg durch B.1.1.7 nicht gefährdet
  • Impfungen für Zwölf bis 16-Jährige wird geprüft

Corona-Schutzimpfung für kleine Kinder? Christian Drosten ist sich unsicher

Hinzu komme dann allerdings die Situation der noch ungeimpften kleineren Kinder. Viele Erwachsene hätten im Herbst ihre Impfung ein halbes Jahr hinter sich, und deren Schutz werde schwächer. Dabei gehe es dann weniger um die Gefahr einer eigenen Erkrankung der geimpften Erwachsenen als um das Risiko der Weitergabe des Virus an Kinder.

Die Studien zu Impfungen kleinerer Kinder seien kompliziert und dauerten. „Ich bin ich nicht so sicher, ob man so schnell kleinere Kinder impfen kann“, sagte Drosten.

Aufgrund der derzeit sinkenden Corona-Inzidenzen in Deutschland fragen sich viele Menschen, ob der nächste Urlaub an Pfingsten bereits in greifbare Nähe rückt. Außerdem streben einige Bundesländer Lockerungen für Geimpfte und vom Virus Genesene an. (luw/dpa)

Rubriklistenbild: © Jürgen Heinrich/Imago

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