Pandemie

So können wir die vierte Welle vermeiden: Hendrik Streeck warnt vor steigenden Corona-Zahlen

Virologe Streeck hält steigende Corona-Fallzahlen aufgrund der indischen Variante für realistisch – und vermeidbar. Die vierte Welle könne man noch verhindern.

Kassel – Die Corona-Fallzahlen in Deutschland sinken und das Impftempo gewinnt an Fahrt. In allen Bundesländern freuen sich die Menschen über wieder gewonnene Freiheiten. Allerdings bereitet die indische Corona-Variante einigen Sorgen.

Bringt sie Deutschland die vierte Corona-Welle? Virologe Hendrik Streeck hält das für vermeidbar. Eine Verbreitung der neuartigen Erreger lasse sich eindämmen: vor allem mittels fortschreitender Impfung. So könne ein Anstieg der Corona-Fallzahlen in Deutschland und mögliche Freiheitseinschnitte im Herbst verhindert werden.

Vierte Corona-Welle im Anmarsch? Virologe Streeck warnt von steigenden Fallzahlen

Um eine vierte Welle zu vermeiden, müsse sich Deutschland im Sommer auf möglicherweise wieder ansteigende Inzidenzen im Herbst gut vorbereiten, sagt Streeck gegenüber N-tv.de. „Einer der stärksten Effekte, von denen wir bei Coronaviren wissen, ist die Saisonalität – das durch wärmeres Wetter, höhere UV-Strahlung und viele andere Faktoren die Zahlen zum Sommer nach unten gehen“, so der Mediziner. Es sei wahrscheinlich, dass es 2021 einen ähnlichen Verlauf geben werde wie im Vorjahr.

Trotz indischer Variante: Virologe Hendrik Streeck glaubt, dass eine vierte Corona-Welle verhindert werden könne.

Allerdings schränkt Streeck ein: „Aber im Herbst kann es sein, dass die Zahlen wieder ansteigen.“ Man könne einen erneuten Corona-Lockdown verhindern, wenn man die Sommermonate dazu nutze, „sich vorzubereiten“.

Indische Corona-Variante muss laut Streeck bekämpft werden - sonst droht die vierte Welle

Die indische Corona-Variante müsse laut Streeck konsequent bekämpft werden. „Es ist erstmal gut, dass wir das eindämmen und versuchen, eine enorme Ausbreitung dieser Variante in Deutschland zu verhindern“, sagt er. Man müsse sich aber darauf einstellen, dass sie sich global „breit machen“ werde. „Ob sie dominieren wird gegen die britische Variante, wissen wir nicht“, so Streeck. „Aber wir werden auch hier wahrscheinlich eine Ausbreitung in den nächsten Monaten haben.“

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Eine erhöhte Gefahr durch die indische Corona-Variante für Deutschland sieht Streeck nicht. Die Variante sollte die Bundesrepublik nicht vor größere Probleme stellen: „Alle Impfstoffe, die wir haben, wirken gleichermaßen gut gegen die indische Variante“, erklärt er. Das sei eine gute Nachricht. „Wenn wir mit dem Impffortschritt weitermachen wie bisher und vor allem die Risikogruppen impfen, dann sollten wir keine großen Sorgen vor der indischen Variante haben.“ (Jan Wendt)

Rubriklistenbild: © Federico Gambarini/dpa

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