Steigende Corona-Zahlen

Corona-Tests wieder kostenlos? Zoff zwischen Lauterbach und Streeck – „Das wird nicht klappen“

Die Corona-Zahlen in Deutschland steigen weiter und die Rufe nach der Rückkehr zu kostenlosen Tests werden lauter. Doch SPD-Gesundheitsexperte Lauterbach ist skeptisch.

Berlin - Mit 37.120 Neuinfektionen wurden am Freitag (05.11.2021) so viele Corona*-Neuinfektionen in Deutschland registriert wie nie zuvor seit Beginn der Pandemie - damit werden auch die Rufe nach neuen Maßnahmen laut. Doch geforderte Lösungsansätze gibt es viele, auch unter den meinungsstarken Virologen und Gesundheitsexperten des Landes wird - wieder einmal - heftig diskutiert.

Zum wiederholten Mal sind dabei auch die gegensätzlichen Meinungen des Bonner Virologen Hendrik Streeck sowie des SPD-Gesundheitsexperten Karl Lauterbach* im Fokus - auf Twitter setzte Lauterbach nun erneut zur fachlichen Diskussion mit Streeck an.

2G-Regel oder kostenlose Corona-Tests: Experten streiten über Strategie

Denn Virologe Streeck kritisierte am Wochenende gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND), die 2G-Strategie, die in immer mehr Bundesländern diskutiert wird. Seit Montag (08.11.2021) gilt in Sachsen landesweit verpflichtend die 2G-Regel, etwa für Innengastronomie, Kultur- oder Freizeiteinrichtungen - auch andere Bundesländer wie Bayern haben die Regeln verschärft und etwa die so genannte „3G Plus“-Regel eingeführt, bei der statt Schnelltests nur noch PCR-Tests als Negativnachweis akzeptiert werden.

SPD-Gesundheitsexperte Karl lauterbach befürwortet kostenlose Tests. Eine Alternative zu konsequent umgesetzten 2G-Regeln seien diese jedoch nicht.

Streeck sieht in diesem Ansatz jedoch „mehrere Probleme“, berichtet das Redaktionsnetzwerk. Das erste betrifft die Geimpften, die das Gefühl hätten „nicht mehr Teil der Pandemie“ zu sein und sich dementsprechend „risikoreich“ verhielten, so Streeck. Was die Ungeimpften angeht, führe 2G zu einem Ausschluss vom öffentlichen Leben: „Wenn Ungeimpfte am Sozialleben nicht teilnehmen dürfen, organisieren sie sich zum Beispiel Feiern zu Hause. Dort lässt sich das Infektionsgeschehen dann überhaupt nicht mehr kontrollieren“, warnte Streeck.

Streeck fordert kostenlose Corona-Tests - Lauterbach entgegnet 2G sei „wesentlich besser“

Streecks Lösungsansatz wäre demnach eine Rückkehr zu kostenfreien Corona-Tests. „Das Infektions­geschehen kann sich unter dem Radar sehr schnell ausbreiten“, warnt der Bonner Virologe und fordert von der Politik, schon vor Weihnachten wieder kostenlose Tests einzuführen, die auch wichtige Daten zur Verbreitung des Virus liefern könnten. Aktuell gebe es wegen fehlender Tests eine enorme Dunkelziffer.

Auf Twitter hat SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach Streeck zumindest in der Hinsicht widersprochen, dass die Rückkehr zu kostenlosen Tests, die 2G-Regel nicht ersetzen solle: „Forderung nach kostenlosen Tests würde bedeuten, dass ein ungeimpfter Getesteter mit negativem Test in das Restaurant darf. Er kann weiter dort essen. Den Test zahlen wir. Für eine Impfung gibt es aus seiner Sicht keinen Grund. 2G wäre wesentlich besser…“ twitterte der Politiker am Sonntag mit dem Verweis auf den Artikel des RND.

Lauterbach: „Habe nichts gegen kostenlose Tests“ - Testen gegen Corona keine Alternative zu 2G

Er habe nichts gegen kostenlose Tests, stellte Lauterbach in einem nächsten Tweet klar: „Aber die Voraussetzung ist 2G plus echte Kontrollen. Sie werden aber meistens als Alternative zu 2G vorgeschlagen. Und das wird nicht klappen“, prognostizierte der SPD-Politiker. (ska)*hna.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Rubriklistenbild: © Rolf Vennenbernd/dpa

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