Studien zur Virus-Variante

Karl Lauterbach schlägt wegen neuer Delta-Daten Alarm - Sterblichkeit um ein Vielfaches höher

Zwei Corona-Studien zur Delta-Variante informieren über die Gefährlichkeit der Corona-Mutation. Auch Karl Lauterbach warnt jetzt unter anderem vor einer erhöhten Sterblichkeit. 

Update vom Freitag, 23.07.2021, 12.09 Uhr: Die Delta-Variante des Coronavirus breitet sich weiter aus. Nun äußerte sich auch SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach* besorgt zu neuen Forschungsdaten zur Corona-Mutante. Lauterbach halte die Delta-Variante nach dem Blick auf die neuen Daten für deutlich gefährlicher als die bisherigen Varianten des Virus. „Von allem, was wir bisher wissen, müssen wir davon ausgehen, dass die Delta-Variante sowohl ansteckender als auch tödlicher ist“, sagte Lauterbach den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Das würden die neue Auswertungen aus Kanada verdeutlichen. Karl Lauterbach zeigt sich daher „sehr sorgenvoll für den Herbst“*. Lauterbach sagte, die Delta-Variante könne auch für jüngere Menschen und Kinder schwere gesundheitliche Folgen haben.

„Obwohl wir dort keine oder nur sehr wenige Todesfälle erwarten müssen, wird es viele auch schwere Verläufe geben, deren Endergebnis Long Covid auch für Kinder sein kann“, sagte Lauterbach im Gespräch mit der Funke Mediengruppe. Patienten mit Long Covid haben auch nach einer Infektion anhaltende Symptome.

SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach.

WHO warnt vor Corona-Variante - Sterblichkeit bei Delta um ein Vielfaches höher

Erstmeldung vom Donnerstag, 22.07.2021, 10.50 Uhr: Kassel - Dass die Corona*-Variante Delta ansteckender als die bisher bekannten Mutationen ist, ist bereits bekannt - derzeit breitet sie sich auf der ganzen Welt rasant aus. Jetzt berichtet die Weltgesundheitsorganisation (WHO) über zwei noch nicht veröffentlichte Studien zur Gefährlichkeit von Delta.

Zwei Studien aus China und Kanada informieren über die Gefährlichkeit der Corona-Variante Delta. Die WHO warnt vor einer erhöhten Sterblichkeit.

Laut Deutschlandfunk.de wurden in China mehrere Menschen untersucht, die sich nach einem Kontakt mit Infizierten in Quarantäne befanden. Bei diesen sei der Corona-Test bereits nach vier Tagen positiv gewesen - bei anderen Varianten kam dieses Ergebnis erst durchschnittlich nach sechs Tagen. Des Weiteren sei die Viruslast bei dem ersten durchgeführten Test 1200 Mal höher gewesen, was laut der WHO für eine höhere Infektiösität und schnellere Ausbreitung spreche. Ein Epidemiologe hat bereits vor der Gefährlichkeit der Corona-Mutante gewarnt. In Deutschland dominiert derweil der Delta-Anteil an Corona-Infektionen.

Neue Corona-Studien zu Delta: WHO warnt vor hoher Infektiösität und erhöhtem Sterberisiko

Eine Studie aus Kanada zeigt zudem, dass die gesundheitlichen Risiken einer Corona-Erkrankung mit der indischen Delta-Variante deutlich höher sei. Um 120 Prozent habe sich die Wahrscheinlichkeit auf einen Krankenhausaufenthalt erhöht. Die Gefahr einer nötigen Intensivbehandlung sei demnach etwa um ganze 287 und das Sterberisiko um 137 Prozent gestiegen.

Der Präsident der Bundesärztekammer, Dr. Klaus Reinhardt, sehe trotz der schnellen Delta-Verbreitung jedoch keinen Grund zur Panik. Laut den ihm bekannten Daten sei die Mutante zwar ansteckender aber nicht zwingend gefährlicher. Er verweist auf die Gesundheitssysteme der Länder mit sehr hohem Delta-Anteil der Infektionen, wie Großbritannien und den Niederlanden.

Dort sei die Belastung im Vergleich zu vergangenen Monaten aktuell deutlich geringer. Zudem betonte er, dass geimpfte Personen, wenn überhaupt nur leicht an der Mutation erkranken würden. Aus diesem Grund sei die Corona-Impfkampagne weiterhin enorm wichtig. (Alina Schröder) *hna.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Christian Spicker/Imago

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