Mit Verweis auf Österreich

Corona-Lockerungen: Kretschmer will sie für Astrazeneca-Geimpfte - bereits nach der ersten Dosis

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer sitzt an seinem Platz im Dresdner Landtag und stützt sich mit dem Ellenbogen auf
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Denkt über neue Regeln für Astrazeneca-Geimpfte nach: Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU)

Vorbild Österreich, Hintergedanke Sommerurlaub: Sachsens Ministerpräsident plädiert für mehr Freiheiten für Menschen, die nur eine Corona-Erstimpfung hatten.

Dresden - Corona hat sich nicht als großer Gleichmacher erwiesen. Die einen leiden mehr unter der Pandemie*, die anderen weniger. Deshalb spaltet das Virus die Gesellschaft - auch bei der Anschlussfrage: Sollen bereits Geimpfte wieder mehr dürfen? Eine Umfrage ergab bereits, dass eine Mehrheit der Deutschen dagegen ist*.

Der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) fordert nun schnellere Lockerungen für Menschen, die sich den Covid-19-Impfstoff von Astrazeneca* verabreichen lassen. „Wer mit Astrazeneca geimpft wird, sollte schon drei Wochen nach der ersten Dosis mehr Freiheiten bekommen“, sagte er den Funke-Zeitungen mit Blick auf den Sommerurlaub 2021. „Wir alle wollen in den Sommerurlaub fahren“, erklärte er an einer Stelle auch.

Corona-Geimpfte: Kretschmer macht Astrazeneca-Vorschlag mit Blick auf Österreich

Kretschmer berief sich dabei auf eine entsprechende Regelung in Österreich*. „Der Schutz ist schon nach der ersten Astrazeneca-Impfung sehr gut“, sagte der CDU*-Politiker.

Für den Impfstoff ist nach einem Bund-Länder-Beschluss die Priorisierung mit einer festen Reihenfolge inzwischen aufgehoben worden. In Absprache mit dem Arzt kann man auch frei entscheiden, wann in der zugelassenen Spanne von vier bis zwölf Wochen die Zweitimpfung erfolgen soll. Der volle Impfschutz wird erst nach der zweiten Impfung* erreicht.

Die Impfkommission empfiehlt für das Präparat einen Abstand von 12 Wochen zwischen erster und zweiter Dosis. Hintergrund sind Beobachtungen, dass der längere Abstand zu einer besseren Wirksamkeit führt. Die Wirksamkeit einer zweimaligen Impfung im Abstand von vier bis acht Wochen liege laut einem Bericht der europäischen Zulassungsbehörde EMA bei 50,4 Prozent. Bei zwölf und mehr Wochen steige sie auf 72,1 Prozent bis 82,4 Prozent an.

Kretschmer wirbt für Sputnik V: „Können jeden zugelassenen Impfstoff gebrauchen“

Zugleich warb der Kretschmer erneut für den Einsatz des russischen Vakzins Sputnik V* in Deutschland. „Wir können jeden zugelassenen Impfstoff gebrauchen“, sagte Kretschmer. Zwar sei es noch nicht sicher, ob Sputnik V eine europäische Zulassung bekomme. Er erlebe aber eine ganze Reihe von Menschen, die bereit wären, diesen Impfstoff zu nehmen. „Wenn wir diese Möglichkeit bekommen, sollten wir uns darüber freuen.“ (AFP/dpa/frs) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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