Krisenmanagement in Berlin

Coronavirus-Krisenstab: Merkel berät sich mit Spahn und Seehofer - muss Mega-Messe abgesagt werden?

Merkel (CDU) berät sich mit Spahn (CDU) (r.) und Seehofer (CSU) zum Coronavirus (Symbolbild).
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Merkel (CDU) berät sich mit Spahn (CDU) (r.) und Seehofer (CSU) zum Coronavirus (Symbolbild).

Im Coronavirus-Krisenstab bespricht sich Kanzlerin Merkel mit Gesundheits- und Innenministerium - es geht auch um Veranstaltungen wie Konzerte. 

  • Wegen der beginnenden Coronavirus-Epidemie richtet die Bundesregierung einen Krisenstab ein.
  • Innenminister Seehofer kündigte außerdem verschärfte Einreiseregelungen an.
  • Spahn gab außerdem konkrete Hinweise, wie sich Menschen bei Verdacht auf Coronavirus verhalten sollten.

    Update von 16.02 Uhr: Bei der Sitzung des Coronavirus-Krisenstabs der Bundesregierung sollte es auch darum gehen, ob die örtlichen Behörden die Internationale Tourismus Börse (ITB) absagen müssten. Man wollte Prinzipien entwickeln, die den Behörden bei der Entscheidung helfen, ob sie Großveranstaltungen absagen.

    Aus dem Bundesgesundheitsministerium hieß es nach Informationen von Bild.de nun: „Legt man diese Prinzipien zugrunde, kann die Entscheidung nur lauten: ITB absagen!“ Die endgültige Entscheidung liege aber beim Land Berlin. Die ITB war ursprünglich vom 4. bis 8. März geplant.

Update vom 28. Februar: Wie kann man die Ausbreitung des Coronavirus mit staatlichen Maßnahmen eindämmen? Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) berät sich in der Sache an diesem Freitag mit BundesgesundheitsministerJens Spahn (CDU) und Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU), wie Regierungssprecher Steffen Seibert mitteilte. Hierüber berate auch der Krisenstab unter der gemeinsamen Leitung der beiden Ministerien.

Es werde alles getan, damit Infizierte die erforderliche medizinische Behandlung bekämen und um das Gesundheitssystem auf mögliche steigende Fallzahlen vorzubereiten, fügte Seibert hinzu. Zudem würden die Bürger darüber informiert, wie sie ein Ansteckungsrisiko* erheblich mindern könnten. 

Bei den Beratungen solle es unter anderem darum gehen, Kriterien zu Großveranstaltungen zu erarbeiten. Diese sollen örtlichen Behörden helfen, konkrete Maßnahmen zu treffen. Die Bundesregierung stimmt sich laut Seibert „engstens“ mit Ländern und Kommunen in Deutschland sowie mit den europäischen Partnern ab. Am Abend wollte der Krisenstab dann über das Ergebnis seiner Beratungen informieren.

Erstmeldung vom 27.Februar: Bundesregierung richtet Coronavirus-Krisenstab ein 

Berlin - Wegen des vermehrten Auftretens von Corona-Fällen nehmen die Behörden künftig verstärkt das Geschehen bei der Einreise nach Deutschland in den Blick: Menschen, die mit Bahn, Bus oder dem Schiff nach Deutschland kommen, sollen besondere „Aussteigerkarten“ ausfüllen müssen, teilte Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) am Donnerstag in Berlin mit. Flugreisende aus Infektionsgebieten sollen zudem Informationen über ihren Aufenthaltsort geben. Die Lage habe sich „deutlich verschärft“, warnte Seehofer.

Coronavirus: Seehofer spricht von einer „beginnenden Epidemie“ 

Der Innenminister betonte außerdem, dass es sich um eine „beginnende Epidemie“ handele. Weitere machte er eine pessimistische Prognose: „Es wird auch eine weitere Entwicklung nach oben geben", prophezeite er. Auskunft über ihren Aufenthalt sollen den Behörden Rückreisende aus China, Südkorea, Japan, dem Iran und Italien geben, sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU)*. Er kündigte zudem eine gezielte Informationskampagne zu Verhaltensmaßnahmen für Rückreisende aus Norditalien an.

Außerdem wies Spahn darauf hin, dass Krankenkassen die Kosten für Corona*-Untersuchungen übernehmen. Er gab auch konkrete Hinweise, wie Betroffene beim Verdacht einer Infektion vorgehen sollten. Sie sollten sich nicht ins Wartezimmer eines Arztes setzen, sondern telefonisch Kontakt aufnehmen, um sich zuhause untersuchen zu lassen. Nach Seehofers Worten wurde die Überstellung von Asylbewerbern von und nach Italien ausgesetzt.

Coronavirus: Die Bundesregierung hat einen Krisenstab eingerichtet

Die Bundesregierung hat wegen der beginnenden Corona-Epidemie einen Krisenstab eingerichtet, an dem maßgeblich die Ministerien für Inneres und Gesundheit beteiligt sind. 

Trotz der steigenden Zahl von Coronavirusinfektionen sieht der Präsident des Robert-Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler, Deutschland dem Erreger „nicht schutzlos“ ausgeliefert. Alle könnten selbst etwas tun, angefangen von "banalen Dingen" wie Händewaschen bis hin zum Meiden von Großveranstaltungen oder dem öffentlichen Verkehr bei Infektionen, sagte Wieler. Wie Sie sich außerdem vor dem Coronavirus schützen können*, lesen Sie bei Merkur.de*. Insgesamt seien in Deutschland bislang über 25 Corona-Fälle bekannt.

In Nordrhein-Westfalen stehen alle Neuinfektionen in einem direkten Zusammenhang mit Kontakten zu dem zuerst erkrankten Ehepaar. Bei den Erkrankten handele es sich um „Büroangestellte und Nachbarn aus dem Umfeld“, sagte Landesgesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) am Donnerstag im ZDF-Morgenmagazin.

Coronavirus: NRW-Gesundheitsminister Laumann hält Abriegelung einzelner Orte für falsch

Auch ein Bundeswehrsoldat der Flugbereitschaft, der positiv auf das Coronavirus getestet wurde, habe Kontakt mit den Ersterkrankten gehabt. Derzeit sei das Umfeld der neuen Infektionen klar auf den Kreis Heinsberg beschränkt. Eine Abriegelung einzelner Orte sei Lauman zufolge nicht die richtige Maßnahme - welche Maßnahmen aber im Fall einer weiteren Ausbreitung getroffen werden können, regelt das Infektionsschutzgesetz.

Im nächsten Schritt müsssten nun die Teilnehmer der Karnevalssitzung ermittelt werden, an der das Ehepaar teilgenommen hatte. Laumann kündigte auch an, mit Virologen über einen möglichen Test aller Teilnehmer zu sprechen. „Wir müssen jeden Tag die Maßnahmen der Lage anpassen“, sagte er. Die erkrankte Ehefrau arbeitet in einem Kindergarten. Alle Kinder befinden sich nach Angaben Laumanns in Quarantäne. Die eigenen Kinder des Ehepaars seien jedoch wohlauf.

Doch die Ausbreitung des Coronavirus hat nicht nur im Gesundheitsbereich fatale Folgen. Auch die Wirtschaft wird zunehmend durch Covid19 belastet.

*Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

AFP/dpa/cia

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