ARD-Kommentar

Coronavirus: Nach „härtestmöglich“ nun „schnellstmöglich“? So Nicht!

WDR-Journalist Restle findet klare Worte zu den Überlegungen der Regierenden, die Corona-Maßnahmen lockern wollen.
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WDR-Journalist Restle findet klare Worte zu den Überlegungen der Regierenden, die Corona-Maßnahmen lockern wollen.

Der Coronavirus hält Deutschland fest im Griff, trotzdem wird der Ruf nach Lockerungen und Schulöffnungen laut. Ein ARD-Kommentator findet dazu deutliche Worte.

  • Immer mehr Deutsche fordern die Lockerung der Ausgangssperren wegen des Coronavirus
  • Bund und Länder diskutieren in diesen Tagen über eine Strategie der Lockerungen
  • WDR-Redakteur Georg Restle nimmt das „Schnellschnell“ der Politik auseinander

Viele, sämtliche Politiker eingeschlossen, können Lockerungen der Corona-Maßnahmen kaum erwarten. Der Kommentar von WDR-Redakteur Georg Restle in den ARD-Tagesthemen hat einen anderen Tenor. Am „Schnellschnell“, das sich in den Politiker-Riegen breitzumachen droht, lässt er kein gutes Haar.

Coronavirus: ARD-Kommentator beobachtet aufkeimenden Aktionis

Sarkasmus kann sich Restle bei dem Thema kaum verkneifen: „Wow, das ging schnell“, ordnet er den Lockerungskurs vieler Landes- und Bundespolitiker in denTagesthemen am Dienstag ein. Gerade hätten Deutschlands Regierungspolitiker doch noch um den härtestmöglichen Kurs gegen die Ausbreitung des Coronavirus gewetteifert. Und nun schon Lockerungen!

Das ist nicht in Restles Sinne. Er erinnert: Immer noch wisse man nicht, wie viele wirklich infiziert seien, wie tödlich das Virus sei* - und wie lange Genesene dagegen immun blieben. In Wahrheit geben die Zahlen der Neuinfizierten* und Toten keinen Grund für weitreichende Lockerungen.

Coronavirus: „Gesellschaftsvertrag zwischen Regierenden und Bevölkerung nötig“

Restle fordert einen neuen Gesellschaftsvertrag für Krisenzeiten: einen neuen „Deal“ zwischen Regierenden und Bevölkerung. Sozusagen Selbstdisziplin und Akzeptanz von Beschränkungen gegen fundierte Aussagen der Regierung, und vor allem: „Mehr Schutz für unsere Freiheit.“

Vor allem seien endlich mit aussagekräftige Zahlen durch repräsentative Tests nötig. Aber Restle bezieht sich auch konkret auf die anvisierten Schulöffnungen - die er auch als einen besonderen Akt sozialer Gerechtigkeit sieht. Aber auch hier muss die Regierung erstmal liefern: Und zwar „genügend Schutzausrüstung für Lehrerinnen und Erzieher und alle, die künftig auf engeren Kontakt mit anderen Menschen angewiesen sind“, sagt Restle. „Wer morgen Schulen wieder öffnen will, muss heute dafür sorgen, dass Lehrende wie Lernende geschützt sind.“

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