Fast einstimmig

CSU-Bezirkswahlen: Manfred Weber wiedergewählt

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Manfred Weber.

Barbing/Essenbach - Nach außen präsentiert sich die CSU bei zwei Bezirksparteitagen geschlossen. Zugleich gibt es klare Anzeichen der Lagerbildung im Rennen um die Nachfolge von Parteichef Horst Seehofer.

Die CSU hat zwei Politiker der mittleren Generation gestärkt: Der als künftiger Parteivize vorgesehene Europapolitiker Manfred Weber (43) wurde am Samstag beim Bezirksparteitag der Niederbayern-CSU in Essenbach mit 99,5 Prozent als Vorsitzender wiedergewählt. Der Chef der konservativen EVP-Fraktion wird diesen Posten aber nur noch wenige Monate behalten, er soll im Herbst auf dem großen Parteitag zu einem der vier Stellvertreter von CSU-Chef Horst Seehofer gewählt werden. „Der Manfred Weber spielt jetzt in der Champions League“, sagte Seehofer.

Von der zweiten in die erste Reihe der Christsozialen rückte der bayerische Finanzstaatssekretär Albert Füracker auf. Er wurde beim Bezirksparteitag der Oberpfälzer in Barbing bei Regensburg mit 99 Prozent zum Vorsitzenden gewählt. Füracker folgt der bayerischen Sozialministerin Emilia Müller an der Spitze des zweitgrößten CSU-Bezirksverbands.

Seehofer betonte die Stärke und Geschlossenheit der CSU. „Die CSU liegt meilenweit vor allen Wettbewerbern“, sagte er in Essenbach zu Umfragen, nach denen die absolute Mehrheit in Bayern ungefährdet erscheint. Gleichzeitig mehren sich jedoch die Anzeichen einer Lagerbildung im Wettkampf zwischen Finanzminister Markus Söder und Wirtschaftsministerin Ilse Aigner um die Seehofer-Nachfolge.

Füracker sandte in Barbing ein deutliches Signal an den von Aigner geführten oberbayerischen CSU-Bezirksverband und dessen Ansprüche auf die Chefposten in CSU und Staatskanzlei: „Bloß weil man in Oberbayern ist, ist man nicht automatisch Ober-Bayer.“

In der Oberbayern-CSU gab es wegen der Konkurrenz Aigners und Söders am Wochenende internen Zündstoff: Der Bundestagsabgeordnete Florian Hahn zog sich den Ärger von Parteifreunden zu, weil er Söder bei einer Bierzeltveranstaltung die Eignung für die „Nummer eins“ in Bayern bescheinigt hatte. Im Oberbayern-Bezirksvorstand wird das als Illoyalität gegen Aigner gewertet.

In einem „Spiegel“-Interview bekräftigte Seehofer, dass er den früheren Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg gerne für die CSU zurückgewinnen würde. „Die Tür steht offen.“ Dabei gehe es ihm „um die optimale Aufstellung“ der Partei: „Da brauchen wir an der Spitze Macher, Visionäre, Typen.“ Als potenziellen eigenen Nachfolger sieht ihn Seehofer derzeit aber nicht: „Ich locke nicht mit Angeboten.“ Guttenberg, der 2011 wegen Plagiaten in seiner Doktorarbeit von allen politischen Ämtern zurückgetreten war, galt ehedem als schärfster Rivale Söders.

dpa

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