Die Art vermehrt sich stark und kommt in allen Landkreisen Niedersachsens vor

Der Dachs fühlt sich wohl

Kennzeichen weiß-schwarze Streifen: Dachse – ein Jung- und ein Muttertier – in einer Mulde, vermehren sich in Niedersachsen stetig, der Bestand nimmt zu. Die meisten Abschusszahlen verzeichnen Jäger im Landkreis Göttingen. Archivfoto: Kalden/nh

Göttingen. In Niedersachsen sind die Dachse wieder auf dem Vormarsch. Nachdem der Dachs Ende der 70er-Jahre noch auf der Roten Liste stand, werden jetzt zahlreiche dieser Tiere geschossen. Allein im Landkreis Göttingen waren es im abgelaufenen Jagdjahr 414 Tiere. Das sind so viele wie in keinem anderen niedersächsischen Landkreis und gut viermal so viele wie Ende der 70er-Jahre im gesamten Bundesland. Nach Angaben der Landesjägerschaft gibt es Dachse mittlerweile wieder in jedem Landkreis in Niedersachsen.

Vor gut 30 Jahren war der Dachs in vielen Landesteilen als Folge der Begasungsaktionen, die eigentlich tollwütigen Füchsen galten, fast ausgerottet. Fuchs und Dachs leben vielfach im selben Bau. Die Folge: Die Dachse starben und die Art wurde auf die Rote Liste der bedrohten Tierarten gesetzt.

Dort steht er heute nicht mehr. „Denn inzwischen ist die Art gewaltig auf dem Vormarsch“, sagt Florian Röhlfing von der Landesjägerschaft. Im Jagdjahr 2010/2011 wurden niedersachsenweit 6115 tote Dachse gezählt, mehr als in jedem anderen Jahr seit Einführung der Statistik 1958. Die meisten davon wurden von Jägern geschossen, etwa 1250 Dachse wurden auf Straßen und Schienen überfahren.

Die sogenannte Strecke, also die getöteten Tiere, lasse Rückschlüsse darauf zu, dass die Dachs-Population in Niedersachsen in den vergangenen Jahrzehnten immer größer geworden sei, sagte Röhlfing. Wie viele Dachse landesweit leben, lasse sich allerdings kaum schätzen.

Grundsätzlich komme den Tieren zugute, dass sie Allesfresser sind und keine natürlichen Feinde haben. Dachse sind nachtaktiv und daher selten zu beobachten, in der kalten Jahreszeit noch weniger als im Sommer. Denn sie halten Winterruhe, die sie allerdings mehrfach unterbrechen, um Vorräte zu sammeln, Beute zu machen oder von Vorräten zu fressen.

Die meisten Dachse in Niedersachsen leben in den waldreichen Mittelgebirgs- und Heideregionen im Süden und Osten des Landes. So erlegten die Jäger die meisten Tiere in den Landkreisen Göttingen und Hameln-Pyrmont. (lni)

Von Matthias Brunnert

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