Medizintechnikhersteller erwirtschaftet 2011 Rekordumsatz, Ergebnis sinkt aber

Dämpfer für B.Braun

Melsungen. Gestiegene Kosten, höhere Rohstoffpreise und ein ungünstiger Euro-Dollar-Kurs haben dem Geschäft des Medizintechnik- und Pharmaherstellers B.Braun Melsungen AG im vergangenen Jahr einen Dämpfer verpasst. Das weltweit tätige Unternehmen mit Stammsitz im Schwalm-Eder-Kreis konnte den Umsatz zwar um 4,2 Prozent auf den Rekordwert von 4,6 Milliarden ausweiten, musste beim Ertrag aber Abstriche machen. „2011 war stark geprägt von den hohen Investitionen“, sagte Vorstandschef Heinz-Walter Große, der vor knapp einem Jahr Ludwig Georg Braun an der Konzernspitze abgelöst hatte.

Das Hauptgeschäft der Melsunger sind Artikel für Krankenhausbedarf. Umsatztreiber waren injizierbare Medikamente und Katheter. Die zweitgrößte Sparte Aesculap wuchs vor allem mit Produkten für die Chirurgie.

Von all dem soll in Zukunft noch mehr produziert werden. Doch wenn neue Fabriken anlaufen, kosten sie erst einmal Geld. So produziert das neue Werk Life Nutrition in Melsungen zwar bereits Produkte für die klinische Ernährung, kann diese aber wegen der aufwändigen Start- und Testphase frühestens Ende 2013 verkaufen.

Der Konzern will von 2012 bis 2015 zwei bis 2,5 Mrd. Euro investieren, 1,6 Mrd. Euro davon in den Neu- und Ausbau von Werken. Der größte Teil des Geldes wird ins Ausland fließen. Von den 2,4 Mrd. Euro, die B.Braun in den vergangenen fünf Jahren investiert hatte, war eine Mrd. Euro in Deutschland ausgegeben worden.

Neben den Anlaufkosten belastete der schwächere Dollar den Ertrag. So ging das Nordamerika-Geschäft, das knapp ein Fünftel zum Konzernumsatz beisteuerte, um 3,4 Prozent auf 908 Mio. Euro zurück. Insgesamt nagten die Währungsverschiebungen mit 18 Millionen Euro am Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda), während sie es 2010 ebenso stark aufgepolstert hatten. Das Ebitda sank um 1,7 Prozent auf 688,5 Mio. Euro.

Unterm Strich blieb ein Gewinn von 255,7 Millionen Euro, 7,8 Prozent weniger als im Vorjahr. Doch der Konzern hält an seinen Wachstumsplänen fest: Bis 2015 soll der Umsatz auf rund sechs Mrd. Euro klettern. „Das zu schaffen„wird eine spannende Aufgabe für den Vorstand sein“, sagt Große. Er setzt auf die neuen Werke, auf die Wachstumsmärkte in Russland, China, Brasilien und Asien. Für dieses Jahr erwartet Große einen Umsatz von 4,8 Mrd. Euro und einen Vorsteuergewinn von 390 bis 400 Mio. Euro.

44 000 Beschäftigte

Weltweit arbeiten knapp 44 000 Menschen für die Melsunger, etwa jeder vierte von ihnen in Deutschland. Es könnten noch mehr werden. Denn der Konzern kauft Unternehmen zu, um bestehende Geschäftsfelder zu ergänzen. So übernahm B.Braun zu Jahresbeginn den fränkischen Spezialnahrungshersteller Nutrichem. Geld zum Firmen-Kauf haben die Nordhessen: Bis zu 500 Millionen Euro können sie aus den flüssigen Mitteln aufbringen.

Von Barbara Will

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