Am Freitag ist Dankeschön-Tag für die Polizei

Danke, Polizei: Was Polizisten jeden Tag aushalten müssen

Kassel/Göttingen. Sie arbeiten nachts, am Wochenende und oft dort, wo andere keinen Fuß hinsetzen würden: Polizisten haben ein harten Job, der häufig nicht gewürdigt wird. 

Am Freitag, 21. April, rufen wir den Dankeschön-Tag für Polizisten aus. Schicken Sie uns ihre Danksagung an online@hna.de oder kommentieren Sie unter diesem Artikel. Die gesammelten Einsendungen übergeben wir am Freitag der Polizei.

Ständige Ungewissheit gehört zu diesem Job dazu. Ein Polizist, der zu einem Einsatz rausfährt, weiß nie, was ihn erwartet. „Das ist das eigentlich Prägende,“ sagt einer, der seit 41 Jahren im Polizeidienst ist. Mit Namen hervorheben möchte er sich nicht, weil das, was er schildert, alle Polizisten erleben. Sich prügelnde Paare, die plötzlich gemeinsam auf die Beamten losgehen, eine Unfallaufnahme, die eskaliert, aggressive Ruhestörer – das kommt im Alltag von Streifenpolizisten häufig vor.

Dass sie dabei getreten, beleidigt und angespuckt werden – das kommt immer häufiger vor. Respektlosigkeiten und Gewalt gegen Polizisten seien zwar noch Ausnahmen, „aber die werden mehr“.

Widerstand

Bundesweit blieb die Zahl der Anzeigen wegen Widerstands gegen Polizisten in etwa stabil: 20 258 im Jahr 2015 gegenüber 20 607 in 2014. Aktuellere Zahlen gibt es nicht. Allein in Hessen wurden im vergangenen Jahr 3500 Polizisten Opfer von Gewalt. Beim Polizeipräsidium Nordhessen gab es im vergangenen Jahr 220 Anzeigen wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte, 65 mehr als 2015. Die Polizeidirektion Göttingen verzeichnete 209 solcher Anzeigen, 2015 waren es 171.

Personalstärke

Bundesweit gab es nach Angaben des Statistikportals Statista 2016 rund 220.000 Polizisten. Zehn Jahre zuvor waren es rund 250.000. In Hessen versahen im vergangenen Jahr rund 14.000 Polizisten Dienst, in Niedersachsen rund 18.000. Bei der Polizeidirektion Göttingen etwa liegt das Durchschnittsalter der Polizisten bei 46,6 Jahren, in Northeim/Osterode bei 48,29 Jahren.

Überstunden

Frühdienst, Spätdienst, Nachtdienst: Laut Gewerkschaft der Polizei (GdP) schieben Polizisten bundesweit 22 Millionen Überstunden vor sich her. In Niedersachsen haben Polizisten laut Innenministerium zum 31. Dezember 2016 rund 1,4 Millionen Überstunden geleistet, allein im Bereich der Polizeidirektion Göttingen rund 192 000.

Demonstrationen

Allein bei den Demonstrationen zum 1. Mai in Berlin sind etwa 6000 bis 7000 Polizisten im Einsatz, schätzt die GdP. Insgesamt habe die Zahl der Demos zugenommen. So gibt es in Berlin mehr als 5000 angemeldete Demos pro Jahr. Auch politische Gipfeltreffen bedeuten Großeinsätze für die Polizei. Den G 7-Gipfel in Elmau (Bayern) im Juni 2015 sicherten 13.000 Polizisten, beim G 20-Gipfel in Hamburg im kommenden Juli werden es wohl mehr als 10.000 sein.

Fußball

Bei einem regulären Bundesligaspiel sorgen 100 bis 200 Polizisten in und um das Stadion für Ordnung. Bei Risiko-Spielen wie Borussia Dortmund-FC Schalke 04 sind bis zu 800 Polizisten vonnöten. Hinzu kommen Bundespolizisten, die nicht nur die Bahnhöfe der Austragungsorte sichern, sondern inzwischen auch Umsteigepunkte, an denen Fans aufeinandertreffen könnten. Vor Ostern kritisierten GdP und Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) die dichte Terminierung der Spiele Braunschweig-Hannover am Samstag und Werder Bremen-HSV am Ostersonntag.

Gehalt

Die Höhe des Solds ist abhängig vom jeweiligen Bundesland. Der Unterschied von Land zu Land kann bis zu 400 Euro betragen. Ein lediger Polizeikommissar in Hessen beispielsweise erhält nach der Ausbildung ein Einstiegsgehalt von etwa 2300 Euro netto.

Lesen Sie dazu auch den Aufruf von HNA-Chefredakteur Horst Seidenfaden, unserer Polizei einmal deutlich Danke zu sagen.

Rubriklistenbild: © dpa

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