Gegen das geplante Wintersportzentrum im Harz regt sich massiver Widerstand

„Das ist der falsche Weg“

Wurmberg im Winter und Sommer: Auf dem zweithöchsten Berg im Harz soll ein Wintersportzentrum entstehen.

Goslar. Schnellere neue Lifte, bessere Pisten, Beschneiungsanlagen und Service-Einrichtungen - damit werden Wintersportler in großer Zahl auf den 971 Meter hohen Wurmberg bei Braunlage gelockt.

So stellen es sich Harzer Tourismus-Manager und Goslars Landrat Stephan Manke vor. Das Projekt werde nicht nur die Stadt Braunlage, sondern die gesamte Westharzregion touristisch voran bringen, sagte der SPD-Politiker, als er die Pläne zu Beginn dieses Jahres präsentierte.

Jetzt, ein halbes Jahr später, melden sich die Westharzer Naturschutzverbände mit massiver Kritik zu Wort. Die Planungen für den Wurmberg seien maßlos und völlig überzogen, heißt es in einer am Mittwoch veröffentlichten gemeinsamen Presseerklärung von BUND, Nabu, Naturfreunden und Bürgerinitiativen. Sollten die Planungen realisiert werden, würden Natur und Landschaft verschandelt und zerstört. Angesichts des Klimawandels drohe das fast zehn Millionen Euro teure Wintersport-Projekt zudem zu einer riesigen Fehlinvestition zu werden.

„Die Grundlage für den sanften Tourismus, von dem der Harz lebt, würde zerstört“, sagte der Goslarer BUND-Kreisvorsitzende Knut Haverkamp. Investitionen für den Tourismus im Westharz seien zwar erforderlich. „Aber das Wurmberg-Projekt ist der falsche Weg“. Das wichtigste Potenzial des Harzes, die Natur, würde zu stark beeinträchtigt.

Nach Angaben der Umweltverbände sollen am Wurmberg gut 16 Hektar Wald für neue Posten gerodet werden. Für Schneekanonen würde auf der Bergkuppe zudem ein 5000 Quadratmeter großer Teich entstehen, um mit dessen Wasser jährlich 80 000 Kubikmeter Kunstschnee zu produzieren. Auch der Neubau von 600 Parkplätzen würde weitere Naturflächen verschlingen.

Der Harz werbe seit Jahren mit sanftem Tourismus, sagte Haverkamp. Mit einer solchen „gigantomanischen Planung des harten Tourismus“ mache sich die Region unglaubwürdig.

Von Matthias Brunnert

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