Auf Dauer Präsident? Seehofer hat keine Lust

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Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) sieht seine Aufgabe als Interims-Bundespräsident als schöne und lehrreiche Erfahrung - würde das Amt aber nicht dauerhaft haben wollen.

München - Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) sieht seine Aufgabe als Interims-Bundespräsident als schöne und lehrreiche Erfahrung - würde das Amt aber nicht dauerhaft haben wollen.

“Ich habe das schönste Amt, das es zu vergeben gibt - bayerischer Ministerpräsident“, sagte Seehofer am Mittwoch in München. Seine Pflicht, nach dem Rücktritt von Bundespräsident Christian Wulff vorübergehend die Amtsgeschäfte des Staatsoberhaupts wahrzunehmen, nannte der CSU-Vorsitzende “eine schöne Erfahrung für die eigene politische Tätigkeit - aber auch nicht mehr“.

“Das ist wieder eine andere Welt, die mehr in das Repräsentative, Präsidiale geht - und weniger in das operative Geschäft“, erklärte er. Seehofer betonte allerdings, er beschränke sich dabei “auf das Unabweisbare und Notwendige“. “Und in gut zwei Wochen ist schon wieder alles vorbei“, sagte er. “Noch ein Gelöbnis, ein paar Botschafter, ein paar Urkunden - Auslandsreisen habe ich abgesagt.“ Eine eigentlich geplante Afrika-Reise etwa solle dann der neue Bundespräsident übernehmen. “Das, was nach der Verfassung geschehen muss, das geschieht“, betonte der bayerische Ministerpräsident aber.

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Auch wenn er dann wieder “nur“ Ministerpräsident und CSU-Chef ist, will Seehofer seine aktuell praktizierte Zurückhaltung in der parteipolitischen Auseinandersetzung nicht ganz ablegen. Mit Blick auf sein Amt als bayerischer Regierungschef sagte er: “Ich habe jetzt Spaß gefunden an dieser Landesvaterrolle - wenn ich das mal so sagen darf: Ausgleichen, Probleme aufzunehmen, Probleme zu lösen - und sich nicht jetzt jeden Tag irgendwo in Auseinandersetzungen zu quälen.“

Auch im Landtagswahlkampf will sich Seehofer zurücknehmen. Er sehe derzeit keine Notwendigkeit, da zuzulegen. “Das ist doch eher eine Unterforderung.“ Er forsche ja immer, wo die CSU durch sachliche Vorschläge des politischen Gegners unter Druck geraten könnte, erläutere Seehofer - urteilte dann aber gleich: “Da ist nichts.“

dpa

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