Aktuelle Maßnahmen in der Kritik

Angst vor Delta-Variante: Bundesländer fordern härtere Corona-Einreiseregeln

Die Delta-Variante des Coronavirus breitet sich aus. In Deutschland fordern die Bundesländer nun strengere Vorschriften für die Einreise aus Risikogebieten. 

Kassel - Aus Sorge vor der sich immer weiter ausbreitenden Delta-Variante des Coronavirus in Deutschland wollen die Bundesländer die Regeln für die Einreise aus Risikogebieten verschärfen. Auch wenn die Corona-Inzidenzen in Deutschland weiter sinken und es immer mehr Lockerungen gibt, sollen die Vorschriften bezüglich Reisen verschärft werden.

Einem Bericht des Magazins „Business Insider“ zufolge wollen die Bundesländer in Deutschland strengere Einreisevorschriften im Rahmen der Corona-Pandemie durchsetzen. Besonders in der Kritik stehen in einem Beschlussentwurf für die Gesundheitsministerkonferenz am Mittwoch (16.06.2021) die Regeln für Einreisen aus einfachen Risikogebieten.

Häusliche Quarantäne nach Einreise aus Corona-Risikogebiet könne umgangen werden

„Die GMK ist angesichts der lückenhaften Einreisebestimmungen besorgt, dass es im Rahmen der bevorstehenden Urlaubs- und Reisesaison zu einem Einschleppen von Virusvarianten (insbesondere der Delta-Variante) kommt, deren Ausbreitung durch das bis Herbst erreichbare Impfniveau nicht hinreichend kompensiert werden und aufgrund der insbesondere bei der Delta-Variante erhöhten Anzahl schwerer Krankheitsverläufe das Gesundheitssystem überlasten kann“ heißt es in einem Beschlusspapier für die Gesundheitsministerkonferenz.

Corona-Varianten
Alphain Großbritannien aufgetauchte Variante B.1.1.7
Betain Südafrika aufgetauchte Variante B.1.351
Gammain Brasilien aufgetauchte Variante P.1
Deltain Indien aufgetauchte Variante B.1.617.2

Wer aus einem einfachen Risikogebiet kommt, könne laut Berichten von „Business Insider“ die häusliche Quarantäne umgehen, indem er sich unmittelbar auf Corona testen lässt und das negative Testergebnis über ein zentrales Portal meldet. Diese Möglichkeit führe zu einer lückenhaften Früherkennung möglicher Infektionen.

Maßnahmen für Einreise verschärfen, um vierte Corona-Welle zu vermeiden

Angesichts der neuen Corona-Virusvarianten sei es notwendig, vor der anstehenden Reisesaison über eine einfache, aber effiziente Absicherung von Einschleppungen zu diskutieren und geeignete Maßnahmen zu ergreifen, um eine vierte Welle in der Corona-Pandemie zu vermeiden, heißt es weiter in dem Entwurf. Eine Option sei eine generelle „Zwei-Test-Strategie“, bei der sich jeder bei der Einreise und fünf Tage später erneut testen lassen müsste. Während dieser Zeit solle eine Kontaktliste geführt werden. Als besonders gefährlich gilt die Delta-Variante, da bei Infektionen mit dieser Variante des Coronavirus offenbar neue Symptome auftreten.

Die Delta-Variante des Coronavirus breitet sich aus. In Deutschland fordern die Bundesländer nun strengere Vorschriften für die Einreise aus Risikogebieten. (Symbolbild)

Weiterhin wird kritisiert, dass für Urlaubs-Rückkehrer aktuell ein Testnachweis, der 48 Stunden vor der Einreise durchgeführt wurde, reiche. Das Infektionsrisiko, welches in dem Zeitraum zwischen Test und der Einreise bestehe, könne nicht überprüft werden. Selbst für Einreisen aus Hochinzidenzgebieten seien die Vorschriften aufgrund von zahlreichen Ausnahmen lückenhaft. (Helena Gries)

Rubriklistenbild: © Armin Weigel/dpa

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