Zustände "wie in einem KZ"

Lampedusa: Demütigungen in Auffanglager

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Ein Video zeigt die demütigenden Zustände, welche die Flüchtlinge auf Lampedusa ertragen müssen

Brüssel - Die EU-Kommission hat sich erschüttert über den Umgang mit Flüchtlingen auf der italienischen Mittelmeerinsel geäußert und juristische Schritte angedroht.

"Wir haben eine Untersuchung zur entsetzlichen Behandlung in zahlreichen Auffanglagern eröffnet", erklärte Innenkommissarin Cecilia Malmström am Mittwoch über den Kurznachrichtendienst Twitter. Ihre Behörde werde auch "nicht zögern, ein Vertragsverletzungsverfahren einzuleiten", warnte sie. Italiens Regierungschef Enrico Letta versprach "gründliche" Ermittlungen zu dem Fall, um "die Verantwortlichen zu bestrafen".

Beide Politiker reagierten auf einen Bericht des italienischen Fernsehsenders Rai2, der am Montagabend ausgestrahlt worden war. Zu sehen waren Aufnahmen, die ein Flüchtling mit versteckter Kamera gefilmt hatte: "Die Migranten müssen Schlange stehen zum Duschen, nackt, in der windigen Kälte, um sich mit einem Desinfektionsmittel abbrausen zu lassen", fasste die Zeitung "Corriere della Sera" anschließend zusammen. Die Bürgermeisterin von Lampedusa sprach von Zuständen wie in einem "Konzentrationslager", andere Politiker und Menschenrechtler zeigten sich ebenfalls entsetzt.

Für afrikanische Flüchtlinge, die jedes Jahr zu Tausenden versuchen, über das Mittelmeer in die Europäische Union zu gelangen, ist Lampedusa eines der wichtigsten Ziele. Ihre oft kaum seetauglichen Boote geraten dabei regelmäßig in Seenot, alljährlich sterben hunderte Menschen auf dem Weg über das Meer. Seit der Flüchtlingstragödie Anfang Oktober vor Lampedusa mit mehr als 360 Toten steht die Einwanderungspolitik der Europäischen Union verstärkt in der Kritik, da sie vor allem auf striktere Abschottung setzt.

Lampedusa: Flüchtlingselend in Italien

Lampedusa: Flüchtlingselend in Italien

afp/nh

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