Verdi rief zum Ausstand auf: In Hannover und anderen Städten blieben die Busse in den Depots

„Der Streik ist spürbar gewesen“

Ein streikender Angestellter mit Christian Wulff-Maske bei der Verdi-Kundgebung gestern auf dem Ernst-August-Platz in Hannover. Foto:  dpa

Hannover. Die Warnstreikwelle im öffentlichen Dienst hat gestern Niedersachsen erreicht. Trotz stillstehender Bahnen und Busse in Hannover blieb ein Verkehrschaos während der Computermesse Cebit aus.

Zu dem ganztägigen Protest aufgerufen hatte die Gewerkschaft Verdi. An einer zentralen Kundgebung in Hannover beteiligten sich laut Verdi 7000 Menschen. Weitere Schwerpunkte der Warnstreiks waren Oldenburg, Osnabrück, Hildesheim, Braunschweig und Lüneburg. Außer dem Nahverkehr waren auch Kindergärten, Sparkassen und die Müllabfuhr betroffen.

Aufatmen gab es in der Landeshauptstadt, wo gravierende Staus nach Angaben der Verkehrsmanagementzentrale ausblieben. Pendler seien dem Rat gefolgt, deutlich früher in die City zu fahren, so dass sie dem Verkehr Richtung Messe nicht in die Quere kamen. „Alles problemlos“, sagte eine Polizeisprecherin.

Pendelbusse für Cebit-Gäste

Laut Verkehrsbetriebe waren mehr als eine halbe Million Menschen von dem Streik betroffen waren, darunter zehntausende Messegäste. Für sie wurden allerdings Pendelbusse eingesetzt, außerdem setzte die Deutsche Bahn zusätzliche Züge zur Messe ein. Auch waren Autofahrer aufgerufen, Messegäste zum Messegelände mitzunehmen. „Unser Hotel hat ein Taxi für alle organisiert“, berichtete ein Messebesucher aus den USA. Bis zum späten Nachmittag registrierten die Cebit-Veranstalter deutlich weniger Besucher, als sie bei normaler Verkehrslage erwartet hätten. „Der Streik ist spürbar gewesen“, sagte Messesprecher Hartwig von Saß.

Auch in Hildesheim blieben Busse in den Depots, einen eingeschränkten Stadtverkehr gab es aber. In Braunschweig wurde ebenfalls der Nahverkehr bestreikt, in Folge blieben etliche Schüler zu Hause.

Verdi und der Beamtenbund dbb fordern für die Beschäftigten von Bund und Kommunen 6,5 Prozent mehr Geld, mindestens jedoch 200 Euro monatlich mehr. Die Arbeitgeber haben kein eigenes Angebot vorgelegt. (lni)

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