Deutsche Expo-Gegner in Italien angezeigt

+
Deutscher Pavillon auf dem Expo-Gelände in Mailand. Die italienische Polizei geht konsequent gegen die Gegner der Weltausstellung vor, darunter auch Deutsche. Foto: Mourad Balti

Am Freitag soll die Expo in Mailand eröffnet werden - befürchtet werden auch gewalttätige Proteste. Die Polizei geht nun konsequent gegen die Gegner vor. Auch einige Deutsche geraten unter Verdacht.

Rom/Mailand (dpa) - Wenige Tage vor Beginn der Expo sind mehrere mutmaßliche Gegner der Weltausstellung in Mailand ins Visier der Polizei geraten, darunter auch Deutsche.

Ein Bundesbürger wurde am Dienstag festgenommen, weil ihm der Besitz von explosivem Material vorgeworfen wird, wie die Polizei erklärte. Am Dienstag und Mittwoch seien die Behörden gegen mehrere mutmaßliche Anarchisten vorgegangen - mehr als 25 Menschen wurden angezeigt, darunter drei Deutsche.

Die Polizei fand unter anderem Material zum Bau von Molotowcocktails, Schlagstöcke und Gasmasken. Ein Gericht lehnte am Dienstagabend zunächst einen Antrag der Polizei ab, wonach drei Deutsche und mehrere Franzosen aus Italien ausgewiesen werden sollten. Nach einem erneuten Antrag sollte in einer weiteren Anhörung erneut über die Ausweisung der Deutschen entschieden werden, hieß es Mittwoch. Den Franzosen wurden zehn Tage Zeit eingeräumt, das Land zu verlassen.

Am Donnerstagnachmittag soll laut Nachrichtenagentur Ansa in einer Anhörung über das Schicksal des Deutschen entschieden werden, der wegen des Besitzes von explosivem Material festgenommen worden war.

Die Expo beginnt diesen Freitag (1. Mai). Gegner der Gruppe "No Expo" haben für den Eröffnungstag eine Demonstration angekündigt. Befürchtet werden gewalttätige Proteste. In Mailand sollen daher 2600 zusätzliche Sicherheitskräfte im Einsatz sein, Medienberichten zufolge werden etwa 200 Aktivisten aus ganz Europa erwartet. "Etwas Besorgnis ist da, auch wenn ich weiß, dass die Behörden hart arbeiten", sagte der Präsident der Lombardei, Roberto Maroni.

Italiens Innenminister Angelino Alfano erklärte, die Polizeiaktion gegen die Expo-Gegner sei der Beweis, dass das "System der Prävention" funktioniere. Null Risiko gebe es in keinem Land, aber die Operation zeige, dass der Staat stärker als seine Gegner sei.

Internetseite No Expo

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken, um Missbrauch zu vermeiden.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.