Deutsche Spione in Gefahr? BND-Agent gab Namensliste an USA

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Der im Sommer 2014 enttarnte BND-Agent hat eine Liste mit den echten Namen Hunderter BND-Agenten an US-Dienste ausgehändigt. Foto: Soeren Stache

Berlin (dpa) - Leck beim Auslandsgeheimdienst BND: Der im vorigen Sommer enttarnte mutmaßliche Doppelagent hat eine Liste mit den echten Namen Hunderter BND-Agenten an befreundete US-Dienste weitergegeben.

Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur soll es sich aber um eine veraltete Liste gehandelt haben, auf der wesentlich weniger Namen standen als die in der "Bild"-Zeitung zunächst genannten 3500 Namen.

Eine Vielzahl der in dem Papier aufgeführten Mitarbeiter der Abteilung "EA - Einsatzgebiete/Auslandsbeziehungen" sei auch nicht mehr beim Bundesnachrichtendienst tätig. Intern werde der operative Schaden für den deutschen Auslandsgeheimdienst und seine Mitarbeiter als eher begrenzt bewertet. Die Abteilung EA versorgt unter anderem die Bundeswehr bei Auslandseinsätzen mit Informationen zum Schutz deutscher und alliierter Soldaten.

Wie die dpa weiter erfuhr, spricht derzeit nichts dafür, dass der Mann die Liste nicht nur an US-Dienste, sondern auch an andere Geheimdienste etwa in Russland oder China verkauft haben könnte.

Der Bundesnachrichtendienst wollte sich am Mittwoch mit Hinweis auf das bei der Bundesanwaltschaft laufende Ermittlungsverfahren nicht zu den neuen Erkenntnissen äußern.

Nach "Bild"-Informationen hatte der Mann die als streng geheim eingestufte Liste mit Klar- und Decknamen zu Hause auf einer privaten Festplatte gespeichert, die bei einer Durchsuchung im Sommer 2014 sichergestellt wurde. Der Datenträger sei erst jetzt systematisch ausgewertet worden. Dem beim BND aufgeflogenen Spion wird vorgeworfen, binnen zwei Jahren 218 Dokumente an US-Geheimdienstler verkauft zu haben.

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