Deutsche Taliban-Kämpfer bekennen sich zu Anschlag

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Deutsche Taliban-Kämpfer haben sich nach einem Medienbericht erstmals zu tödlichen Anschlägen in Afghanistan bekannt.

Berlin/Köln - Deutsche Taliban-Kämpfer haben sich nach einem Medienbericht erstmals zu tödlichen Anschlägen in Afghanistan bekannt. Experten prüfen derzeit ein Bekennervideo.

Das berichtet “Spiegel Online“. Die “Deutschen Taliban-Mudschahedin“, eine militante Gruppierung unter dem Kommando der radikalislamischen Taliban, brüsten sich dem Bericht zufolge in einem Video damit, ein afghanisches Militärcamp und eine afghanisch-amerikanische Basis in der Provinz Paktika angegriffen zu haben. Der Bundesverfassungsschutz bestätigte zunächst lediglich die Existenz des Bandes. “Wir kennen das Video, es liegt uns zur Auswertung vor“, sagte eine Sprecherin am Mittwoch in Köln. Zu Herkunft oder Inhalten seien dem Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) aber noch keinerlei Aussagen möglich.

Das sind die Taliban

Der Begriff Taliban (“Koranschüler“) hat sich als Bezeichnung für die islamistischen Aufständischen in Afghanistan eingebürgert. © dpa
Die “Gotteskrieger“ kämpfen für einen Abzug der ausländischen Soldaten und den Sturz der Regierung Karsai. © AP
Sie wollen wieder ihr Islamisches Emirat Afghanistan errichten. © AP
Bis 2001 hatten sie die Macht über das Land am Hindukusch. © AP
Maßstab aller Ordnung ist für die Taliban eine besonders strenge Auslegung der Scharia, des islamischen Rechts. Foto: Afghanische Frau in einem Burka-Schleier. © dpa
Gegründet wurde die Bewegung von Absolventen pakistanischer und afghanischer Koranschulen. © AP
Die Taliban sind Sunniten, wie die Mitglieder aller derzeit international operierender islamistischer Terrorgruppen. © AP
Die Taliban konnten sich unter ihrem Anführer Mullah Omar nach dem Sturz ihres Regimes wieder zu einer schlagkräftigen Guerillatruppe formieren. © AP
Trotz mehr als 100 000 ausländischer Soldaten im Land sind sie seit einigen Monaten stark wie nie zuvor. © AP
Schätzungen über die Zahl ihrer Kämpfer reichen bis zu mehreren zehntausend. © AP
Anschläge und Angriffe werden oft vom benachbarten Pakistan aus gesteuert. © AP
Dabei nehmen die Taliban keine Rücksicht auf Unbeteiligte und sind für die meisten zivilen Opfer in dem Konflikt verantwortlich. © AP

Laut Bundesinnenministerium werden Anschläge gegen die internationalen Kräfte in Afghanistan regelmäßig medial verwertet. “Dies stellt insoweit noch keine Besonderheit dar.“ Jeder einzelne Fall werde von den Sicherheitsbehörden ernst genommen und umfassend geprüft. In dem Film, der auf einer Dschihadisten-Website veröffentlicht worden sein soll, treten nach Informationen von “Spiegel Online“ fünf Deutsch sprechende Kämpfer auf, ein weiterer Mann spreche Englisch. Außerdem sei ein unvermummter Kämpfer zu sehen, bei dem es sich möglicherweise um den Saarländer Eric Breininger handelt, der seit Jahren in Afghanistan vermutet wird. Dazu machte das Bundesamt für Verfassungsschutz keine Angaben.

dpa

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