Aktuelles Politbarometer

Deutsche wollen Neuwahlen, wenn Jamaika scheitert - Neuer Tiefstwert für Seehofer

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Ernste Minen: Kanzlerin Angela Merkel und CSU-Chef Horst Seehofer während der Jamaika-Gespräche.

Das wird CSU-Chef Seehofer nicht freuen: Im neuen Politbarometer erreicht er einen negativen Rekord, und auch die Unterstützung für Jamaika bröckelt. Überraschendes gibt es zum Familiennachzug für Flüchtlinge.

Das am Freitag veröffentlichte ZDF-Politbarometer zeigt: Sollte Jamaika trotz wochenlanger Sondierungen scheitern, fordern mehr als zwei Drittel der Deutschen (68 Prozent) Neuwahlen. 29 Prozent sind gegen Neuwahlen. Wann und wie es dazu kommen könnten, wenn die Sondierungen misslingen, lesen Sie hier.

Die langwierigen Jamaika-Verhandlungen haben die einst große Unterstützung für eine Koalition aus CDU, CSU, FDP und Grünen schrumpfen lassen, zeigen die aktuellen Zahlen des Politibarometers: Nur noch 50 Prozent (minus 7) wollen, dass es zu einer solchen Regierung kommt, 31 Prozent (plus 6) fänden das schlecht. 16 Prozent (plus 2) wäre es gleichgültig. 

Wenn am nächsten Sonntag bereits gewählt würde, gäbe es kaum Veränderungen. Die CDU/CSU käme auf 33 Prozent der Stimmen, die SPD auf 21 Prozent. Die Grünen würden zwölf Prozent erreichen, die FDP zehn Prozent. Die AfD liegt bei elf Prozent, die Linkspartei bei neun Prozent. 

Seehofers Rückhalt schwindet

CSU-Chef Horst Seehofer hat nach Einschätzung der Befragten des Politbarometers fast keinen Rückhalt mehr in der eigenen Partei. Nur noch zehn Prozent der Befragten glauben, dass die CSU in wichtigen politischen Fragen noch hinter ihrem Vorsitzenden steht. 75 Prozent glauben dies nicht.

Das Ergebnis korrespondiert damit, dass Seehofer in der vom Politbarometer erstellten Liste der zehn wichtigsten Politiker mit einem neuen persönlichen Tiefstwert von minus 0,2 Schlusslicht ist.

Deutliche Mehrheit für Familiennachzug

Überraschend deutlich fällt die Zustimmung der Deutschen zum Familiennachzug für Flüchtlinge aus: Für das Recht von anerkannten Asylbewerbern, Ehepartner oder Kinder nachzuholen, sprechen sich 67 Prozent der Befragten aus, nur 28 Prozent sind dagegen. Bei Anhängern aller Parteien außer der AfD gibt es deutliche Mehrheiten für einen Familiennachzug - von 67 Prozent bei der Union bis 88 Prozent bei den Grünen. Völlig anders ist das Meinungsbild bei den Anhängern der AfD, wo nur 19 Prozent für den Familiennachzug sind.

Der Familiennachzug ist ein zentraler Streitpunkt bei den Jamaika-Verhandlungen: Die Grünen wollen ihn zulassen, die CSU einschränken.

Für das Politbarometer befragte die Forschungsgruppe Wahlen von Dienstag bis Donnerstag 1303 Wahlberechtigte. 

smu/dpa/afp

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