Um eigenen Soldaten zu helfen

Deutscher Befehlshaber für bewaffnete Drohnen

Kabul - Der Einsatz von Kampfdrohnen durch die USA steht in der Kritik. Auch die Bundeswehr in Afghanistan hätte gerne bewaffnete Drohnen - um eigenen Soldaten bei Angriffen zu helfen.

Der Befehlshaber der deutschen Truppen in Nordafghanistan hat sich für den Einsatz bewaffneter Drohnen bei der Bundeswehr ausgesprochen. Nur mit ihnen hätte die Truppe die Möglichkeit, Soldaten im Angriffsfall ohne Verzögerung aus der Luft beizustehen, sagte Generalmajor Jörg Vollmer der Nachrichtenagentur dpa im Feldlager in Masar-i-Scharif. Bislang setzt die Bundeswehr drei geleaste Aufklärungsdrohnen vom Typ „Heron“ aus israelischer Produktion ein, die nicht bewaffnet sind.

Die „Heron“ gebe den Soldaten zwar die Möglichkeit, „in Echtzeit zu sehen, was dort passiert“, sagte Vollmer. Im Notfall müssten aber immer Kampfhubschrauber oder Flugzeuge angefordert werden, um Soldaten im Gefecht zu unterstützen. „Mit der unbewaffneten Drohne stehen Sie in dem Dilemma, dass dann, wenn etwas passiert, wenn die Soldaten beschossen werden, Sie zunächst mal am Bildschirm sitzen und das mit ansehen müssen. Sie können nicht reagieren. Mit der bewaffneten Drohne können wir zeitgerecht reagieren.“

Der amtierende Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) hatte sich vor der Bundestagswahl für die Beschaffung von bewaffneten unbemannten Flugzeugen ausgesprochen. Eine Entscheidung soll die nächste Bundesregierung treffen. Der „Heron“-Leasingvertrag läuft im Oktober 2014 aus, das Verteidigungsministerium strebt aber nach eigenen Angaben eine Verlängerung bis April 2015 an. Damit könnte die Bundeswehr die „Heron“ bis zum Auslaufen des Nato-Kampfeinsatzes in Afghanistan Ende 2014 nutzen.

Der Einsatz von Kampfdrohnen durch die USA besonders in Pakistan ist völkerrechtlich umstritten. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hatte in einem am Dienstag veröffentlichten Bericht kritisiert, bei einigen Angriffen könne es sich sogar um Kriegsverbrechen handeln. Die pakistanische Regierung fordert seit langem erfolglos ein Ende der Einsätze. Das sollte auch Thema bei einem Treffen des pakistanischen Premierministers Nawaz Sharif mit US-Präsident Barack Obama am Mittwoch in Washington sein.

Befürworter der Beschaffung von Kampfdrohnen für die Bundeswehr sehen keine Parallelen zu dem US-Einsatz. De Maizière hatte im Februar im Bundestag gesagt: „Für uns gilt unser Recht und unser Grundgesetz, und das würde auch gelten bei dem Einsatz von Drohnen.“

dpa

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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