Insgesamt elf Inhaftierte

Deutscher bei Menschenrechts-Workshop in Türkei festgenommen

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Ein Unterstützer der Menschenrechtsorganisation Amnesty International nimmt an einem Protest vor der Türkischen Botschaft in Berlin teil.

Die Polizei hat bei einem Workshop für Menschenrechte in Istanbul elf Menschen festgenommen - darunter einen Deutschen, der als Referent eingeladen war.

Wie Amnesty International am Donnerstag mitteilte, handelt es sich bei den Festgenommenen um die Direktorin der türkischen Sektion von Amnesty International, Idil Eser, sieben weitere Menschenrechtler, den Direktor des Hotels, in dem der Workshop stattfand, sowie einen Deutschen und einen schwedischen Staatsbürger, die beide als Referenten eingeladen worden waren.

Familien wurden nicht informiert, ein Anwalt verweigert

Wie der türkische Menschenrechtsverein (IHD) und mehrere Medien übereinstimmend berichteten, führte die Polizei die Aktivisten am Mittwoch auf der Istanbul vorgelagerten Insel Büyükada ab. Thema der Konferenz war nach Angaben von Amnesty „Digitale Sicherheit und Informationsmanagement“. Der IHD teilte mit, er habe nur durch Zufall von den Festnahmen erfahren. Die Familien der Aktivisten seien nicht informiert worden. Amnesty International zufolge wurde den Festgenommenen zunächst der Zugang zu Anwälten verwehrt.

Anfang Juni war bereits der Leiter der türkischen Amnesty-Sektion zusammen mit einem Dutzend weiterer Anwälte in Untersuchungshaft genommen worden. Nach dem Putschversuch vom Juli 2016 war in der Türkei der Notstand ausgerufen worden. In der Folge wurden mehrere zivilgesellschaftliche Organisationen geschlossen und es gab zahlreiche Festnahmen.

Der Generalsekretär von Amnesty International, Salil Shetty, appellierte an die Teilnehmer des G20-Gipfels, den türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan in Hamburg aufzufordern, alle Menschenrechtsverteidiger freizulassen.

dpa

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