Deutscher Terrorverdächtiger in Kenia gesucht

Nairobi - Kenias Polizei fahndet nach einem mutmaßlichen Islamisten aus Deutschland. Er soll für Terroranschläge in dem Land verantwortlich sein.

Der Mann namens Ahmed Khaled Mueller sei illegal in das ostafrikanische Land eingereist, um die somalische Islamistenmiliz Al-Schabaab bei Anschlägen zu unterstützen, meldeten örtliche Medien am Sonntag.

Die „Stuttgarter Nachrichten“ berichteten in ihrer Ausgabe „Sonntag aktuell“, der Konvertit heiße Andreas Martin Müller und trete auch unter dem Namen Abou Nusaibah auf. Er werde verdächtigt, am 29. April an einem Anschlag auf eine Kirche in Ngara bei Nairobi beteiligt gewesen zu sein, bei der zwei Menschen getötet und 15 verletzt worden seien.

Müller sei bereits im Mai 2009 bei der Einreise nach Pakistan festgenommen worden. Er habe im Afghanistankrieg die Aufständischen unterstützen wollen, schreibt das Blatt. Er habe enge Kontakte zu dem Ulmer Peter B. unterhalten, der mit der Frau des Anführers der Sauerland-Gruppe, Fritz Gelowicz, enge Beziehungen unterhielt, und habe sich mehrfach mit einem terrorverdächtigen Bosnier aus Ulm getroffen.

Der Mann soll mehrere Decknamen benutzen

Die kenianische Polizei veröffentlichte ein Foto des Deutschen und rief diesen auf, sich umgehend bei den Behörden zu melden, um der Antiterror-Einheit der Polizei übergeben zu werden. Der Mann sei möglicherweise bewaffnet und benutze mehrere Decknamen, hieß es.

Das Bundesinnenministerium erklärte, der Vorgang in Kenia sei bekannt. Die Behörden seien umfassend informiert. Auf deutschen Fahndungslisten steht der Gesuchte bisher nicht.

Kenia ist verstärkt Ziel für Terroranschläge von Islamisten, seit Nairobi im vergangenen Jahr bis zu 4600 Soldaten in das Nachbarland Somalia geschickt hat, um dort die Al-Schabaab zu bekämpfen. Die Organisation hatte zuvor mehrere europäische Touristen in Kenia entführt und nach Somalia verschleppt. Die dem Terrornetz Al-Kaida nahestehende Al-Schabaab will einen islamischen Gottesstaat in Somalia und bekämpft seit Jahren die dortige Übergangsregierung.

dpa

Rubriklistenbild: © Screenshot hiiraan.com

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