Informationen an Türkei verkauft

Spionage? Deutscher in Griechenland in Haft

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Griechenland und die Türkei streiten sich seit Jahrzehnten über Hoheitsrechte in der Ägäis.

Athen - Auf der griechischen Insel Chios ist ein 72-jähriger Deutscher unter Spionageverdacht festgenommen worden. Der Mann hat gestanden.

Dem Mann werde vorgeworfen, "mindestens drei Jahre lang" Lager und andere Einrichtungen des griechischen Militärs fotografiert und die Aufnahmen an die Türkei verkauft zu haben, teilte die Polizei am Samstag mit. „Der Festgenommene hat gestanden“, sagte Loukas Krikos, Sprecher der griechischen Polizei, der Nachrichtenagentur dpa.

Demnach war der Mann bei seiner Festnahme im Besitz von zwei Kameras, auf denen Bilder von Militärcamps auf der ostgriechischen Insel gespeichert waren. Bei einer Hausdurchsuchung entdeckte die Polizei nach eigenen Angaben mehrere Laptops, Handys, Karten sowie eine Brille, an die eine Minikamera montiert war. In den E-Mails des Verdächtigen fanden die Beamten eine Beschreibung der Festnahme einer Gruppe von Griechen und kurdischstämmigen Türken durch die griechische Küstenwache in der vergangenen Woche. Sie waren vor der Insel Chios mit Waffen an Bord eines Schiffes in Richtung der Türkei aufgegriffen worden.

Der 72-Jährige gab bei seiner Vernehmung an, erstmals im Sommer 2010 angeheuert worden zu sein, um Fotomaterial an die Türkei zu übergeben. Für seine Aufträge bekam er demnach zwischen 500 und 1500 Euro. Für wen genau er in der Türkei spioniert haben soll, blieb zunächst unklar. Die deutsche Botschaft in Athen bestätigte die Festnahme vom Freitag, ohne weitere Einzelheiten zu nennen.

Griechenland und die Türkei streiten sich seit Jahrzehnten über Hoheitsrechte in der Ägäis. Auf den Inseln der Ostägäis ist vielerorts wegen der Nähe zu Militäranlagen das Fotografieren verboten.

AFP/dpa

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