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Preis-Schock für Verbraucher: Immer mehr Unternehmen geben Kosten an Kunden weiter

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Von: Sandra Kathe

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Laut einer Ifo-Umfrage sollten Preiserhöhungen bei Unternehmen auch bei Verbraucherpreisen spürbar werden.
Laut einer Ifo-Umfrage sollten Preiserhöhungen bei Unternehmen auch bei Verbraucherpreisen spürbar werden. © Christoph Soeder/dpa

Die Energie- und Beschaffungskosten für Unternehmen steigen weiter. Das wird sich laut Prognose des Ifo-Instituts auch auf die Verbraucherpreise auswirken.

München – Zahlreiche Unternehmen in Deutschland planen wegen gestiegener Energie- und Beschaffungskosten eine Anhebung ihrer Preise. Das geht aus einer Umfrage des Münchner ifo-Instituts hervor. So rechneten fast die Hälfte der teilnehmenden Unternehmen mit steigenden Preisen in den kommenden drei Monaten und damit auch für Auswirkungen auf die Verbraucherpreise.

Im Schnitt stiegen die bei der Umfrage ermittelten Preiserwartungen im Januar auf einen neuen Höchststand, wie das Ifo-Institut am Montag (07.02.2022) mitteilte. „Die Unternehmen geben die gestiegenen Kosten für Energie sowie bei der Beschaffung von Vorprodukten und Handelswaren an ihre Kunden weiter“, erklärte der Leiter der Ifo-Konjunkturprognosen, Timo Wollmershäuser.

Ifo-Institut befragt Unternehmen: Prognose bei Inflation liegt bei vier Prozent

Gleichzeitig geht das Münchner Wirtschaftsforschungsinstitut inzwischen davon aus, dass die Inflationsrate in diesem Jahr bei vier Prozent liegen wird. Im Dezember war das Institut noch von einem Anstieg der Lebenshaltungskosten um 3,3 Prozent ausgegangen. Im Schnitt durch alle Wirtschaftszweige wollen demnach 46 Prozent der Unternehmen ihre Preise erhöhen, im Handel seien es laut Ifo aber noch deutlich mehr.

Die Umfrage ergab demnach, dass über 60 Prozent der Großhändler und knapp 58 Prozent der Einzelhändler mit Preiserhöhungen planten. Unter dem Schnitt liegen Dienstleister mit 41,9 Prozent und das Baugewerbe mit 41,5. Die Umfrage ist Teil der regelmäßigen Geschäftsklima- und Konjunkturerhebungen des Ifo-Instituts unter mehreren Tausend Unternehmen.

Preiserhöhung bei Unternehmen in Deutschland: Höhe der Preisänderung wird nicht ermittelt

Die vom Ifo ermittelten Werte bei den Preiserwartungen geben an, welcher Anteil der Unternehmen eine Preiserhöhung plane. Abgezogen wird der Prozentwert derer, die ihre Preise senken wollen. Wenn alle befragten Unternehmen beabsichtigten, ihre Preise zu erhöhen, läge der Saldo bei plus 100 Punkten. Würde alle ihre Preise senken wollen, läge er bei minus 100. Neutrale Antworten bleiben unberücksichtigt. Der Saldo wurde saisonbereinigt. Das Ifo-Institut fragt nicht nach der Höhe der geplanten Preisänderung.

Für Januar ergab sich nach dieser Berechnung ein Wert von 46 Punkten. Im Dezember hatten die Preiserwartungen bei 44,7 Prozent gelegen, im November bei 45 Punkten. (ska mit AFP/dpa)

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