Kundgebungen zum 1. Mai

Gewerkschaften fordern mehr Mitbestimmung

DGB-Chef Reiner Hoffmann: "Wir haben vor 100 Jahren schon den Industriekapitalismus zivilisiert." Foto: Nicolas Armer
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DGB-Chef Reiner Hoffmann: "Wir haben vor 100 Jahren schon den Industriekapitalismus zivilisiert." Foto: Nicolas Armer
Die Gewerkschaftsveranstaltungen stehen in diesem Jahr unter dem Motto "Solidarität, Vielfalt und Gerechtigkeit". Foto: Nicolas Armer
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Die Gewerkschaftsveranstaltungen stehen in diesem Jahr unter dem Motto "Solidarität, Vielfalt und Gerechtigkeit". Foto: Nicolas Armer
Ein Mann trägt in Nürnberg einen Pin mit der Aufschrift "1. Mai 2018". Foto: Nicolas Armer
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Ein Mann trägt in Nürnberg einen Pin mit der Aufschrift "1. Mai 2018". Foto: Nicolas Armer
Mit Transparenten und Fahnen nehmen Menschen an der Kundgebung in Braunschweig teil. Foto: Peter Steffen
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Mit Transparenten und Fahnen nehmen Menschen an der Kundgebung in Braunschweig teil. Foto: Peter Steffen
Verdi-Chef Frank Bsirske in Braunschweig: "Wir brauchen mehr staatliche Investitionen." Foto: Peter Steffen
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Verdi-Chef Frank Bsirske in Braunschweig: "Wir brauchen mehr staatliche Investitionen." Foto: Peter Steffen
Menschen versammeln sich am Nürnberger Kornmarkt. Nach Angaben des DGB nahmen bundesweit rund 340.000 Menschen an knapp 500 Veranstaltungen der Gewerkschaften teil. Foto: Nicolas Armer
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Menschen versammeln sich am Nürnberger Kornmarkt. Nach Angaben des DGB nahmen bundesweit rund 340.000 Menschen an knapp 500 Veranstaltungen der Gewerkschaften teil. Foto: Nicolas Armer
Teilnehmer des Demonstrationszugs ziehen durch Nürnberg. Foto: Nicolas Armer
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Teilnehmer des Demonstrationszugs ziehen durch Nürnberg. Foto: Nicolas Armer
"Pflege ist Gold wert!": ein Plakat auf der Kundgebung in Braunschweig. Foto: Peter Steffen
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"Pflege ist Gold wert!": ein Plakat auf der Kundgebung in Braunschweig. Foto: Peter Steffen
Teilnehmerinnen der Kungebung in Nürnberg demonstrieren für mehr Geschlechtergerechtigkeit in der Arbeitswelt. Foto: Nicolas Armer
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Teilnehmerinnen der Kungebung in Nürnberg demonstrieren für mehr Geschlechtergerechtigkeit in der Arbeitswelt. Foto: Nicolas Armer

Was bedeutet die Digitalisierung für die Arbeitnehmer? Die Gewerkschaften sind besorgt. Beim "Tag der Arbeit" fordern sie mehr Rechte.

Nürnberg/Berlin (dpa) - Die Gewerkschaften haben angesichts der anstehenden Umbrüche in der Arbeitswelt zum "Tag der Arbeit" mehr Rechte und eine stärkere Mitbestimmung für Arbeitnehmer angemahnt.

Dazu gehörten neben flächendeckenden Tarifverträgen auch starke Betriebs- und Personalräte, betonten führende Gewerkschaftsvertreter und Politiker auf zahlreichen Mai-Kundgebungen. Nur so lasse sich beispielsweise die Digitalisierung meistern, die in den kommenden Jahren in Büros und Fabrikhallen den Berufsalltag von Millionen Beschäftigen verändern werde. Nach Angaben des DGB nahmen bundesweit rund 340.000 Menschen an knapp 500 Veranstaltungen der Gewerkschaften teil.

Bei der Gewerkschaftsforderung nach Tarifverträgen für möglichst alle Arbeitnehmer sieht der Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB), Reiner Hoffmann, vor allem die neue Bundesregierung in der Pflicht. Bei der DGB-Hauptkundgebung in Nürnberg sagte Hoffmann, nur mit Tarifverträgen lasse sich verhindern, dass einzelne nicht-tarifgebundene Unternehmen "mit Dumpinglöhnen Schmutzkonkurrenz betreiben". Den Absichtserklärungen in der Koalitionsvereinbarung müssten nun Taten folgen, sagte er vor rund 6500 Zuhörern.

Nach Hoffmanns Einschätzung wird die Digitalisierung "die Arbeitswelt rasant verändern". Trotzdem ließen sich die Gewerkschaften davon nicht verunsichern. "Wir haben vor 100 Jahren schon den Industriekapitalismus zivilisiert. Heute nennen wir das soziale Marktwirtschaft", sagte der DGB-Chef. Es gehe jetzt darum, die Digitalisierung mit seinen Robotern und vernetzten IT-Systemen zu gestalten. Das gehe aber nur mit starken Belegschaften.

Auch aus Sicht von IG Metall-Chef Jörg Hofmann erfordern die bevorstehenden Umwälzungen Mitbestimmungsrechte und ein starkes Tarifsystem. "Das sind die wichtigsten Hebel dafür, dass keiner unter die Räder kommt und der gesellschaftliche Zusammenhalt gestärkt wird", sagte er auf einer DGB-Kundgebung in Kassel. Deshalb müsse auch die Politik für eine stärkere Tarifbindung sorgen. "Macht das Tarifsystem stark. Dann bleibt auch das Land stark", sagte Hofmann laut Mitteilung.

Der Verdi-Bundesvorsitzende Frank Bsirske forderte zum Tag der Arbeit die Politik auf, den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken. "Wir brauchen mehr staatliche Investitionen in die Daseinsvorsorge, in bezahlbaren Wohnraum, in Bildung und Erziehung, in die Alterssicherung. Da muss die Koalition jetzt zügig umsetzen, was sie sich vorgenommen hat", sagte der Gewerkschaftschef in Braunschweig. Dabei dürfe die Politik aber nicht stehen bleiben, sondern müsse weit darüber hinaus gehen, wenn sie die Teilhabe aller Bürgerinnen und Bürger stärken wolle. "Investitionen in die gesellschaftliche Infrastruktur sind auch Gerechtigkeitspolitik", sagte Bsirske.

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