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Die Linke: Fusion aus WASG und SED-Nachfolger PDS

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Von: Julia Schöneseiffen

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Die Linke Partei Bundesparteitag
Die Linke ist insgesamt in zehn Landesparlamenten beteiligt. © Oliver Berg/dpa

Die Linke besteht in ihrer jetzigen Form seit 2007. Sie entstand aus einem Zusammenschluss der WASG und der SED-Nachfolgerpartei PDS. Ein Überblick.

Berlin – Die Linke wurde im Jahr 2007 gegründet und gilt als demokratisch-sozialistische Partei. Obwohl sie bei der Bundestagswahl 2021 an der Fünf-Prozent-Hürde scheiterte, erhielt die Linke 39 Sitze im deutschen Bundestag. Seit Juni 2022 sind Janine Wissler und Martin Schirdewan Parteivorsitzende der Linken.

ParteiDie Linke
Gründung16. Juni 2017
ParteivorsitzendeJanine Wissler, Martin Schirdewan
Mitgliederzahl60.681 (Stand: 31. Dezember 2021)

Die Linke: Gründung erst im Jahr 2007

Die Linke existiert in ihrer jetzigen Form erst seit 2007. Am 16. Juni 2007 wurde die Linke aus der „Partei des Demokratischen Sozialismus“ (PDS) und der Partei „Arbeit & soziale Gerechtigkeit – Die Wahlalternative“ (WASG) gegründet. Damit hat sie ihre Wurzeln sowohl im gewerkschaftsnahen Umfeld (WASG) als auch in einer ostdeutschen Regionalpartei (PDS).

Die PDS hatte sich nach dem Systemumbruch 1989/90 als Nachfolgerin der SED in der früheren DDR gebildet. Ihr Erfolg begründete sich vor allem aus der wachsenden Unzufriedenheit der neuen Bundesbürger mit der Systemtransformation.

Die Linke: Zusammenschluss von PDS und WASG

Nach einer zweijährigen parlamentarischen Zusammenarbeit der PDS und der WASG stimmten die Delegierten beider Parteien schließlich im März 2007 mit großer Mehrheit dem Grundsatzprogramm „Programmatische Eckpunkte“ sowie dem „Verschmelzungsvertrag“ zu.

Am 16. Juni 2007 fand schließlich der eigentliche Gründungsparteitag der Partei „Die Linke.“ statt. Auf diesem wurden Lothar Bisky und Oskar Lafontaine zu gleichberechtigten Vorsitzenden für die Dauer von drei Jahren gewählt.

Das ist die Geschichte der Partei „Die Linke“:

Erfolgreiche Bundestagswahl 2009 für die Linke

Die Linke will eigenen Angaben nach „wirtschaftliche, politische und kulturelle Ordnung der Gesellschaften auf Grundlage demokratischer Entscheidungen“ aufbauen und die Bevölkerung bei dieser Entwicklung mitentscheiden lassen. Sie ist in allen ostdeutschen Ländern vertreten und ist insgesamt in zehn Landesparlamenten beteiligt.

Bei der ersten Bundestagswahl der gesamtdeutschen Linken im Jahr 2009 erzielte die Partei 11,9 Prozent der Zweitstimmen. Damit war sie hinter CDU, SPD und FDP die viertstärkste Partei im Bundestag.

Wussten Sie, dass „Die Linke“ erst im Jahr 2007 gegründet wurde?

Wo regiert die Linke?

Seit 2016 regiert die Linke in Berlin in einer Koalition mit der SPD und den Grünen. Seit 2019 regiert die Linke zudem ebenfalls in einer rot-grün-roten Koalition in Bremen und damit erstmals in einem westdeutschen Bundesland mit. In Thüringen stellt die Linke den Ministerpräsidenten Bodo Ramelow.

Bei der Bundestagswahl 2021 bekam die Linke lediglich 4,9 Prozent der Stimmen. Obwohl sie damit an der Fünf-Prozent-Hürde scheiterte, zog die Linke in den Bundestag ein. Möglich machte dies die sogenannte Grundmandatsklausel im Bundeswahlgesetz. Nach dieser Klausel erhalten Parteien, die mindestens drei Direktmandate gewinnen, so viele Sitze, wie es ihrem Zweitstimmenanteil entspricht – unabhängig von der Fünf-Prozent-Hürde.

Ergebnisse der Linken bei den Bundestagswahlen

JahrZweitstimmen in Prozent
200911,9
20138,6
20179,2
20214,9

Die Linke beim Parteitag 2022: Wahl der neuen Parteivorsitzenden

Um sowohl die ehemalige PDS als auch die WASG im Vorstand repräsentieren zu können, wird eine gleichberechtigte „Doppelspitze“ gewählt. Seit Februar 2021 bestand sie aus Susanne Hennig-Wellsow und Janine Wissler. Hennig-Wellsow erklärte im April 2022 ihren Rücktritt. Beim Parteitag im Juni 2022 wurden Martin Schirdewan und Janine Wissler als neue Doppelspitze gewählt.

Eine Besonderheit der Parteistruktur sind interne Zusammenschlüsse, die sich satzungsgemäß eine eigene programmatische Basis geben können. Zu diesen unabhängigen Foren gehört zum Beispiel die „Kommunistische Plattform“ (KPF). Mit der Zielsetzung einer offenen Überwindung des kapitalistischen Systems stand die KPF über einen längeren Zeitraum unter Beobachtung des Verfassungsschutzes als verfassungsfeindliche Organisation. (jsch)

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