„Dramatisch für die Pendler“

Spritpreise explodieren: Tankstelle in Niedersachsen knackt Zwei-Euro-Marke

Die Preisanzeige einer Tankstelle an der A7 im Landkreis Hildesheim zeigt unter anderem einen Preis von 1,88 Euro für einen Liter Diesel sowie 2,06 Euro für einen Liter Benzin an.
+
Die Preisanzeige einer Tankstelle an der A7 im Landkreis Hildesheim zeigt unter anderem einen Preis von 1,88 Euro für einen Liter Diesel sowie 2,06 Euro für einen Liter Benzin an.

Die Preise für Benzin und Diesel schnellen immer mehr in die Höhe. In Niedersachsen knackt eine Tankstelle an der A7 jetzt sogar die Zwei-Euro-Marke.

Hildesheim/Göttingen – Seit Wochen steigen die Spritpreise immer mehr in die Höhe. Während Literpreise von zwei Euro für so manche Person vor kurzem noch unvorstellbar gewesen sein könnte, verwandelt sich genau das derzeit in Realität.

So hatte die A7-Tankstelle Hildesheimer Börde Ost am Montag (18.10.2021) einen Spitzenwert für Diesel aufgerufen, der Preis lag zwischenzeitlich bei 1,88 Euro. Beim Super-Kraftstoff waren es hingegen noch rund zehn Cent mehr, dort lag der Preis zeitweise bei 2,06 Euro – für einen Liter Benzin. Darüber berichtet ndr.de.

Was hinter den hohen Preisen für Diesel und Benzin steckt

„Seit der Aufzeichnung, das sind etwa 30 Jahre, ist das der höchste Preis“, sagte eine ADAC-Sprecherin bezüglich des Diesel-Preises gegenüber dem NDR. Diese Entwicklung sei „dramatisch für die Pendler.“ Eben jene Entwicklung liegt vor allem am steigenden Erdölpreis. Innerhalb eines Jahres hat sich dieser beinahe verdoppelt. Wie welt.de berichtet, liegt der langfristige Anstieg beim Öl an der weltweit wirtschaftlichen Erholung nach Corona*.

Der hohe Spritpreis setzt sich aber auch aus Steuern und Abgaben zusammen. Laut dem Portal tanken.de macht die Energie- beziehungsweise Mineralölsteuer in Deutschland bei Benzin 65,45 Cent pro Liter aus, bei Diesel hingegen 47,07 Cent. Dazu kommt die Mehrwertsteuer von rund 27 Cent bei Benzin und 25 Cent bei Diesel – zumindest wenn man beim aktuellen Preisniveau bleibt. Der diesjährig eingeführte CO2-Preis sorgt ebenfalls für einstellige Centbeträge. Darüber hinaus müssen auch Transport und Weiterverarbeitung finanziert werden. Was bleibt, ist der Gewinn für Tankstellen und die Ölwirtschaft. Tankstellenbetreiberinnen und Tankstellenbetreiber beteuerten aber zuletzt, dass auch sie unzufrieden mit der aktuellen Situation seien*.

Da die FDP als Teil einer möglichen Ampelkoalition* eine Ausweitung des CO2-Emissionshandels auf den gesamten Verkehrssektor fordert, könnte der Spritpreis in den nächsten Monaten noch weiter steigen. Während der Preis für Benzin und Diesel in der Bundesrepublik mancherorts bereits an den zwei Euro kratzt, muss man in den Niederlanden noch mehr Geld an den Zapfsäulen lassen. In Tschechien kostet der Sprit allerdings zum Teil 44 Cent weniger, weswegen viele deutsche Bürgerinnen und Bürger eine Fahrt ins Nachbarland in Kauf nehmen. (Nail Akkoyun) *hna.de und fr.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.