Keine Satire!

Dieser CDU-Werbespot ist kuh-rios

+
In dem CDU-Werbespot macht die Kuh auch zwei Bankräuber dingfest.

Ahaus - Nein, das ist keine Satire. Die CDU im westfälischen Ahaus hat ein Rindvieh zum Symbol im Kommunalwahlkampf erkoren und sich selbst so zum Affen gemacht. 

In einem Werbefilm des CDU-Stadtverbandes Ahaus ist eine stattliche Kuh die Hauptfigur. Die rettet in dem knapp zweiminütigen Clip unter anderem einen kleinen blonden Jungen aus einem Bach. „Sie ist stark - wie die CDU“, bemerkt der Sprecher. Vor einer Sparkasse bremst das Rindvieh - ohne Witz! - zwei Einbrecher aus, was mit den Worten kommentiert wird: „Sie gibt Sicherheit - wie die CDU“. Dazu erklingt pompöse Musik - es fehlt eigentlich nur noch ein Superhelden-Cape für den Wiederkäuer.

Beim anschließenden Siegeszug durch die Innenstadt wird das behäbige Rindvieh von den Wählern gefeiert. Alle wollen sie streicheln, denn "Sie schafft Vertrauen - wie die CDU", heißt es. Schließlich klopft der örtliche Fraktionschef Thomas Vortkamp, ein Kriminalbeamter, der Kuh anerkennend aufs Horn und sagt: „Danke, CDU“. Eine Frau ergänzt weihevoll: "Sie bedeutet Leben - wie die CDU."

Sehen Sie hier den muuuuh-tigen Wahlkampf-Clip

Das Schlussbild zeigt das 770-Kilo-Tier, das übrigens Patrizia heißt, auf einer Weide mit den örtlichen Vertretern der Christdemokraten, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai antreten.

"Das können die unmöglich ernst meinen!"

Der amateurhaft geschnittene Streifen erntet im Internet Hohn und Spott. Viele halten ihn für ein Fake, es hagelt Kommentare wie "Das können die unmöglich ernst meinen!" und "Ich weiß nicht, ob ich weinen oder lachen soll!" Doch ein Blick auf die Homepage der CDU in Ahaus zeigt die bittere Wahrheit. Dort brüstet man sich mit dem "Volksauflauf", den das Tier bei den Dreharbeiten verursachte. 

"Wir wollten was Außergewöhnliches machen", erklärt Patrizias Herrchen, Viehhändler Bernhard Roßmüller, in der "Bild". Er hat auch eine Rolle in dem Mini-Drama ergattert. "Mit dieser Resonanz haben wir nicht gerechnet. Ich sag nur: Hast du nur eine Kuh, wähl CDU!“

Der Ahauser CDU-Politiker Jens Spahn rechtfertigt in dem Blatt das skurrile Machwerk mit den Worten: "Man muss sich auch mal selbst auf die Schippe nehmen können. Ich sehe die Debatte gelassen, immerhin ist die bodenständige CDU daheim in aller Munde.“

Und nicht nur daheim! Mittlerweile ist der Clip über 82.000 Mal auf Youtube geklickt worden. Satire-Magazine stürzten sich darauf, für sie ist das gefundenes Fressen.

hn/dpa

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken, um Missbrauch zu vermeiden.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.