Wo Sie Urlaub machen können

Diplom-Meteorologe: „Der Sommer wird durchschnittlich“

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Wie wird das Sommerwetter? Glaubt man den Prognosen, wird es an den Küsten schön. Wer sich für einen Wanderurlaub in den Alpen entscheidet, sollte demzufolge aber die Regensachen nicht vergessen. Unsere Aufnahme entstand auf der Zugspitze.

Von wegen Wonnemonat: Manch einen fröstelt es derart, dass er sogar wieder die Heizung aufdreht. Über das kühle Maiwetter und die Aussichten für den Sommer sprachen wir mit dem Wetterexperten Dominik Jung von Wetter.net.

Bis jetzt hat uns der Mai nicht verwöhnt. Hatten wir bislang einen ungewöhnlich kühlen Mai? Und ändert sich daran noch etwa in den letzten Tagen des Monats?

Dominik Jung: Jetzt kommt die große Überraschung: Der Mai ist deutschlandweit bisher um 0,6 Grad wärmer als im langjährigen Mittel, also schon mal nicht zu kalt. Regional gibt es deutliche Unterschiede. Im Westen normal bis leicht zu kühl. Im Osten teilweise bis zwei Grad zu warm. Das Regensoll ist deutschlandweit zu 75 Prozent erfüllt. Auch dabei gibt es regionale Unterschiede. Deutschlandweit gab es bisher 103 Sonnenstunden. Damit ist das Soll erst zu 50 Prozent erfüllt.

Wie geht es denn im restlichen Mai weiter?

Jung: Richtung Wochenende wird es noch mal kühler. Es kann dabei stellenweise bis auf 500 Meter herab Schneeflocken geben. Aber auch nach dem Wochenende geht es nur langsam mit den Temperaturen bergauf. Es bleibt auch weiterhin wechselhaft.

Wiederholt hatten wir in den letzten Wochen intensive Unwetter mit Hagelschauern. Müssen wir uns auf solche Extremwetterstöße künftig dauerhaft einstellen?

Jung: In den letzten Jahren wurde beobachtet, dass die Gewitter teilweise immer extremer ausfallen. Das heißt die Begleiterscheinungen werden heftiger, mehr Hagel, mehr Starkregen, mehr Sturm dabei. Das wird sich auch diesen Sommer wahrscheinlich fortsetzen.

Sie arbeiten mit Langfristmodellen: Können wir nach dem miesen Winter auf einen schönen Sommer hoffen?

Jung: Vieles deutet aktuell auf einen durchschnittlich temperierten Sommer hin. Deutschlandweit nicht deutlich wärmer oder kälter als normal. Was den Niederschlag angeht, sieht es nach einem eher trockeneren Sommer als üblich aus. Der Süden dagegen muss mit einem nasseren Sommer als normal rechnen. Das ist die aktuelle Tendenz, die sich über die Monate Juni, Juli und August abzeichnet.

Was sollte man bedenken, wenn man den Sommerurlaub in Deutschland verbringen will?

Jung: Urlaub wird wohl tendenziell im Norden freundlicher als im Süden. Richtung Alpen eher immer wieder nass, im Norden dagegen freundlicher. Bei den Temperaturen wird der Sommer überall nur Durchschnitt werden, was natürlich einzelne Ausreißer nach oben oder unten nicht ausschließt. Unterm Strich kein Kältesommer, aber auch kein Hitzesommer.

Und wie sieht es in den klassischen südeuropäischen Urlaubsländern wie Spanien, Frankreich, Portugal und Italien aus?

Jung: Tendenziell sagen die langfristigen Berechnungen für den Sommer 2013 für diese Regionen im Schnitt eher kühleres und feuchteres Wetter als im langjährigen Durchschnitt voraus. Für das westliche Mittelmeer wird mehr Regen als üblich vorhergesagt.

Von Ullrich Riedler

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