Staatssekretär will gegen Aberkennung vorgehen

Plagiatsvorwurf: Wolfgang Dippel (CDU) verliert Doktortitel

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Kassel. Der hessische Sozial-Staatssekretär Wolfgang Dippel (60, CDU) verliert seinen Doktortitel. Nach Überprüfung der Doktorarbeit sei „der Vorwurf des Plagiats vom Promotionsausschuss als gerechtfertigt zu bezeichnen“, teilte die Universität Kassel mit.

 Der Beschluss wurde vom Promotionsausschuss des Fachbereichs Gesellschaftswissenschaften der Universität Kassel in seiner Sitzung am vergangenen Donnerstag gefasst. Vorausgegangen war der Entscheidung ein mehrstufiges Prüfverfahren. Dippel selbst hatte nach anonymen Hinweisen im März die Universität um die Überprüfung seiner Dissertation gebeten.

Dippel, der von der Entscheidung der Universität nach eigener Aussage bislang nur per Mail informiert wurde, will sich nun erst einmal Einblick in die Argumentation der Uni verschaffen. Er sagt, dass seine Promotion damals zwar glanzlos verlaufen sei. Er habe aber sowohl die Arbeit als auch die anschließende Disputation bestanden. Ein Gutachten habe er nie gesehen, seine Arbeit sei damals wie vorgelegt von der Uni übernommen worden. Auflagen habe er nie bekommen.

Wenn die Arbeit heutigen Ansprüchen nicht genüge, müssten eine Reihe Professoren erklären, warum sie sie damals für promotionswürdig befunden hätten. Dippel will rechtlich gegen die Aberkennung seines Doktortitels vorgehen. Er habe sich nichts vorzuwerfen. Seine Position als Staatssekretär sei durch den Vorgang unberührt.

Von 1998 bis 2004 war Dippel Referent beim Landeswohlfahrtsverband Hessen in Kassel, danach bis 2014 Bürgermeister in Fulda. Seit Mitte Januar 2014 ist er Staatssekretär im Sozialministerium Mitglied der hessischen Landesregierung. (mli/tpa)

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