Ditib: Neonazi-Morde erschüttern Vertrauen in Staat

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Teilnehmer eines Schweigemarschs, darunter der türkische Generalkonsul Devrim Öztürk (1. Reihe, 3.v.r) und Hamburgs Innensenator Michael Neumann (2. Reihe, 2.v.l) demonstrieren am Samstag (19.11.2011) in Hamburg.

Berlin - Die Neonazi-Mordserie und die Versäumnisse der Sicherheitsbehörden haben Migranten und Muslime in Deutschland tief erschüttert.

Deren Vertrauen in den Staatsapparat sei erheblich gestört, betonte die Ditib in Köln als größter islamischer Dachverband. Nach den kaltblütigen Morden müssten nun “konstruktive Vorschläge und notwendige Vorkehrmechanismen“ folgen, verlangte der Vorsitzende des türkisch-islamischen Verbands, Ali Dere, in einer Mitteilung. Der Innenausschuss des Bundestags befasst sich am Vormittag mit der Mordserie der Zwickauer Zelle und will über Konsequenzen beraten.

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Die Ditib erklärte: “Dass die kaltblütig geplanten Taten und die brutale Ermordung der Migranten nach Jahren durch einen Zufall aufgedeckt wurden, dass hinter den rechtsextremistischen Taten systematische Strukturen und Netzwerke wirken und dass die zuständigen Stellen durch unentschuldbare Auslassungen und Versäumnisse diesen vielen Fällen begegneten, wirkt jenseits des unsäglichen Leides im wahrsten Sinne unverständlich und schockierend.“ Die fast zehn Millionen Migranten und Menschen mit Migrationshintergrund in Deutschland fühlten sich nun bedroht und leben laut Ditib auch tatsächlich in einer “Bedrohungslage“.

Neben der Sicherheitspolitik sei auch die Integrationspolitik gefragt, betonte der Dachverband. Das Integrationskonzept müsse sich stärker an den “Problemlagen und Lebensrealitäten der Migranten“ ausrichten. Alltägliche Ungerechtigkeiten, Angriffe und Übergriffe dürften nicht verharmlost oder verschleiert werden.

dpa

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